Zeitpunkt für Grippeimpfung nicht immer gut

Astrid Goldmayer

Was Sie über die Grippeimpfung wissen sollten

29.11.2013

Viele Menschen denken derzeit über eine Grippeimpfung nach. Mediziner raten in der Regel bereits im Herbst zu dieser Schutzmaßnahme, da die Immunisierung zwei Wochen benötigt bis sie wirksam wird. Für gewöhnlich tritt die Grippewelle erst um den Jahreswechsel auf, so dass noch ausreichend Zeit zum Aufbau des Impfschutzes besteht. Ob eine Grippeimpfung sinnvoll ist, muss jeder selbst entscheiden. Denn eine Impfung kann auch Nebenwirkungen haben.

Bestimmten Personengruppen wird zur Grippeimpfung geraten
Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut (RKI) rät grundsätzlich allen Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Kranken sowie Bewohnern von Alters- oder Pflegeheimen zur Grippeimpfung. Bei diesen Personengruppen sei ein schwerer Krankheitsverlauf keine Seltenheit, erläutert Professor Elisabeth Pott von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Darüber hinaus rät die Stiko Menschen zu einer Grippeimpfung, die beruflich in der Pflege arbeiten oder häufig mit Personen mit hohem Infektionsrisiko in Kontakt kommen.

Ärzte raten diesen Personengruppen im Idealfall zu einer Impfung im Herbst, da zu diesem Zeitpunkt das Risiko, sich mit der echten Grippe anzustecken, noch sehr gering ist. Ob auch jetzt noch eine Grippeimpfung sinnvoll ist, beantwortet Pott eindeutig: „Ja, auf alle Fälle lohnt es sich. Vorzugsweise sollte man sich im Oktober und November impfen lassen, aber es ist immer sinnvoll, sich noch vor Beginn der Grippewelle impfen zu lassen." Meist beginnt die saisonalen Grippe um den Jahreswechsel und erreicht im Februar ihre Hochphase. „Es dauert nach der Impfung etwa 14 Tage, bis der volle Schutz aufgebaut ist", berichtet Pott. „Es wird daher empfohlen, nicht zu warten, bis die Grippewelle da ist." Anderenfalls riskiere man, sich bereits angesteckt zu haben.

Für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren ist der Expertin zufolge seit der letzten Grippe-Saison ein Lebendimpfstoff in Form eines Nasensprays zugelassen. Laut Stiko sei dieser vor allem für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren sinnvoll, da er besser wirke als der Totimpfstoff.

Unerwünschte Nebenwirkungen und Risiken der Grippeimpfung
„Grundsätzlich ist die Impfung gut verträglich", erklärt Pott. „Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten." Es würden aber gelegentlich Rötungen um die Einstichstelle herum auftreten. Zudem könnten sich bei frisch Geimpften Beschwerden wie Müdigkeit, leichte Muskelschmerzen und ein Frösteln zeigen.

Gegner der Grippeimpfung weisen auf weitere Nebenwirkungen der Grippeimpfung hin. Da die Impfmittel neben den Wirkstoffen auch aus Konservierungsstoffen auf Basis von Formaldehyd und Quecksilberverbindungen bestehen, können schwere Allergien und Unverträglichkeiten auftreten. Das Ansteckungsrisiko könne zudem auch durch einfache hygienische Maßnahmen reduziert werden, argumentieren viele Vertreter von Naturheilverfahren. So sind regelmäßiges Händewaschen, Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Einmaltaschentuch ohnehin effektive Maßnahmen, um sich vor Infektionen zu schützen.

Als weiteres Argument führen Impfkritiker den nicht 100-prozentigen Schutz der Grippeimpfung an. Da der Grippevirus ständigen Mutationen unterliegt, kann eine Grippe durch eine saisonale Impfung nie vollständig ausgeschlossen werden, denn diese kann immer nur vor dem aktuellen Virustyp schützen. Eine Grippeimpfung schützt zudem nur vor dem Grippeerreger. Das bestätigt auch Pott: „Man ist nicht weniger anfällig dadurch für Infekte.“ (ag)

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