Wissenschaftler: Künstliche Süßstoffe in vielen Nahrungsmitteln erhöhen das Diabetes-Risiko

Alexander Stindt
Wenn Menschen große Mengen künstliche Süßstoffe einnehmen, steigt das Risiko für Typ-2-Diabetes
Es gibt schon seit längerer Zeit immer wieder Diskussionen darüber, was künstliche Süßstoffe in unserem Körper auslösen. Forscher fanden jetzt heraus, dass der Konsum von großen Mengen künstlicher Süßstoffe die Reaktion des Körpers auf Glukose verändern kann. Dadurch erhöht sich bei den Konsumenten das Risiko Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Die Wissenschaftler der Adelaide Medical School an der University of Adelaide stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass eine erhöhte Aufnahme von künstlichen Süßstoffen zur Entwicklung von Typ-2-Diabetes beitragen kann. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie bei der diesjährigen Tagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Portugal.

Viele Menschen nehmen künstliche Süßstoffe, um weniger Zucker zu konsumieren und dadurch ein gesundes Körpergewicht aufrechtzuerhalten. Mediziner stellten jetzt fest, dass ein erhöhter Konsum von künstlichen Süßstoffen zu Auswirkungen im Körper führt, welche dann das Risiko für die Entwickelung von Typ-2-Diabetes erhöhen. (Bild: Monika Wisniewska/fotolia.com)

Führt die Einnahme von künstlichen Süßstoffen zu Typ-2-Diabetes?
Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass der Verbrauch von großen Mengen an künstlichen Süßstoffen mit einem erhöhten Risiko der Entwicklung von Typ-2-Diabetes verbunden ist, erklären die Mediziner. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind aber noch unbekannt. Deswegen zielte die neue Studie der Wissenschaftler der Adelaide Medical School darauf ab, die Auswirkungen des Konsums von großen Mengen künstlicher Süßstoffe auf den menschlichen Körper genauer zu erforschen.

Probanden nahmen für zwei Wochen große Mengen von künstlichen Süßstoffen ein
Die Mediziner rekrutierten für ihre Untersuchung 27 gesunde Probanden. Diesen wurden zwei verschiedene künstliche Süßstoffe (Sucralose und Acesulfam-K) gegeben. Die Menge war gleich der Aufnahmemenge beim Trinken von 1,5 Liter eines Getränks mit Süßstoff. Einige Probanden erhielten zur Kontrolle nur einen inaktiven Placebo. Die Süßstoffe wurden in der Form von Kapseln verabreicht, welche dreimal am Tag vor den Mahlzeiten über einen Zeitraum von zwei Wochen eingenommen wurden, erläutern die Wissenschaftler. Am Ende dieser zwei Wochen wurde dann bei den Probanden die Reaktion auf Glukose untersucht. Dabei wurden vor allem die Plasmaglukose- und die Insulinwerte, die Darm-Peptide und die Glukoseabsorption untersucht, fügen die Experten laut EurekAlert hinzu.

Wie wirkte sich die Aufnahme von hohen Mengen künstlicher Süßstoffen aus?
Das Forscherteam stellte bei seiner Untersuchung fest, dass die Aufnahme von künstlichen Süßstoffen zu einer Zunahme der Reaktionen auf Glukose führt. Sowohl die Absorption von Glukose als auch die Blutzuckerwerte der betroffenen Probanden waren erhöht. Außerdem waren die Werte für das Darmpeptid GLP-1 reduziert, welches den Anstieg von Blutzucker nach den Mahlzeiten beeinflusst. Wenn die Probanden nur einen Placebo einnahmen, veränderten sich die Werte nicht, sagen die Mediziner.

Künstliche Süßstoffe können die körpereigene Kontrolle des Blutzuckerspiegels reduzieren
Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass bereits eine Einnahme von künstlichen Süßstoffen über einen Zeitraum von zwei Wochen ausreicht, um die Glukoseabsorption zu erhöhen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass künstliche Süßstoffe die körpereigene Kontrolle des Blutzuckerspiegels beeinträchtigen können. Der erhöhte Glukosespiegel bei Nutzern künstlicher Süßstoffe nach einer Mahlzeit könne seinerseits ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes mit sich bringen. (as)