Zika-Virus: Forscher entdecken wirksame Zita-Antikörper

Das gefährliche Zika-Virus, das für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht wird, ist derzeit in rund 60 Ländern aktiv. Forscher haben nun wirksame Antikörper gegen den Erreger entdeckt. Dadurch steigt die Hoffnung auf einen möglichen Impfstoff. (Bild: arcyto/fotolia.com)
Alfred Domke
Forscher entdecken wirksame Antikörper: Hoffnung auf Zika-Impfstoff
Gegen das gefährliche Zika-Virus, das in Verdacht steht, Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verursachen zu können, gibt es bislang keinen Impfstoff. Doch das könnte sich womöglich bald ändern. Forscher haben nun wirksame Antikörper gegen den Erreger entdeckt.

Millionen Menschen mit Zika infiziert
Zwar hatten Forscher kürzlich auch vor einer möglichen Zika-Virus-Epidemie rund ums Mittelmeer gewarnt, doch der Erreger ist vor allem in Ländern Süd- und Mittelamerikas verbreitet. Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Krankheitserreger in 60 Ländern und Hoheitsgebieten aktiv, die meisten von ihnen liegen auf dem amerikanischen Doppel-Kontinent. So sind allein in Brasilien rund anderthalb Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert, der unter anderem für tausende Fälle von Mikrozephalie bei Babys verantwortlich gemacht wird. Die Kinder werden dabei mit einem ungewöhnlich kleinen Kopf geboren, was zu Hirnfehlbildungen führen kann. Bislang ist nicht eindeutig belegt, dass das Virus der Auslöser dafür ist. Neusten Erkenntnissen zufolge könne der Erreger aber auch für Erwachsene eine Bedrohung sein, wie Forscher im „New England Journal of Medicine“ berichteten. Mittlerweile gibt es erste Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen das gefährliche Zika-Virus.

Das gefährliche Zika-Virus, das für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht wird, ist derzeit in rund 60 Ländern aktiv. Forscher haben nun wirksame Antikörper gegen den Erreger entdeckt. Dadurch steigt die Hoffnung auf einen möglichen Impfstoff. (Bild: arcyto/fotolia.com)
Das gefährliche Zika-Virus, das für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht wird, ist derzeit in rund 60 Ländern aktiv. Forscher haben nun wirksame Antikörper gegen den Erreger entdeckt. Dadurch steigt die Hoffnung auf einen möglichen Impfstoff. (Bild: arcyto/fotolia.com)

Forscher entdecken wirksame Antikörper
Europäische Forscher haben bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Zika-Virus nach eigenen Angaben wirksame Antikörper entdeckt. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten, hätten die Antikörper in menschlichen Zellkulturen das Virus wie auch das verwandte Dengue-Virus „neutralisiert“. Das könnte zur „Entwicklung eines universellen Impfstoffs“ gegen beide Viren führen, doch dahin sei es noch ein weiter Weg. Den Angaben zufolge stammen die Antikörper von Menschen, deren Immunsystem nach einer Dengue-Infektion solche Proteine entwickelt hatten. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP sagte Studien-Coautor Felix Rey vom französischen Pasteur-Institut: „Wir hätten nie gedacht, dass das Dengue-Virus und das Zika-Virus sich so sehr ähneln, dass gegen das Dengue-Virus gebildete Antikörper auch das Zika-Virus so wirksam neutralisieren können“.

Forscher warnen vor überzogenen Hoffnungen
Nach Angaben der Forscherin Juthathip Mongkolsapaya vom Imperial College London seien erstmals „sehr kraftvolle Antikörper“ gegen Zika entdeckt worden. Rey warnte jedoch vor überzogenen Hoffnungen auf die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes: „Es muss noch viel getan werden, unter anderem klinische Versuche. Das könnte einige Zeit dauern.“ Die Wissenschaftler machten aber auch eine beunruhigende Entdeckung: Während der menschliche Körper nach einer Dengue-Infektion zwei auch gegen Zika wirksame Antikörper-Arten entwickelt, scheinen die meisten anderen gebildeten Proteine eine Vermehrung der Zika-Viren zu fördern. Der an der Forschung beteiligte Gavin Screaton vom Imperial College London erklärte, dass eine frühere Dengue-Erkrankung womöglich auch das Risiko einer Zika-Infektion erhöhen könne. „Das könnte erklären, warum der derzeitige (Zika-)Ausbruch so heftig ist, und warum er Regionen getroffen hat, in denen es Dengue gibt.“ Die Erkenntnisse der Studie wurden im Fachjournal „Nature Immunology“ publiziert. Rey, der an beiden Fachartikeln beteiligt war, sagte: „Beide Studien ergänzen sich“. Er erklärte: „Sie zeigen, dass es sehr wichtig ist, dass der künftige Impfstoff die richtigen Antikörper verwendet und auf die Achillesferse des Virus zielt.“ (ad)

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