Wurstessen erhöht das Sterberisiko

Sebastian

Wer täglich viel Schinken und Wurst isst, stirbt eher

09.03.2013

Der tägliche Fleischverzehr gehört in den meisten Haushalten in Deutschland zum Ernährungsalltag. Doch wer täglich Wurst und Schinken verzehrt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eher sterben, als Fleischverächter. Zu diesem Ergebnis gelangten Schweizer Wissenschaftler von der Universität Zürich. Laut ihrer Resultate steigt das Sterberisiko pro 50 Gramm Wurstwaren um satte 18 Prozent.

Ab 50 Gramm erhöht das Sterberisiko rasant
Wer zu viel Fleischwurstprodukte isst, wird aller Wahrscheinlichkeit schneller sterben als andere, die weniger oder keine Wurst oder Schinken essen. „Bereits eine Menge von 40 Gramm Wurst oder Schinken täglich schadet der Gesundheit“, schreiben die Forscher im Fachjournal „BMC Medicine“ ((BMC Medicine, 2013; doi:10.1186/1741-7015-11-63). Ab 50 Gramm Wurst und Wurstwaren erhöhe sich das frühzeitige Todesrisiko bereits um jeweils 18 Prozent. „Das ist das Ergebnis unserer Studie, die in Europa bislang die Größte zu diesem Thema ist“.

Die Studienleiterin Sabine Rohrmann betont, dass ungefähr „drei Prozent aller frühzeitigen Todesfälle schätzungsweise auf den hohen Konsum von Fleischprodukten zurückzuführen sind“. Zusammen mit Forschern aus 10 europäischen Ländern haben sie im Rahmen der Studie die Daten von etwa 450.000 Probanden im Alter zwischen 35 und 69 Jahren ausgewertet. Der Hauptaugenmerk lag dabei auf den Kontext Fleischkonsum und frühzeitiges Sterben. Die ausgewerteten Daten konnten hierfür genaue „Informationen über die Ernährungsgewohnheiten der Probanden und viele sonstige Parameter ihres Lebensstils liefern“. Im Beobachtungszeitraum von rund 13 Jahren verstarben von den Studienteilnehmern genau 26.344 Menschen.

Hohes Krebs- und Herz-Kreislauf-Risiko
Während der Datenanalyse wurde den Wissenschaftlern deutlich, dass der Ernährungsstil neben anderen Faktoren einen großen Einfluss auf das frühzeitige Sterben hat. Der Vergleich der Ernährungsgewohnheiten mit den Todesfälle und deren Ursachen zeigte, dass auffällig viele Menschen, die verarbeitete Fleischwaren wie Wurst, Salami oder Schinken essen, eine erhöhtes Risiko besitzen, an gefährlichen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkt oder Krebs zu versterben.

Nicht das Fleisch als solches löst die erhöhte Sterberate aus. Laut der Untersuchungsergebnisse sei der Zusammenhang bei der ungesunden Fleischverarbeitung zu finden. Wurstwaren wie Salami werden mit zahlreichen Salzen, Pökel und Räuchern gewürzt. Dadurch entwickeln sich für die Gesundheit gefährliche Schadstoffe wie Nitrosamine. Diese können nach Meinung der Wissenschaftler die Ursache für eine erhöhte Krebsrate bei Wurstessern sein. Zudem beinhalten verarbeitete Fleischsorten gesättigte Fette, die wiederum mit einem erhöhten Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko in Verbindung gebracht werden kann.

Wurstesser pflegen oft einen ungesunden Lebensstil
Allerdings ist nicht nur der Konsum von Wurstbergen der Problem. Als weitere Ursache machten die Forscher einen weiteren Kontext aus. Probanden, die viel Wurst aßen, hatten auch einen Hang zum ungesunden Leben. „Generell neigen Menschen zu einem ungesunden Lebensstil, wenn sie viel verarbeitete Fleischwaren essen“. Die bewegen sich weniger, essen signifikant weniger Obst und Gemüse, rauchen häufiger und trinken mehr alkoholische Getränke. Doch selbst wenn diese Faktoren aus der Bewertung herausgerechnet wurden, blieb das zentrale Ergebnis der Studie erhalten: „Menschen die mehr als 40 Gramm Wurst pro Tag essen, haben ein erhöhtes Risiko an Krebs oder Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken“.

Grundsätzlich sei der Fleischkonsum nicht schädlich, betonten die Forscher. Es komme eher auf die Menge an, die regelmäßig verzehrt werde. „Ein mäßiger Konsum bis zu durchschnittlich 40 Gramm pro Tag hat kein erhöhtes Sterberisiko zur Folge“, resümiert die Studienleiterin. Zudem könne Fleisch dazu beitragen, wichtige Nährstoffe wie Vitamin B oder Eisen aufzunehmen. Regelrechte Wurstberge jeden Tag zu verschlingen, schädigt die Umwelt und die eigene Gesundheit. (sb)

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