Zahnärzte vertrösten Patienten aufs nächste Jahr

Heilpraxisnet

Zahnärzte vertrösten Patienten aufs nächste Jahr. Weil die Krankenkassen Budgets für Zahnbehandlungen aufgebraucht sind, werden in vielen Bundesländern die Termine erst für das nächste Jahr vergeben. Die Leidtragenden sind die Versicherten.

Bei einer Vielzahl von gesetzlichen Krankenkassen sind bereits die Budgets für Zahnarztbehandlungen aufgebraucht. Für viele Kassenpatienten könnte es in diesem Jahr eng werden, es ist zu befürchten, dass sie auf das nächste Jahr vertröstet werden. Nach Angaben der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hätten viele Zahnärzte ihre Budgets schon aufgebraucht und müssten Behandlungen in das nächste Jahr verlegen.

Hunderttausende gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland erhalten möglicherweise in diesem Jahr keinen Termin mehr bei ihrem Zahnarzt. Das berichtet die „Bild“ und beruft sich dabei auf Angaben der Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV). In fast allen Bundesländern würden Zahnarztpraxen Patienten abweisen und Termine erst für das nächste Jahr vergeben. Der Grund hierfür sind die bereits aufgebrauchten Budgets für Zahnarztbehandlungen, so der Chef der Kassenzahnärtzlichen Bundesvereinigung, Jürgen Fedderwirtz. Viele Mediziner würden bereits auf eigene Kosten behandeln, um ihre Patienten nicht abweisen zu müssen. Akute Notfälle, wie starke Zahnschmerzen, werden auch weiterhin behandelt.

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Laut „Bild“ sind von den eingeschränkten Behandlungen vor allem Versicherte der Allgemeinen Ortskrankenkassen AOK Berlin und Brandenburg sowie der Bundesknappschaft in Bayern betroffen. Allein in Berlin wurde das Budget mit rund 12,5 Prozent (7,6 Millionen Euro) überzogen, obwohl das Jahr noch etwa zwei Monate andauert. Die AOK Berlin zeigte sich angesichts der Situation gelassen. "Notfälle müssen in jedem Fall behandelt werden", so die AOK. Wenn es aus zahnärztlicher Sicht vertretbar ist, könnten die Mediziner die Behandlungen in das kommende Jahr verlegen, so der vermeintliche Lösungsvorschlag der Krankenkasse. Das Problem betrifft nicht nur Versicherte in Berlin oder Brandenburg. Auch der größte Teil der Kassenpatienten der Innungskrankenkasse IKK muss damit rechnen, in diesem Jahr keinen Termin für eine Zahnbehandlung zu erhalten.

In diesem Zusammenhang fordert die Kassenzahnärztliche Vereinigung in Berlin (KZV) für das kommende Jahr höhere Budgets für Zahnbehandlungen, um derartige Situationen künftig zu verhindern. Die Berliner Vereinigung verwies darauf, dass andere AOK Kassen in Berlin oder Baden-Württemberg einfach zum Teil die Budgets wieder auffüllen, damit die Patienten weiterhin versorgt werden können. (02.11.2010, sb)