Zecken: Anstieg von Borreliose-Fällen

Heilpraxisnet

Zecken: Kontinuierlicher Anstieg von Borreliose-Fällen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Am Montag veröffentlichte das Robert-Koch Institut in Berlin die aktuelle Datenanalyse zur Situation der Lyme-Borreliose aus den Jahren 2007-2009 in den östlichen Bundesländern.

17.175 Borreliose-Fälle im Osten gemeldet
Die Zahl der Erkrankungsfälle belief sich danach von 2007 bis 2009 in den meldepflichtigen Ländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf insgesamt 17.175. Dabei bestanden in der geografischen Verteilung der Fallzahlen sichtbare Unterschiede. Während 2007 und 2009 Brandenburg die meisten Fälle zu melden hatte, war 2008 Sachsen das Bundesland mit den meisten Neuerkrankungen. Kontinuierlich stiegen die Zahlen in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg.

Mehr zum Thema:

In Deutschland gilt die Lyme-Borreliose als die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Bei der Zecke handelt es sich um den Holzbock, der in bestimmten Gebieten Deutschlands auch die akut verlaufende Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) überträgt.

Beschwerden treten oft erst Jahre nach Zeckenbiss auf
Die Borreliose kann mit grippeähnlichen Symptomen verlaufen, typisch ist die sogenannte Wanderröte, die um den Einstich herum ringförmig und rötlich bis blau getönt auftreten kann. In späteren Stadien, die z.T. erst Jahre nach dem Zeckenstich mit merklichen Symptomen einhergehen können, kommt es mitunter zu Lähmungen einzelner Nerven sowie zu Muskel- und Gelenkbeschwerden (Lyme-Arthritis). Zuletzt überwiegen Störungen des Nervensystems, man spricht von einem Post-Lyme-Disease-Syndrom (PLDS). Hier sorgen die freigesetzten Nervengifte der Erreger für eine Symptomvielfalt, die sich von Müdigkeit über Depression bis hin zu Herzkrankheiten erstreckt, deren Ursache häufig zunächst nicht in einem längst vergessenen Zeckenstich gesucht wird.

Vorsorge, Antiobiotikatherapie und Toxinausleitung
Es gibt keinen Impfstoff zum Schutz gegen die Borreliose, besonders in der Zeit von Juni bis September sollte auf angemessene Bekleidung geachtet werden. Desweiteren verhindern sorgfältige Untersuchungen des ganzen Körpers nach dem Aufenthalt im Freien das „Festbeißen“ der kleinen Holzböcke.

Therapeutisch stehen konventionell Antibiotika zur Verfügung, die nach gesicherter (Labor-) Diagnose einmalig über 21-30 Tage zum Einsatz kommen sollten. Bei anhaltenden Beschwerden, vor allem bei chronischen Gelenk- und Nervenbeschwerden des PLDS, eignen sich medikamentöse Konzepte aus dem Spektrum der Naturheilkunde. Dabei stehen zumeist die Mobilisierung und Ausleitung der verantwortlichen Gifte (v.a. Neurotoxine) über Leber, Niere, Darm und Lymphe als zentrale Entgiftungsorgane im Vordergrund. (Dipl.Päd. J. Viñals Stein, Heilpraktikerin, 30.03.2010)