Wissenschaft: Putzen soll eine Gesundheitsgefahr für Männer sein?

Alfred Domke
Höheres Sterberisiko: Putzen ist für Männer gefährlich
Es gibt eher wenig Menschen, die von sich behaupten, gerne zu putzen. Vor allem Männer drücken sich oft davor, den Haushalt sauber zu halten – und genau das ist womöglich gut für ihre Gesundheit. Denn in einer neuen Studie zeigte sich, dass Männer, die putzen, ein höheres Sterberisiko haben.

Putzen schadet der Gesundheit
Wer sein Haus oder seine Wohnung sauber hält, sorgt nicht nur für ein gemütliches Zuhause, sondern tut auch seiner Figur etwas Gutes. Schließlich werden beim Putzen viele Kalorien verbraucht. Für die Gesundheit von Männern scheint Putzen allerdings weniger geeignet zu sein. Im Gegenteil: Putzende Männer haben laut einer neuen Studie aus Belgien ein höheres Sterberisiko.

In einer neuen Studie hat sich gezeigt, dass männliche Reinigungskräfte ein deutlich höheres Sterberisiko haben als andere Arbeitnehmer. Dies hängt offenbar unter anderem damit zusammen, das sich Männer beim Putzen weniger schützen. (Bild: M. Schuppich/fotolia.com)

Höheres Sterberisiko bei männlichen Reinigungskräften
In der Studie der Universität Brüssel wurde festgestellt, dass das Sterberisiko bei männlichen Reinigungskräften um rund 45 Prozent höher liegt als bei Büroangestellten.

Bei weiblichen liegt das Sterberisiko hingegen nur um 16 Prozent höher als bei der durchschnittlichen Arbeitnehmerin.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung wurden nun im Fachmagazin „International Archives of Occupational and Environmental Health“ veröffentlicht.

Für die Doktorarbeit der Wissenschaftlerin Laura van den Borre wurden die Sterbedaten von rund 260.000 belgischen Reinigungskräften zwischen 1991 und 2001 analysiert.

Männer schützen sich zu wenig
Gründe für das erhöhte Risiko liefert die Forscherin ebenfalls. Laut van den Boore benutzen Männer beispielsweise seltener Atemmasken und Schutzhandschuhe.

Außerdem nutzen sie Putzmittel öfters falsch und schätzen die Mischung von Chemikalien falsch ein.

Aufgrund dieser Leichtsinnigkeit beziehungsweise Unkenntnis haben männliche Reinigungskräfte ein höheres Risiko für chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), Lungenkrebs und Lungenentzündungen, sowie für Erkrankungen der Herzkranzgefäße und der Blutgefäße im Gehirn.

Im privaten Haushalt seien die Risiken sogar noch höher als bei der Arbeit, da die Putzmittel zu Hause noch bedenkenloser eingesetzt würden, so das Ergebnis von van den Boore.

Krank durch Reinigungsmittel
Dass Reinigungsmittel krank machen können, haben auch schon andere Untersuchungen gezeigt.

So berichteten etwa Wissenschaftler der University of Melbourne über die negativen gesundheitlichen Auswirkungen durch Duftstoffe in Putz- und anderen Haushaltsmitteln.

Viele solcher Produkte sind laut Fachleuten ohnehin ohne großen Nutzen. Nach Ansicht von Haushalts- und Umweltexperten reichen drei Reiniger für den Haushaltsputz völlig aus. (ad)