Zahl der Masern-Todesfälle stark gesunken

Sebastian

WHO meldet weniger Masern-Fälle

11.02.2014

Nach einer aktuellen Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gingen die Todesfälle durch Masern stark zurück und haben einen neuen Tiefstand erreicht. Die WHO ist mit der Entwicklung jedoch nicht vollständig zufrieden, denn noch immer sterben zu viele Menschen an dem Virus.

Rückgang um 78 Prozent
Im Jahr 2012 hat die weltweite Zahl der Maserntoten einen neuen Tiefstand erreicht. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, seien in diesem Jahr 122.000 Menschen an der Virusinfektion gestorben. Im Jahr 2000 waren es noch 562.400 Tote, das entspricht einem Rückgang um rund 78 Prozent. Der WHO zufolge verringerte sich zudem die Zahl der weltweit registrierten Masernausbrüche in dieser Zeit um 77 Prozent. Laut dem Bericht in ihrem „Weekly Epidemiological Report“ konnten in diesem Zeitraum 13,8 Millionen Todesfälle durch Impfungen verhindert werden.

Eine Milliarde Kinder geimpft
Die gesunkenen Zahlen seien auf die weltweit sehr hohe Durchimpfungsrate zurückzuführen. Wie es in einer Pressemitteilung hieß, erhielten etwa 84 Prozent der Kinder im ersten Lebensjahr eine Routineimpfung. In insgesamt 145 Ländern weltweit wird zudem zur Sicherstellung der Immunität eine zweite Impfdosis ausgegeben. Zusätzlich zu diesen Routineimpfungen seien zudem im Jahr 2012 etwa 145 Millionen Kinder bei Massenimpfungen immunisiert worden. Zusammengenommen seien seit dem Jahr 2000 weltweit eine Milliarde Kinder geimpft worden. Diejenigen, die geimpft sind, könnten die Krankheit nicht mehr weiter verbreiten.

Kombinierte Masern-Mumps-Impfung
In Deutschland kann man sich mittlerweile mit einem Vierfach-Impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken impfen lassen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) kam es 2013 bundesweit zu insgesamt 1772 Masernerkrankungen. Für Deutschland stellt das die stärkste Krankheitswelle seit sieben Jahren dar. Mit 790 Fällen wurde in Bayern sogar ein Höchststand seit 2002 erreicht. Grund dafür sei vor allem die Impfmüdigkeit einiger Eltern. Neben den typischen roten Hautflecken ruft Masern auch Fieber und einen sehr schlechten und geschwächten Allgemeinzustand hervor. Masern sind keine einfache Kinderkrankheit, sondern sie trifft auch Erwachsene.

Masern nur auf amerikanischem Kontinent ausgerottet
Auch wenn die Zahlen der gemeldeten Erkrankungen international zurückgehen, so gibt es immer noch Länder, in denen dies nicht oder kaum bemerkbar ist. Im Jahr 2012 meldete etwa die Demokratische Republik Kongo 72.029 Fälle, Indien18.668 Fälle, Indonesien 15.489 und die Ukraine 12.746 Fälle. In insgesamt fünf der sechs WHO-Regionen (Afrika, Südostasien, Europa, Amerika, Ost-Mediterran und West-Pazifik) kam es zu Masernausbrüchen in größerem Umfang. Masern gelten nur auf dem amerikanischen Kontinent als ausgerottet, doch auch dort komme es immer wieder zu Importen von Erkrankungen aus anderen Regionen. Viele Länder, inklusive Deutschland, erreichten zudem ihre Impfziele nicht zum ursprünglich vereinbarten Zeitpunkt.

Masern bleiben eine weltweite Bedrohung
Im Jahr 2012 haben insgesamt 194 Länder dem Global Vaccine Action Plan zugestimmt, um die Masern weltweit einzudämmen. Unter anderem sieht dieser Plan vor, dass die Zahl der Maserntoten bis Ende 2015 um mindestens 95 Prozent zurückgehen soll. Die Grundlage hierfür sind die Daten aus dem Jahr 2000. Zudem sollen die Masern in mindestens fünf der sechs WHO-Regionen bis Ende 2020 ausgerottet werden. 120.000 Tote in einem Jahr sind immer noch viel zu viel für eine Krankheit, die sich eigentlich leicht ausrotten ließe. Die Mitteilung der WHO klingt nicht gerade positiv: „Masern bleiben eine weltweite Bedrohung.“ (sb)

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