Zahnheilkunde: Die Zähne nicht zu oft putzen

Heilpraxisnet

Zwei Mal am Tag gründlich Zähneputzen reicht aus

09.04.2015

Zähneputzen ist die wirkungsvollste Maßnahme zur Vorbeugung von Karies, Zahnfleischentzündungen und unangenehmen Zahnschmerzen. Dabei wird schon Kindern beigebracht, dass Zähne nicht oft genug geputzt werden können. Experten mahnen hier jedoch immer wieder zu Vorsicht, denn durch zu häufiges Putzen werden die Zähne geschädigt.

Häufiges Putzen greift den Zahnschmelz an
„Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen!“ So lautet der weit verbreitete Leitsatz, den schon Kinder von ihren Eltern oder Großeltern lernen. Doch ist eine häufige Zahnhygiene wirklich sinnvoll? Aus Sicht der Direktorin der Klinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Prof. Ursula Platzer, nicht. Vielmehr könne dadurch den Zähnen sogar geschadet werden. Denn wer „zehnmal täglich mit einer harten Zahnbürste putzt, der schrubbt den Zahnschmelz ab“, so die Expertin gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.

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Nach Rotwein zum Abendessen eine Stunde mit dem Putzen warten
Stattdessen sei es ausreichend, zwei Mal am Tag die Zähne gründlich zu putzen, wobei der richtige Zeitpunkt unter anderem von den Essgewohnheiten abhänge. Demnach sollte beispielsweise nach einem Glas Orangensaft zum Frühstück oder dem Rotwein am Abend etwa eine Stunde mit der Zahnreinigung gewartet werden. Der Grund: Säurehaltige Lebensmittel und Getränke greifen den Zahnschmelz an, welcher sich jedoch durch den Speichel innerhalb von 60 Minuten wieder regeneriere. Wird in dieser Zeit geputzt, droht dementsprechend eine Schädigung des Schmelzes, so Prof. Ursula Platzer weiter.

Zahnbürste spätestens alle zwei bis drei Monate auswechseln
Die richtige Technik könne am besten durch den Zahnarzt vermittelt werden, dieser sei zudem der richtige Ansprechpartner für geeignete Hilfsmittel wie Zahnzwischenraumbürsten. Grundsätzlich sollte zum Putzen laut Platzer eine Zahnbürste mit kleinem Kopf und weichen, geraden Borsten genutzt werden. Um das Zahnfleisch nicht zu verletzen, sollten diese zudem aus Kunststoff sein. Borsten aus Naturhaar sind hingegen nicht empfehlenswert, denn diese seien normalerweise hohl, wodurch sich Bakterien ungestört ansammeln und vermehren könnten, so eine Information der Universitätsmedizin Greifswald. Sobald Borsten der Zahnbürste richtig "ausgefranst" aussehen, müsse diese zudem ersetzt werden, spätestens jedoch alle zwei bis drei Monate, um die Zähne ohne viel Kraftaufwand gründlich reinigen zu können. (nr)

>Bild: Bernd Kasper / pixelio.de