Wissenschaftliche Handystudie: Können Handys Krebs auslösen?

In der heutigen Zeit nutzen fast alle Menschen Handys. Doch es gibt Unklarheiten und Diskussionen darüber, ob die Verwendung eines Mobiltelefons die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Tumoren vergrößert. (Bild: oneinchpunch/fotolia.com)
Alexander Stindt
Handstrahlung löst bei Ratten Tumore aus
Seit längerer Zeit gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, ob der Gebrauch eine Handys die Gefahr für einige Krebserkrankungen erhöht. Eine aktuell durchgeführte Studie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass Handy-Frequenzen durchaus zwei Arten von Tumoren verursachen könnten.

In der heutigen Zeit hat fast jeder erwachsene Mensch ein Handy und für viele ist ein Leben ohne ihr Telefon quasi undenkbar. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, ob Handys unsere Gesundheit gefährden und durch ihre Frequenzen Krebs auslösen können. Es gab schon einige Studien zu diesem Thema, teilweise mit widersprüchlichen Ergebnissen. Jetzt beauftragte die amerikanische Regierung einige Wissenschaftler, die feststellen sollten, ob eine Gefahr von den Handy-Frequenzen für unsere Gesundheit ausgeht. Tatsächlich bemerkten die Forscher vom National Institute of Environmental Health Sciences einen schwachen Zusammenhang zwischen Handy-Strahlung und zwei Arten von Tumoren. Allerdings bezogen sich diese Ergebnisse nur auf Ratten. Die Ergebnisse der Studie wurden nun als Mitteilung veröffentlicht.

In der heutigen Zeit nutzen fast alle Menschen Handys. Doch es gibt Unklarheiten und Diskussionen darüber, ob die Verwendung eines Mobiltelefons die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Tumoren vergrößert. (Bild: oneinchpunch/fotolia.com)
In der heutigen Zeit nutzen fast alle Menschen Handys. Doch es gibt Unklarheiten und Diskussionen darüber, ob die Verwendung eines Mobiltelefons die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Tumoren vergrößert. (Bild: oneinchpunch/fotolia.com)

Studie untersucht die Auswirkung von Handystahlung auf 2.500 Ratten und Mäuse
Die Forscher führten einen Versuch mit 2.500 Ratten und Mäusen durch. Dieser sollte den Zusammenhang zwischen Handystrahlen und der Entstehung von Tumoren zeigen. Die Tiere wurden täglich in Zehn-Minuten-Intervallen mit Radiofrequenzen bestrahlt. Diese glichen der Strahlung, die von unseren Handys ausgeht, erläutern die Mediziner. Insgesamt wurden die Versuchstiere neun Stunden pro Tag der Strahlung ausgesetzt. Als Ergebnis konnten die Wissenschaftler feststellen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Strahlung und Hirntumoren oder Tumoren im Herzen gab. Ob diese Ergebnisse auch auf uns Menschen zu übertragen sind, ist bisher noch völlig unklar. Da aber so viele Personen heutzutage täglich ein Handy nutzen, könnten die Auswirkungen für die öffentliche Gesundheit riesig sein, fügen die Autoren hinzu.

Studien an Menschen gestalten sich als problematisch
Es ist problematisch zu untersuchen, ob Menschen durch die Strahlen von Handys gesundheitliche Nachteile erfahren, weil Untersuchungen an Menschen weniger kontrolliert verlaufen, sagen die Experten. Menschen lassen sich halt nicht so einfach wie Mäuse in Labors studieren. Forscher hatten schon Personen mit Hirntumoren gebeten, sich an die Menge ihrer Handynutzung zu erinnern. Danach verglichen sie die Daten dann mit den Aufzeichnungen von gesunden Menschen. Allerdings ist es für viele Menschen nicht einfach sich genau daran zu erinnern, wann und wie lange sie ihr Telefon genutzt hatten, erläutern die Wissenschaftler.

Männliche Ratten scheinen anfälliger für die Entwicklung von Tumoren zu sein
In der aktuellen Studie an Nagetieren, die am Freitag veröffentlicht wurde, bestrahlten die Forscher vom National Institute of Environmental Health Sciences Ratten mit hohen Dosen von Strahlung. Sie wiederholten diesen Vorgang jeden Tag, über einen Zeitraum von zwei Jahren. Danach verglichen sie die Werte der Tiere mit Ratten, die niemals Strahlung ausgesetzt waren, erklären die Experten. Die Wissenschaftler untersuchten dann, wie viele Tiere Tumore im Gehirn oder in den Nervenzellen des Herzens entwickelt hatten. Die Forscher fanden heraus, dass zwei Prozent bis drei Prozent von den einhundert männlichen bestrahlten Ratten Hirntumore entwickelten. Bei den Kontrollratten konnten zum Vergleich keine Tumore festgestellt werden, sagen die Mediziner.

Die Anzahl von weiblichen Ratten, die diese Krebsarten entwickelte, fiel geringer aus. Nur etwa ein Prozent der Tiere wies solche Tumore auf. Diese könnten allerdings auch zufallsbedingt entstanden sein, sagen die Forscher. Zwischen zwei Prozent und sieben Prozent der bestrahlten männlichen Ratten entwickelten Tumore am Herzen. Bei weiblichen Versuchstieren lag der Wert bei nur etwa zwei Prozent. Wurden die weiblichen Ratten nicht bestrahlt, konnten keine Tumore gefunden werden, fügen die Autoren hinzu. Es sei noch unklar, warum die männlichen Raten in der Studie häufiger an Krebs erkrankten als die weiblichen Versuchstiere. Männliche Ratten scheinen aber generell anfälliger für die Entwickelung von Tumoren zu sein, vermuten die Mediziner. (as)

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