Zahl der Masernfälle ist gestiegen – Gesundheitsministerin kritisiert Impfgegner

Alfred Domke

Gestiegene Zahl der Masernfälle: Gesundheitsministerin mahnt Impfgegner

Zwar werden Masern von manchen Menschen noch immer als harmlose Kinderkrankheit abgetan, doch die Infektionskrankheit befällt auch Erwachsene. In Bayern ist die Zahl der Masernfälle in diesem Jahr wieder leicht gestiegen. Die Gesundheitsministerin des Freistaats mahnt Impfgegner.

Mehr Masernfälle in Bayern

Die Zahl der Masernfälle in Bayern ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Darauf wies die Gesundheitsministerin des Freistaats, Melanie Huml, hin und warb zugleich für Schutzimpfungen. „Die Entwicklung bei den Masern-Fällen zeigt, dass es weiter Impflücken in der Bevölkerung gibt. Es ist wichtig, sich und andere Menschen zu schützen – vor allem Säuglinge und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die selbst nicht geimpft werden können. Das sollten auch Impfgegner bedenken“, so die Ministerin.

Die Zahl der Masernfälle in Bayern ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Diese Entwicklung zeige, dass es noch immer Impflücken in der Bevölkerung gibt. Die Gesundheitsministerin des Freistaats mahnt Impfgegner. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)

Infektion kann tödlich enden

„Masern sind hochansteckend. Außerdem kann diese Krankheit einen sehr schweren Verlauf nehmen. In vielen Fällen ist sogar ein Krankenhausaufenthalt nötig. Es kann zu gravierenden gesundheitlichen Spätfolgen kommen“, mahnte Huml.

Übertragen wird die Infektionskrankheit per Tröpfchen-Infektion.

Sie beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Husten und Schnupfen. Später folgt der charakteristische Hautausschlag.

Ganz allgemein schwächen Masern das Immunsystem. Als Folge davon kann es unter anderem zu Bronchitis, Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung kommen. In seltenen Fällen kann die Infektion tödlich enden.

Gefährlich ist die Krankheit vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.

Meldepflichtige Erkrankung

Masern sind eine nach Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung. Bis zum 18. Dezember 2017 sind in Bayern 51 Masernfälle gemeldet worden (1. bis 50. Meldewoche). Im Vergleichszeitraum 2016 waren es 32 Fälle, im gesamten Jahr 2016 insgesamt 33 Fälle.

Mit Blick auf die Jahre davor zeichnet sich aber ein rückläufiger Trend ab. So wurden im Jahr 2015 im gleichen Zeitraum insgesamt 165 Masernfälle registriert, im Jahr zuvor 113 und im Jahr 2013 waren es 775 Fälle.

Allerdings kann es nach Expertenansicht immer wieder auch zu Jahren mit höheren Masernzahlen kommen.

Diskussionen über Impfpflicht

Im Zusammenhang mit der Krankheit wird immer wieder über eine mögliche Masern-Impfpflicht in Deutschland diskutiert.

In Italien wurde eine solche vor wenigen Monaten per Gesetzesbeschluss eingeführt.

Von einer Mehrheit der Deutschen würde eine solche Maßnahme begrüßt werden, zahlreiche Experten sind jedoch dagegen. Sie setzen eher auf Aufklärung statt Impfpflicht.

Impfschutz auch für Erwachsene

In Deutschland wird die Masernimpfung für Kinder ab dem elften Lebensmonat empfohlen, für Säuglinge in einer Kindertagesstätte schon ab dem neunten Monat.

Die Impfquote bei den Schulkindern in Bayern liegt laut dem Gesundheitsministerium mittlerweile bei über 91 Prozent.

Auch Erwachsene sollten gegebenenfalls ihren Masern-Impfschutz überprüfen.

Der Ministerin zufolge „gibt es gerade bei jungen Erwachsenen noch Impflücken. So sollten alle Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, ihren Impfausweis überprüfen“, so Huml.

„Denn nur wer in der Kindheit zweimal oder im Erwachsenenalter einmal gegen Masern geimpft ist, besitzt einen vollständigen Schutz“, erklärte die Gesundheitsministerin, die darauf verwies, dass eine Ansteckung mit der Infektionskrankheit „dank der Impfung vermeidbar“ ist. (ad)