Zähne heller machen: So funktioniert das Aufhellen

Weiße Zähne sind kein Geheimnis. Bild: Nobilior - fotolia
Sebastian
Wer kennt sie nicht, die weißen und strahlenden Zähne der Stars? Sie sind nahezu perfekt, wie zum Beispiel bei Angelina Jolie, George Clooney und Co. Die schönen Zähne verwandeln sich nicht von allein. Welche Möglichkeiten es gibt, die Zähne aufzuhellen, zeigen wir hier.
Können Zähne weiß wie Schnee sein? Nur selten können die Zähne natürlich weiß gehalten werden: Rotwein, Zigaretten oder Tee verfärben die Zähne. Eine relativ neue Methode, um die Zähne weiß zu machen, heißt „Veneers“. Der Zahnarzt kann diese anwenden.

Weiße Zähne sind kein Geheimnis. Bild: Nobilior – fotolia
Weiße Zähne sind kein Geheimnis. Bild: Nobilior – fotolia

Ideales Gebiss soll weiss und lückenlos sein
Zähne sollen weiß wie Schnee sein und sich lückenlos aneinanderreihen. Bei vielen Menschen stimmt diese Wunschvorstellung leider nicht mit der Realität überein. So sind die Zähne beispielsweise durch Tee oder Rotwein verfärbt, liegen nicht eng aneinander oder von einem der vorderen Zähne ist ein kleines Stück abgebrochen. Dagegen kann man jedoch etwas unternehmen. Beispielsweise kann der Zahnarzt mit Veneers helfen. Allerdings sind diese nicht ganz billig und können außerdem Probleme bereiten.

Form und Farbe von Zähnen verändern
„Veneer“ heißt aus dem Englischen übersetzt verblenden. Es handelt sich dabei um dünne Verschalungen für die Zähne, die individuell hergestellt werden. Sowohl Farbe als auch Form von Zähnen lassen sich damit verändern. „In aller Regel bestehen sie aus keramischen Werkstoffen“, erklärte der Zahnmediziner und Hochschullehrer Dietmar Oesterreich., wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Oesterreich ist auch Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer in Berlin. Gregor Bornes von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) ergänzte: „Veneers können aber auch aus Kunststoff gefertigt werden.“

Optischen Eindruck der Zahnfront verbessern
„Veneers werden vorrangig aus ästhetischen Gründen gewünscht“, sagte Oesterreich. Medizinische Gründe spielen also nicht immer eine Rolle. „Üblicherweise werden die vorderen Zähne mit Veneers verkleidet“, so Bornes. Dadurch kann sich der optische Eindruck der Zahnfront verbessern. Veneers sollten insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn Zähne etwa wegen der Art der Verfärbung nicht mit Bleichmitteln behandelt werden können. Oesterreich erklärte: „Veneers sollten dann verwendet werden, wenn die Zahnsubstanz noch nicht komplett zerstört und eine Krone noch nicht notwendig ist.“

Nicht für alle Menschen geeignet
Manche Menschen sollten Experten zufolge von Veneers absehen. Unter anderem diejenigen, die nachts mit den Zähnen knirschen aber auch jene, die beim Beißen zum Pressen neigen oder etwa an Bleistiften kauen. „Bei einem solchen Verhalten besteht die Gefahr, dass Veneers leicht wieder abgehebelt werden können“, erläuterte Bornes. Regina Behrendt von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf fügte an, dass die, die trotz Zähneknirschens nicht auf Veneers verzichten wollen, nachts eine Schiene tragen müssen.

Verschalungen werden auf Zähne geklebt
Mit einer speziellen Klebetechnik werden die dünnen Verschalungen mit einem Umfang von oft nur einem halben Millimeter an den Zähnen befestigt. „Vorher muss der betroffene Zahn aber meistens abgeschliffen werden“, sagte Behrendt. Bornes meinte, Veneers sollen „nicht zu dick auftragen und aussehen wie aufgelegte Fingernägel“. Schon vor Jahren haben manche Experten darauf hingewiesen, dass das Vorurteil, es ginge viel Zahnsubstanz verloren, nicht mehr gelte. Neue Veneers sind den Angaben zufolge wesentlich dünner als herkömmliche Verblendungen und werden direkt auf die Zahnoberfläche geklebt. Meist erfordert dieses verbesserte Material kein oder nur minimales Anschleifen. Dadurch wird wichtige Zahnsubstanz erhalten und Zähne werden geschont.

Patient muss Behandlung meist selbst zahlen
Nicht alle Fachleute sehen dies so unkritisch. So sagte Bornes, dass Veneers den Zähnen an die Substanz gehen – auch an die gesunde. Die Zähne werden nunmal beschliffen. „Außerdem entstehen an den Kontaktstellen zwischen Zahn und Veneer Angriffsflächen für Bakterien, so dass Zahnerkrankungen folgen können“, erklärte Behrendt. Deshalb müssen Veneers sehr sorgfältig gepflegt werden. „Der Zahnarzt sollte den Patienten aber über alles aufklären, sowohl über Risiken als über die richtige Pflege“, so Oesterreich. Die Kosten können sehr unterschiedlich ausfallen. „Sie hängen ab vom Material, Aufwand und vom Verdienstinteresse des Zahnarztes“, sagte Bornes. Nach Angaben von Oesterreich beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen nur in Ausnahmefällen an den Kosten. „Bei einem Frontzahn kann ein Veneer bis zu 1000 Euro und mehr kosten“, erklärte Behrendt. Man sollte daher unbedingt Angebotemehrerer Zahnärzte einholen und vergleichen.

Füllung oder Zahnkrone als Alternative
In der Regel halten Veneers zwischen fünf und zehn Jahren. Allerdings lassen sie sich nicht ohne weiteres wieder entfernen, sondern müssen entweder durch ein neues Veneer oder durch eine Zahnkrone ersetzt werden. „Das erfordert weitere Kosten und medizinische Eingriffe“, warnte Behrendt. Angaben von Bornes zufolge kann die Haltbarkeit von Veneers in Einzelfällen auch unter fünf Jahren liegen. Aus Sicht von Oesterreich können eine Kunststofffüllung oder eine Zahnkrone eine mögliche Alternative zu einem Veneer sein. Dies hängt aber insbesondere vom Grad der Zerstörung der Zahnsubstanz oder von der Veränderung der Zahnform oder Zahnfarbe ab. „Eine Krone ist zwar langlebig, hat jedoch einen höheren Zahnsubstanzverlust zur Folge“, so Bornes. Sie sollte erst dann gemacht werden, wenn medizinische Gründe, beispielsweise die Gefährdung des Zahnnervs, dafür sprechen.

Zähne weißer machen
„Wenn es nur darum geht, die Zähne weißer zu machen, dann reicht unter Umständen das Bleichen, auch „Bleaching“ genannt, aus.“ Die Zähne werden dabei mit chemischen Substanzen aufgehellt. „Sind die Zahnkanten stark abgenutzt, dann man kann es – ähnlich wie bei einer Füllung – auch mit Kunststoffaufbauten versuchen“, erklärte Bornes. Oesterreich betonte, dass sich Patienten vor einer Entscheidung von ihrem Zahnarzt beraten lassen sollten. Sogenannte „Whitening“-Zahncremes tragen nicht dazu bei, weißere Zähne zu bekommen. So haben Tests gezeigt, dass diejenigen, die von Natur aus keine weißen Zähne haben, auch durch Weißmacher-Zahncremes keine solchen bekommen. (sb)

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