Wissenschaftler: Tätowierungen stärken unser Immunsystem

Laut einer Studie stärken Tattoos die Immunabwehr. Bild:  K.- P. Adler - fotolia
Alexander Stindt
Menschen mit vielen Tätowierungen sind besser vor Erkältungen geschützt
Es gibt immer mehr Menschen mit Tätowierungen. Heute wird diese Art von Körperschmuck besser von der Gesellschaft akzeptiert alle noch vor einigen Jahrzehnten. Egal ob in Farbe oder nur in Schwarz, Tätowierungen werden immer beliebter. Wissenschaftler von der Alabama University stellten jetzt fest, dass sich Tätowierungen auch positiv auf unser Immunsystem auswirken können.

Viele Leute lassen sich tätowieren, weil sie finden, dass Tätowierungen gut aussehen und ein persönliches Kunstwerk für das ganze Leben sind. Allerdings könnten Tätowierungen auch noch ganz andere Auswirkungen auf unseren Körper haben. So wurde in der Vergangenheit zum Beispiel über ein erhöhtes Krebsrisiko infolge von Schadstoffen in der Tattoofarbe spekuliert. Forscher von der Alabama University stellten jetzt in ihrer Untersuchung fest, dass Tätowierungen auch einen positiven Gesundheitseffekt haben und unser Immunsystem stärken können. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „American Journal of Human Biology“.

tattoo-gesundheitsstudie

Tätowierungen schützen vor verschiedenen Infektionen
Früher hatten Träger von Tätowierungen noch mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Oft hörte man, dass nur Seemänner und Insassen von Gefängnissen tätowiert seien. Heutzutage sieht das ganz anders aus. Immer mehr Menschen sind tätowiert und auch die Gesellschaft akzeptiert mittlerweile Tätowierungen deutlich besser. Lediglich an manchen Arbeitsplätzen ist eine solche Körperbemalung unerwünscht. So eine Tätowierung verschönert nicht nur unseren Körper, sie kann sogar dazu beitragen, dass unser Immunsystem gestärkt wird, erläutern die Forscher. So könnten Tätowierungen tatsächlich vor verschiedenen Infektionen schützen.

Tätowierungen können das Immunsystem stärken
Verstärken Tätowierungen wirklich unser Immunsystem? Wenn Sie ihr erstes Tattoo gestochen bekommen, verbessert sich ihr Immunsystem nur minimal. Wenn Sie allerdings mehr Tätowierungen stechen lassen, stärkt das Ihr Immunsystem immer weiter. So können Tätowierungen tatsächlich helfen, dass Sie nicht mehr so oft krank werden, sagen die Mediziner. Erst ist eine Tätowierung eine Belastung und Stress für unseren Körper. Sie schwächt unsere Abwehrkräfte und kann dazu führen, dass wir uns schneller erkälten. Nach einiger Zeit gelangt der Körper aber wieder zu seinem Normalzustand zurück, erläutern die Forscher. Wenn wir uns jetzt immer wieder neue Tätowierungen stechen lassen, steht der Organismus quasi unter einer Art Dauerstress. Dadurch stellt der Körper dann sozusagen seine inneren Sollwerte höher, was dazu führen kann, dass unsere Abwehrkräfte und unser Immunsystem stärker werden, erläutern die Experten.

Tätowierungen „trainieren“ das Immunsystem
Eine Tätowierung zu bekommen, ist laut Aussage der Forscher vergleichbar mit dem Muskelaufbau in einem Fitness-Studio. Die Betroffenen führen ihre Übungen durch, was zunächst dazu führt, dass ihre Muskeln anfangs schmerzen, erklären die Mediziner. Wenn sie dann aber weiter trainieren, werden die Schmerzen immer geringer und verschwinden irgendwann komplett. Zusätzlich wachsen die Muskeln und wir werden immer stärker, erläutern die Experten. Innerhalb ihrer Studie untersuchten die Forscher knapp 30 Teilnehmer und baten diese, bestimmte Fragen über ihre Tätowierungen und die Zahl ihrer Tätowierungen zu beantworten. Außerdem wollten die Mediziner wissen, in welchem Zeitraum die Tätowierungen gestochen wurden. Zudem nahmen die Wissenschaftler Speichelproben von den Teilnehmern, bevor und nachdem die Probanden ihre Tätowierungen erhalten hatten.

Tätowierungen sind anfangs starker Stress für unseren Körper
Wenn Teilnehmer ihre erste Tätowierung erhielten, hatten sie einen geringeren Spiegel von Immunglobulin, als die Teilnehmer mit vielen Tätowierungen. Das könnte an der immunsuppressiven Wirkung von Cortisol liegen. Dieses Hormon soll den Stress durch das Tätowieren mindern, erläutern die Forscher. Der Rückgang von Immunglobulin A wurde immer geringer, um so mehr Tätowierungen Betroffene erhielten. Immunglobulin A bildet unsere Verteidigung gegen einige der häufigsten Infektionen, wie beispielsweise Erkältungen, fügen die Experten hinzu. (as)

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