Zahl der jugendlichen Raucher auf Rekordtief

Fabian Peters

Bundesdrogenbeauftragte: Immer weniger jugendliche Raucher

27.02.2011

Immer weniger Jugendliche rauchen. Den Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge haben im vergangenen Jahr nur noch 13 Prozent der Heranwachsenden im Alter zwischen 12 und 17 Jahren angegeben, dass sie rauchen – so wenig wie nie zuvor seit Beginn der entsprechenden Umfragen vor 30 Jahren.

Mehr zum Thema:

Seit 2001 hat sich der Anteil der jugendlichen Raucher mehr als halbiert, berichteten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans (FDP) am Donnerstag in Berlin. Während im Jahr 2001 noch 28 Prozent der Heranwachsenden im Alter zwischen 12 und 17 Jahren angaben, Tabak zu konsumieren, waren es im Jahr 2010 nur noch 13 Prozent. „Für die meisten Jugendlichen ist rauchen heute völlig out“,so die Bewertung der Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Prof. Dr. Elisabeth Pott, zu den aktuellen Zahlen.

Anteil der Nichtraucher unter den Jugendlichen nimmt zu
Den Angaben der BZgA und der Bundesdrogenbeauftragten nach, hat der Anteil der jugendlichen Raucher im vergangenen Jahr mit 13 Prozent den niedrigsten Stand sei Beginn der entsprechenden Studie vor 30 Jahren erreicht. Gleichzeitig sei der Anteil der absoluten Nichtraucher in den letzten Jahren stetig gestiegen, berichtete die Direktorin der BZgA. 68 Prozent der Minderjährigen hätten bei der Studie im vergangenen Jahre angegeben, noch nie in ihrem Leben eine Zigarette geraucht zu haben. Vor zehn Jahren lag der Anteil der absoluten Nichtraucher noch bei nur 41 Prozent, so die Angaben der BZgA. Heute ist „Nichtrauchen (…) in unserer Gesellschaft vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fest etabliert“, erklärte Prof. Dr. Elisabeth Pott. Als Teil des „positiven Lebensstils" sei Nichtrauchen heute nicht nur unter Jugendlichen sondern auch unter junger Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, relativ weit verbreitet, so die Direktorin der BZgA weiter. Bei den jungen Erwachsenen hat sich der Anteil der Nichtraucher den aktuellen Studienergebnissen zufolge ebenfalls deutlich reduziert – von 43 Prozent im Jahr 2008 auf 38 Prozent im Jahr 2010.

Jugendliche Raucher: Kaum Unterschiede bei Jungen und Mädchen
Die jugendlichen Raucher zeigen dabei in Bezug auf die Geschlechterverteilung nur unwesentliche Unterschiede. Von den 12- bis 17-jährigen Jungen gaben 14 Prozent an zu rauchen gegenüber 12 Prozent der Mädchen. Allerdings war bei den Mädchen in den letzten zwei Jahren einen besonders eindeutiger Rückgang von 16 auf 12 Prozent zu beobachten, wohingegen der Anteil der Raucher bei den Jungen nur um einen Prozentpunkt von 15 auf 14 Prozent sank, so die Angaben der BZgA. Hatten vor zwei Jahren noch mehr Mädchen geraucht als Jungen, waren es im vergangenen Jahr mehr Jungen, die zur Zigarette griffen, berichteten die Bundesdrogenbeauftragte und die BZgA am Donnerstag. Das Durchschnittsalter, in dem Jugendliche das erste Mal eine Zigarette rauchen, liegt den Ergebnissen der aktuellen Studie zufolge bei 14 Jahren, was ebenfalls etwas später ist als bei der Untersuchung vor zwei Jahren. Im Jahr 2008 rauchten die Jugendlichen ihre erste Zigarette im Schnitt schon mit 13,7 Jahren, in den Jahren davor mit 13,6 Jahren, erklärte die Direktorin der BZgA

Bewusstseinswandel zum Nichtrauchen
Angesichts des Rückgangs der jugendlichen Raucher zeigte sich auch Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans erfreut und wertete diesen als Erfolg der vorbeugenden Programme und intensiven Aufklärung in den vergangenen Jahren. „Der weitere Rückgang des Rauchens bei Jugendlichen zeigt, dass es langfristig gelungen ist, Kinder und Jugendliche mit den Maßnahmen der Tabakprävention zu erreichen“, betonte die Bundesdrogenbeauftragte. Dies sei ein Zeichen dafür, „dass es einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft zum Nichtrauchen gibt.“ Um den Erfolg der vergangenen Jahre zu festigen, „müssen wir die präventiven Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen weiter fortsetzen und ausbauen“, erklärte Dyckmans. „Denn viele, die in jungen Jahren nicht rauchen, werden auch als Erwachsene nicht mehr damit anfangen“, ergänzte die Direktorin der BZgA, Prof. Dr. Elisabeth Pott.

Präventionskampagne „rauchfrei“ zeigt Erfolg
Besonders Erfolg versprechend seien die Ergebnisse der seit 2003 laufenden Präventionskampagne „rauchfrei“der BZgA gewesen. Die Kampagne hatte sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren von den Vorteilen des Nichtrauchens zu überzeugen, damit sie gar nicht erst zur Zigarette greifen. Im Rahmen der Präventionskampagne werden zum Beispiel verschiedene Maßnahmen und Projekte im schulischen Bereich angeboten. Außerdem wurden Ausstiegshilfen, wie beispielsweise das Online-Ausstiegsprogramm „rauchfrei“, bereitgestellt, um die jugendlichen Raucher bei der Bekämpfung ihrer Sucht unterstützten. (fp)