Zahl der Malaria-Todesfälle deutlich niedriger

Heilpraxisnet

Zahl der Malaria-Todesfälle deutlich zurückgegangen

09.12.2014

Auch wenn noch immer jedes Jahr Hunderttausende Menschen weltweit an Malaria sterben, zeigt der Kampf gegen die Tropenkrankheit Erfolge. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, nimmt die Zahl der Todesfälle stetig ab. Allerdings bereitet die Zunahme von Resistenzen Sorge.

Todesfälle durch Malaria deutlich zurückgegangen
Die Zahl der Todesfälle durch Malaria ist weltweit deutlich zurückgegangen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf mitteilte, sind 2013 wesentlich weniger Menschen an den Folgen der durch Mücken übertragenen Tropenkrankheit gestorben, als im Jahr zuvor. Im vergangenen Jahr waren laut dem aktuellen Weltmalariareport 584.000 Menschen an der Tropenkrankheit gestorben, 40.000 Menschen weniger als noch 2012. Die Zahl der Todesopfer geht seit Jahren zurück. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich die Zahl der Malariatoten annähernd halbiert (47 Prozent). Anlässlich der Veröffentlichung des Berichts erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan: „Wir haben die richtigen Instrumente, aber wir müssen sie zu noch mehr Menschen bringen, um die bisherigen Erfolge zu verstetigen.“ Sie betonte: „Wir können den Kampf gegen Malaria gewinnen.“ Dafür seien jedoch die nächsten Jahre entscheidend.

Vermehrtes Auftreten von Resistenzen bereitet Sorge
Allerdings bereitet den Experten das vermehrte Auftreten von Resistenzen Sorge. Vor allem in Asien sind einige der Parasiten, die Malaria auslösen, nicht mehr mit gängigen Mitteln behandelbar, da sie gegenüber den Medikamenten unempfindlich geworden sind. Zudem wurde erst im vergangenen Monat berichtet, dass sich ein gefährlicher Malaria-Erreger, der bislang nur Affen befiel, im südostasiatischen Malaysia auch unter Menschen ausbreitet. Ein weiteres Problem ist, dass die weiter anhaltende Ebola-Epidemie in Westafrika die Bekämpfung von Malaria in den betroffenen Ländern stark beeinträchtigt. Man versuche derzeit dort, einem Anstieg der Todesfälle durch Malaria mit Massenmedikation entgegenzuwirken.

Neun von zehn Malaria-Toten in Afrika
Malaria gilt als eine der tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit und verursacht verschiedene, teils grippeähnliche Symptome, wie etwa hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Gliederschmerzen und kann die Organe schädigen. In besonders schweren Fällen treten Hirnschäden oder Blutarmut auf. Die Malaria tropica, die gefährlichste von mehreren Formen, kann bei Säuglingen innerhalb von Stunden zum Tod führen. Der Großteil der Menschen, bei denen die Krankheit tödlich verläuft, sind in afrikanischen Ländern zu Hause. Doch auch wenn neun von zehn Todesfällen in Afrika registriert werden, werden dort gleichzeitig derzeit die größten Fortschritte im Kampf gegen den Parasiten gemacht, der über Stiche der weiblichen Anopheles-Mücke ins Blut der Menschen gerät. So starben im Jahr 2013 in Afrika insgesamt 54 Prozent weniger Menschen an der Krankheit als noch im Jahr 2000. Und obwohl auf dem Kontinent heute 43 Prozent mehr Menschen leben als im Jahr 2000, ist die Zahl der Infizierten mit 128 Millionen Menschen 2013 um ein Viertel geringer als damals.

Moskitonetze schützen
Ein wirksamer Schutz vor Malaria ist, sich Mücken vom Leib zu halten. So wird auch für die positive Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent der Umstand verantwortlich gemacht, dass mehr Menschen Moskitonetze zum Schutz vor Insekten verwenden. Im vergangenen Jahr hat den Angaben zufolge fast jeder zweite Afrikaner ein mit Insektizid behandeltes Moskitonetz benutzt, während zehn Jahre zuvor nicht einmal einer von 33 Afrikanern ein solches Netz besessen habe. Wissenschaftler der Uni Durham in Großbritannien haben gleichzeitig zum WHO-Bericht im Fachmagazin „The Lancet“ eine Studie veröffentlicht, die zeigte, dass das Besprühen der Netze zum Schutz afrikanischer Kinder vor Malaria nicht zwingend nötig ist und es ausreiche, wenn die Kinder konsequent darunter schliefen. Wie Fachkollegen in einem Kommentar dazu schreiben, seien jedoch weitere Studien in verschieden stark von Malaria betroffenen Regionen nötig, um endgültig zu belegen, dass das Spray zusätzlich keinen Effekt habe. Wie die WHO weiter berichtet, sind in Afrika neben Moskitonetzen auch Medikamente und Schnelltests zur Diagnose inzwischen für mehr Menschen verfügbar und dies habe ebenfalls dazu beigetragen, die Krankheit zurückzudrängen. Es wurde jedoch angemahnt, dass für eine anhaltend erfolgreiche Bekämpfung mehr Mittel nötig seien. So fehlten im Kampf gegen Malaria bislang noch über 2,5 Millionen US-Dollar. (ad)

Bild: Walter Eberl / pixelio.de