Wissenschaftliche Studie: E-Zigaretten schädigen die Leber

Alexander Stindt

Wie wirkt sich die Nutzung von E-Zigaretten auf die Leber aus?

Die Popularität von elektronischen Zigaretten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Verwendung von E-Zigaretten zu einer Anhäufung von Fett in der Leber führen kann.

  • E-Zigaretten schaden der Leber.
  • E-Zigaretten können Lebererkrankungen, Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfälle hervorrufen.
  • Bestimmte Gene beschleunigen die Entwicklung von Fettlebererkrankungen.

Die Wissenschaftler der Charles R. Drew University of Medicine and Science in Los Angeles stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass E-Zigaretten der Leber zu schaden scheinen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie bei der 100. Jahrestagung der Endocrine Society in Chicago (ENDO 2018).

E-Zigaretten sind zwar immer beliebter geworden, allerdings wirkt sich ihre Verwendung negativ auf die Gesundheit aus. (Bild: vchalup/fotolia.com)

Schaden E-Zigaretten der Gesundheit?

Viele Raucher von normalen Zigaretten sind in den letzten Jahren auf E-Zigaretten umgestiegen. Die Werbung vermittelt, dass E-Zigaretten sicherer für die Gesundheit sind als herkömmliche Zigaretten, was oftmals ein Grund für die Entscheidung zur Nutzung von E-Zigaretten ist. Die neue Untersuchung zeigt allerdings, warum auch E-Zigaretten keineswegs als sicher für die Gesundheit anzusehen sind. Die Ergebnisse könnten wichtige Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Gesetzgebung haben, erläutern die Forscher.

Viele langfristige Auswirkungen sind noch unbekannt

Das Liquid in E-Zigaretten kann Nikotin enthalten, welches bereits mit der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen in Verbindung gebracht wurde. Die langfristigen Auswirkungen der Nutzung von E-Zigaretten auf Lebererkrankungen, Diabetes, Herzkrankheiten oder Schlaganfälle sind jedoch noch unbekannt.

Wie verlief die Untersuchung?

Im Zeitraum der Studie (12 Wochen) führten die Mediziner eine Untersuchung an Mäusen durch. Den Tieren fehlte das Gen für Apolipoprotein E. Dies machte sie anfälliger für die Entwicklung von Herzerkrankungen und einer Fettleber. Alle Mäuse bei der Studie erhielten eine Ernährung, welche relativ viel Fett und Cholesterin enthielt. Eine Gruppe dieser Mäuse wurde Aerosol von E-Zigaretten ausgesetzt, so dass ihre Blutnikotingehalte denen von Rauchern und E-Zigarettenbenutzern ähnelte. Eine zweite Gruppe von Mäusen wurde einem Salzlösungs-Aerosol ausgesetzt.

E-Zigaretten förderten Lebererkrankungen

Die Forscher nahmen Proben der Leber und untersuchten dann darin enthaltene Gene, welche von der Nutzung von E-Zigaretten betroffen waren. Dafür wurde eine Technik verwendet, welche als sogenannte RNA-Sequenzanalyse bezeichnet wird. Die Wissenschaftler stellten Veränderungen in insgesamt 433 Genen fest, welche mit der Entwicklung und Progression der Fettleber bei den Mäusen in Verbindung gebracht wurden. Außerdem fanden die Experten heraus, dass Gene, die mit zirkadianen Rhythmen im Zusammenhang stehen, bei den Mäusen die Entwicklung von Lebererkrankungen einschließlich der Entstehung einer Fettleber beschleunigt.

Es müssen Präventivmaßnahmen ergriffen werden

„Unsere experimentellen Ergebnisse werden politische Entscheidungsträger sowie staatliche und bundesstaatliche Regulierungsbehörden dabei unterstützen, Präventivmaßnahmen zu ergreifen, um den zunehmenden Einsatz von E-Zigaretten bei Kindern und Erwachsenen zu stoppen“, erläutert Studienautor Theodore C. Friedman von der Charles R. Drew University of Medicine and Science in einer Pressemitteilung. (as)