Familien: Zappelige Kinder benötigen konkrete Vorschläge

Fabian Peters
Konkrete Vorschläge können zappelige Kinder zur Ruhe bringen

Viele Eltern stoßen im Rahmen der Kindererziehung mitunter auf ihre Grenzen, insbesondere wenn ihre Kinder voller Energie, ständig unruhig und zappelig sind. Hier bietet die Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) Jugendlichen und Eltern schnell, anonym und professionell Unterstützung. Gegen das Gezappel und Gehibbel können allerdings auch kleine Änderungen im Alltag bereits helfen, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“ unter Berufung auf Ulric Ritzer-Sachs von der bke-Onlineberatung.

Die Eltern besonders unruhiger Kinder sollten sich laut Aussage des Experten fragen, wie die Freizeit des Kindes aussieht und gegebenenfalls konkrete Beschäftigungstipps geben. „Vor dem Bildschirm kann es keine überschüssige Energie abbauen“, wird Ulric Ritzer-Sachs von der Nachrichtenagentur „dpa“ zitiert. Ausgiebiges Rumtoben und ausreichend Aufenthalt im Freien sollten möglichst jeden Tag sichergestellt sein. Hier sind auch die Eltern gefragt. Wenig erfolgversprechend bleiben indes Ansagen wie „Jetzt sei doch mal ruhig“, so Ritzer-Sachs weiter. Mit diesen könnten die Kinder nicht viel anfangen. Abhilfe würden hingegen „möglichst konkrete Vorschläge bieten“.

Kinder-Vorschläge

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Im Zweifelsfall zu Kinderarzt
So könnten die Eltern ihren Kindern zum Beispiel den Vorschlag unterbreiten, sich hinzusetzen und für zehn Minuten ein Buch zu lesen oder ein Bild zu malen, empfiehlt Ritzer-Sachs gegenüber der „dpa“. Ob die Kinder dies schaffen, hänge auch von ihrem Alter ab, berichtet der Experte weiter. Hier gelte „grundsätzlich die Faustregel, dass Kinder pro Lebensjahr etwa eine Minute still sitzenbleiben können“. Wippen Kinder beispielsweise beim Erledigen der Hausaufgaben auf dem Stuhl oder wechseln sie alle fünf Minuten ihre Sitzposition, sollten die Eltern dies laut Aussage von Ritzer-Sachs einfach hinnehmen. „Wenn das Aufgabenmachen trotzdem funktioniert, ist alles wunderbar“, wird der Experte von der „dpa“ zitiert. Im Zweifelsfall könnten Eltern bei dem Gefühl, dass ihr Kind auffallend zappelig und unruhig ist, zudem einen Kinderarzt um Rat fragen.

Beratungsangebot für Eltern und Kinder
Seit 2004 haben sich knapp 66.000 Jugendliche und Eltern an die bke-Onlineberatung gewandt, wobei Themen wie Mobbing, Süchte, Streit in der Familie oder Scheidungen besonders häufig waren. Aber „auch tabuisierte Themen wie Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen lassen sich online oft leichter ansprechen als in der Vor-Ort-Beratung“, berichtet die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Verfügbar ist das bundesweite Beratungsangebot unter www.bke-beratung.de oder über die App „bke-beratung“, wobei Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren sowie Eltern minderjähriger Kinder kostenlos auf die Beratung zurückgreifen können. (fp)

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