Wut ohne Schimpfwörter formulieren: Kinder können es lernen

Fabian Peters
Kinder müssen lernen Wut ohne Schimpfwörter auszudrücken
Kleine Kinder können ihre Gefühle wie starke Frustration, Angst oder Wut noch nicht richtig kontrollieren. Wenn sie stark aufgebracht sind, fallen in solchen Situationen manchmal auch schlimme Kraftausdrücke. Diese sollten aber besser nicht geduldet werden. Kindern sollte früh beigebracht werden, sich auch bei Wut an gewisse Regeln zu halten.

Auch Kindern sollte bei Wut nicht alles erlaubt sein
Den meisten Menschen fällt der richtige Umgang mit Gefühlsausbrüchen sehr schwer. Vor allem Wut ist für viele oft nur schwer zu kontrollieren. Wütende Reaktionen führen zu Beleidigungen oder gar Aggressionen anderen gegenüber. Sie schaden aber auch der eigenen Gesundheit. So haben Menschen, die zu Zornanfällen neigen, Experten zufolge ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko. Man sollte also am besten möglichst früh beginnen, zu lernen, wie man Wut besser unter Kontrolle halten kann und gelassener bleibt. Kleine Kinder können dies jedoch normalerweise noch nicht alleine. Aber auch ihnen sollte nicht alles erlaubt sein.

Kinder sollten auch bei Wutausbrüchen ihre Wortwahl unter Kontrolle haben. (Bild: mellevaroy/fotolia.com)
Kinder sollten auch bei Wutausbrüchen ihre Wortwahl unter Kontrolle haben. (Bild: mellevaroy/fotolia.com)

Soll Kindern die Bedeutung der Kraftausdrücke erklärt werden?
Bereits die Kleinsten werfen manchmal mit schlimmen Schimpfwörtern um sich. Dies sei zwar normal, doch auch schon Vierjährige müssen sich an gewisse Regeln halten, sagte die Leiterin der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, Maria Große Perdekamp, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Wichtig ist, auch bei kleinen Kindern nicht über Schimpfwörter zu lachen“, so der Rat der Expertin. Es sei besser mit Sätzen wie: „Es ist okay, wenn du sauer bist – aber nicht so“, zu reagieren. Man sollte ihrer Meinung nach das Kind das eigene Verhalten reflektieren lassen, beispielsweise indem man ihm sagt: „Stell‘ dir vor, jemand sagt so etwas zu dir“. Ob man dem Kind die Bedeutung solcher Kraftausdrücke erklären sollte, hängt laut Große Perdekamp vom Alter ab. So kann etwa ein Vierjähriger mit der Bedeutung des Wortes „Hurensohn“ wohl nichts anfangen. Es sei daher besser zu sagen: „Das ist ein schlimmes Wort, und es tut mir weh, wenn du das zu mir sagst.“

Eltern sollten ihren Kindern Vorbild sein
Um Wut und Stress – der häufig wütend macht -, vorzubeugen, können Eltern mit ihren Kindern Entspannung üben. Damit kann man Experten zufolge auch schon in sehr jungen Jahren beginnen. Zudem sollten die Erwachsenen den Kindern stets Vorbild sein. Sie sollten keine Schimpfwörter nutzen und ihrem Nachwuchs andere Wege aufzeigen, wie sich sich bei Frust und Wut ausdrücken können. „Die Gefühle sollten nicht unterdrückt oder verboten werden, Kinder dürfen zum Beispiel sagen „Ich bin total sauer, weil….““, so die Expertin. Allerdings müssen die Kleinen auch lernen, manches schlicht zu akzeptieren. Wenn aber ein Jugendlicher Vater oder Mutter im Streit heftig beschimpft, machen Erklärungen in den meisten Fällen keinen Sinn. Viel eher sollte dann versucht werden, die Situation zunächst zu verlassen und zu sagen: „Stopp, wir klären das später, wenn wir uns beruhigt haben.“ (ad)

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