WM-Standort: WHO findet Poliovirus in Brasilien

Heilpraxisnet

Brasilien: WHO findet Poliovirus

25.06.2014

Erstmals seit 1989 wurde in Brasilien wieder Kinderlähmung nachgewiesen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte, wurde das hoch ansteckende Poliovirus in Campinas entdeckt. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer von einem Fußball-WM-Standort entfernt.

Poliovirus in Abwasserrohr entdeckt
Erstmals seit 1989 ist in Brasilien wieder Kinderlähmung nachgewiesen worden. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf mitteilte, fand sich das hoch ansteckende Poliovirus in einem Abwasserrohr des internationalen Flughafens in Campinas. Die Proben seien bereits im März genommen worden, doch bislang seien noch keine Infektionen gemeldet worden. Da 95 Prozent der Bevölkerung in der Region geimpft seien, werde das Übertragungsrisiko insgesamt als gering eingestuft.

100 Kilometer von WM-Standort entfernt
Die Stadt Campinasliegt rund 100 Kilometer vom WM-Standort São Paulo entfernt. Während der Fußballweltmeisterschaft haben sowohl das portugiesische als auch das nigerianische Team ihr Quartier in Campinas aufgeschlagen. Die WHO hatte 1988 ein globales Programm zur Ausrottung von Kinderlähmung (Poliomyelitis) gestartet. Im Anschluss daran war die Zahl der offiziellen Infektionen bis 2012 um mehr als 99 Prozent zurückgegangen: von geschätzten 350.000 Fällen im Jahr 1988 auf 223 im Jahr 2012. Doch im vergangenen Jahr waren der WHO zufolge wieder mehr als 400 Fälle registriert worden. In Deutschland gab es die letzten Polio-Infektionen im Jahr 1992.

Polio ist unheilbar
Kinderlähmung ist eine von Polioviren hervorgerufene Infektionskrankheit, die die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks befällt und zu bleibenden Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen kann. Etwa eine von 200 Infektionen führt zu dauerhaften Lähmungen. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen kann es zu Symptomen wie Fieber, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, oft Durchfall sowie Übelkeit und Erbrechen kommen. Polio ist zwar nicht heilbar, doch einer Ansteckung kann mit Impfungen vorgebeugt werden. (ad)

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