Zahlreichen Kliniken droht die Insolvenz

Fabian Peters

Krankenhaus Rating Report sieht Insolvenzgefahr bei rund 300 Kliniken

15.06.2012

Zahlreichen Krankenhäusern droht aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die Schließung. Etwa 300 Kliniken seien aus wirtschaftlichen Gründen nicht dazu in der Lage ihren Betrieb auch in den kommenden Jahren aufrechtzuerhalten, so die Kernaussage in dem „Krankenhaus Rating Report 2012“, dessen Ergebnisse auf dem „Hauptstadtkongress 2012 – Medizin und Gesundheit“ in Berlin vorgestellt wurden.

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Bereits Anfang des Jahres hatte der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Krankenversicherung, Barmer GEK, die hohe Anzahl der Krankenhäuser und Klinikbetten als einen der Gründe für die überhöhten Kosten im deutschen Gesundheitssystem bezeichnet und auch die Schließung von Krankenhäusern thematisiert. Der „Krankenhaus Rating Report“ kommt nun zu dem Ergebnis, dass sich die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser seit 2010 deutlich verschlechtert hat und derzeit für 15 Prozent der rund 2050 Klinken eine Insolvenzgefahr bestehe. Damit droht rund 300 Krankenhäusern in den kommenden Jahren das Aus, sollte sich ihre finanzielle Lage nicht grundlegend verbessern.

Insolvenzgefahr bei kleinere Kliniken besonders hoch
Besonders gefährdet sind laut Aussage des „Krankenhaus Rating Reports“ kleine Kliniken mit niedrigem Spezialisierungsgrad. Auch bestehen deutliche regionale Unterschiede bezüglich der wirtschaftlichen Situation der Kliniken. So stehen die Krankenhäuser in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland besonders gut dar, wohingegen die Krankenhäuser in Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bremen die größten Schwierigkeiten haben. Bezogen auf die Trägerschaft der Kliniken zeigt der „Krankenhaus Rating Report“ tendenziell größere finanzielle Probleme bei den öffentlich-rechtlichen Kliniken, während die freigemeinnützigen oder privaten Krankenhäuser deutlich besser dastehen. 18 Prozent der öffentlich-rechtlichen Klinken schreiben demnach rote Zahlen, wohingegen lediglich neun Prozent der freigemeinnützigen und zwei Prozent der privaten Kliniken entsprechende Probleme aufweisen. Ein Zusammenhang bestehe auch zwischen der Wirtschaftlichkeit und der Versorgungsqualität in den Krankenhäusern., so eine weitere Aussage des Reports. (fp)

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