Zahnärzte: Pflegebedürftige haben oft Karies

Heilpraxisnet

Zahnärzte wollen sich mehr um Pflegebedürftige kümmern

07.09.2014

Bei Senioren, die pflegebedürftig sind, ist die Zahngesundheit oft deutlich schlechter als bei der übrigen Bevölkerung. Die Zahnärzte in Deutschland wollen sich nun stärker um die immer zahlreicheren Pflegebedürftigen mit Zahnerkrankungen kümmern.

Betroffene können sich oft selbst nicht mehr um ihre Zähne kümmern
Die Zahnärzte in Deutschland wollen sich stärker um die immer zahlreicheren Pflegebedürftigen mit Zahnerkrankungen kümmern. Laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) nehmen bei diesen Menschen Krankheiten wie Karies und Parodontitis zu, da sie im Vergleich zu früher noch mehr natürliche Zähne haben. Allerdings können sich die Betroffenen oft selbst nicht mehr um ihre Zähne kümmern oder zum Zahnarzt gehen. Die KZBV will nun den Weg für mehr Zahnärzte in Pflegeheimen frei machen.

Zahngesundheit von Senioren häufig deutlich schlechter
Der Vorstandsvorsitzende der KZBV, Wolfgang Eßer, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa in Berlin: „Die Zahngesundheit älterer Menschen mit Pflegebedarf und von Menschen mit Behinderungen ist häufig deutlich schlechter als die der übrigen Bevölkerung.“ So sind Krankheiten am Zahnhalteapparat der KZBV zufolge "unter den Senioren am weitesten verbreitet – und zwar zuletzt deutlich zunehmend". Für Wurzelkaries gelte ähnliches, wie Studien zeigten. Zudem "seien Menschen mit Behinderung höheren entsprechenden Risiken ausgesetzt".

Mit zunehmendem Alter nimmt Durst und Speichelfluss ab
Auf ein weiteres Problem bezüglich der Zahnprobleme von Senioren haben verschiedene Experten bereits in der Vergangenheit aufmerksam gemacht. Neben der täglich durchgeführten Zahnreinigung und Pflege sei es besonders wichtig, regelmäßig und ausreichend zu trinken. Doch vor allem ältere Menschen verspüren mit zunehmenden Alter weniger Durst und sind daher von einer inneren Austrocknung bedroht. Eine genügende Flüssigkeitszufuhr ist aber wichtig, um Beschwerden wie „trockener Mund“ zu beheben. Neben dem Durst lässt auch der Speichelfluss im Alter nach. Diese Kombination wirkt sich schädlich auf die Mundhygiene aus, da der Speichel für die natürliche Reinigung der Zähne und für die Neutralisierung von schädlichen Säuren verantwortlich ist. Zudem repariert Speichel auch defekten Zahnschmelz.

Möglichkeiten in den beiden vergangenen Jahren verbessert
Wie Eßer sagte, könnten Betroffene durch bessere Pflege und Vorbeugung unterstützt werden. So sieht ein Konzept der Zahnmediziner einen Anspruch etwa auf Vorsorge und Zahnreinigung vor. Die Möglichkeiten für Zahnärzte, Hausbesuche bei Menschen zu machen, die nicht in die Praxis kommen können, seien in den vergangenen zwei Jahren bereits verbessert worden. Eßer erläuterte weiter, dass Heimbewohnern mehr Zusammenarbeit von Zahnärzten und Pflegepersonal helfen könne. Der KZBV zufolge fehlen dazu aber noch oft die dafür nötigen Verträge zwischen Heimen und Ärzten. Die regionalen Kassenzahnärztlichen Vereinigungen hätten demnach die Aufgabe, diese zu vermitteln, so dass die Pflegeheime in Deutschland flächendeckend eigene Kooperationszahnärzte bekämen. (ad)

Bild: Jerzy Sawluk / pixelio.de