Effektiver Wundergriff zur Beruhigung weinender Babys

Fabian Peters
Spezielle Grifftechnik beruhigt weinende Babys
Schreiende Babys können Eltern zur Verzweiflung bringen. Zwar entwickeln die meisten Mütter und Väter mit der Zeit spezielle Strategien, um die Kleinen zu beruhigen, eine allgemein wirksam Technik gibt es allerdings nicht – oder doch? Der US-Kinderarzt Dr. Robert Hamilton hat auf der online Videoplattform „YouTube“ ein Video veröffentlicht, in dem er einen Griff erklärt, der weinende Babys schnell beruhigen soll. Allerdings warnen Kinder- und Jugendärzte vor möglichen Risiken, wenn ungeübte diesen Griff anwenden.

Fast zehn Millionen Aufrufe hat das Video zu dem speziellen Baby-Griff von Dr. Hamilton bereits auf „YouTube“ erreicht. Die dargestellte Methode des US-Kinderarztes aus Santa Monica (Kalifornien) scheint überraschend einfach und effektiv. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass der Facharzt über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Babys verfügt. Die Handgriffe sind für ungeübte Eltern sicher nicht so einfach aufzuführen, wie für Dr. Hamilton. Dies kann gegebenenfalls zu Risiken für das Kind führen. Bei falscher Haltung besteht Würgegefahr. So warnt auch Dr. Hamilton in seinen Erläuterung, dass Eltern auf die korrekte Anwendung achten müssen, um den Kindern nicht die Luft abzudrücken. Mit ein wenig Übung lassen sich die Ausführungen des Kinderarztes jedoch relativ einfach umsetzen und der Effekt scheint überzeugend.

Kinderarzt entwickelt spezielle Grifftechnik
In der Regel wissen Eltern mit der Zeit recht genau, warum ihr Kind gerade schreit und wie sie Abhilfe schaffen können. Bei Verletzungen oder Schmerzen (beispielsweise nach einer Spritze) lassen sich die Kleinen allerdings oftmals nur schwer beruhigen. Dr. Hamilton ist nach eigenen Angaben häufig mit derartigen Fällen konfrontiert und er hat daher einen Griff entwickelt, den er „The Hold“ nennt und mit dem weinende Babys schnell zur Ruhe kommen. In seinem Video erläutert der US-Kinderarzt, wie die Grifftechnik angewendet wird und demonstriert den Effekt an mehreren weinenden Babys in seiner Praxis. Die Wirkung ist eindeutig und überraschend schnell beruhigen sich die Kinder.

Weinende Babys lassen sich durch körperliche Nähe meist gut beruhigen. (Bild: Halfpoint/fotolia.com)
Weinende Babys lassen sich durch körperliche Nähe meist gut beruhigen. (Bild: Halfpoint/fotolia.com)

Grifftechnik in vier Schritten
Der Baby-Wundergriff wird nach Anleitung von Dr. Hamilton in vier Schritten durchgeführt. Zunächst werden die Arme des Babys vorsichtig vor der Brust verschränkt und sanft mit der rechten Hand gesichert. Die linke Hand fasst unter den Po der Babys, um sie anzuheben und die Kleinen werden dabei in einem 45-Grad-Winkel nach vorne geneigt. Es folgt sanftes Wippen, wobei Daumen und Zeigefinder der rechten Hand unter dem Kinn der Babys liegen. Keinesfalls darf hier Druck auf den Hals bzw. die Luftröhre ausgeübt werden, weshalb insbesondere ungeübte Eltern sämtliche Bewegungen äußerst vorsichtig ausführen sollten. Die 45-Grad-Neigung nach vorne verhindert, dass die Kleinen beim Heben ihres Kopfes nach hinten überkippen. Geeignet ist der Griff laut Aussage des US-Kinderarztes für Kinder bis zum dritten Lebensmonat, da die Kleinen danach zu schwer für die Haltung seien.

Mehr zum Thema:

Der Kinderarzt demonstriert die Wirkung seiner Grifftechnik an mehreren Kindern in seiner Praxis, weist allerdings darauf hin, dass der Griff lediglich für normale weinende Babys geeignet ist. Sogenannte Schreibabys werden hier nicht angesprochen. Auch lässt sich laut Aussage von Dr. Hamilton nicht jedes Kind mit Hilfe des Griffs beruhigen. Hat das Baby zum Beispiel Hunger, hilft die Technik wenig und auch bei schwereren Erkrankungen lässt sich durch den Griff meist keine Beruhigung erreichen, erläutert der US-Kinderarzt. Wichtig ist es zudem, dass Eltern die Ursachen des Weinens bei den Babys verstehen und nicht den Griff nutzen, um ihre Kinder ruhigzustellen. (fp)