Zu hoher Salzgehalt in abgepacktem Brot

Fabian Peters

Verbraucherzentrale NRW: Zu viel Salz im Brot

18.10.2012

Abgepacktes Brot enthält oftmals deutlich zu viel Salz, so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW). Der hohe Salzgehalt könne ich nachteilig auf die Gesundheit auswirken, warnen die Verbraucherschützer.

Mehr zum Thema:

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Höchstmenge Salz pro Tag liegt bei maximal sechs Gramm. Bei Verzehr des industriell gebackenen Brots wird dieser Wert jedoch schnell überschritten, so das Ergebnis der aktuellen Untersuchung der Verbraucherzentrale NRW. Für die Gesundheit kann de erhöhte Salzaufnahme erhebliche Nachteile mit sich bringen. „Ein übermäßiger Konsum von Kochsalz ist Gift für den Blutdruck und erhöht das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen.“, berichtet die Verbraucherzentrale.

Brot liefert bis zu zwei Drittel der Tageshöchstmenge Salz
Der hohe Salzgehalt ist laut Mitteilung der Verbraucherzentrale NRW nicht nur bei Brot, sondern bei den meisten verarbeiteten Lebensmitteln ein Problem. Den Verbrauchern sei der hohe Salzgehalt der konsumierten Lebensmittel dabei oftmals überhaupt nicht bewusst. Von den untersuchten 274 Broten aus industrieller Herstellung (67 Weizenbrote und -brötchen, 65 Weizen-/Roggenmischbrote, 30 Mehrkornbrote, 98 Vollkornbrote und 14 Pumpernickelbrote) enthielten 213 mehr als zwei Gramm Salz je Tagesration. „Wer pro Tag drei bis vier Scheiben von abgepacktem Brot aus dem Supermarkt oder vom Discounter verzehrt, nimmt mit dieser Menge“ unter Umständen „bereits zwei Drittel der empfohlenen Tagesdosis an Salz zu sich“, so die Mitteilung der Verbraucherzentrale NRW. Dabei ist der Aufstrich, wie Wurst oder Käse, noch nicht mitgerechnet.

Nur wenige Brote mit niedrigem Salzgehalt
Bei elf abgepackten Broten aus dem Weizen-, Misch- und Mehrkornsortiment erreichte der Salzgehalt laut Angaben der Verbraucherschützer sogar „drei Gramm pro Tagesportion.“ Nur die Vollkornvarianten haben der Verbraucherzentrale NRW zufolge verträglicher abgeschnitten. Hier war lediglich ein Produkt aus vollem Korn und Schrot deutlich übersalzen. Laut Mitteilung der Verbraucherschützer wäre ein Salzgehalt von 1,1 Gramm Salz beziehungsweise 0,45 Gramm Natrium je 100 Gramm Brot ideal. Dieser Wert wird jedoch bei den meisten abgepackten Broten nicht erreicht. Nur „neun Brote (drei Prozent) hatten einen relativ niedrigen Salzgehalt, so dass mit der üblichen Brotmenge ein Viertel oder weniger der maximal empfohlenen Salzmenge pro Tag geliefert wird“, berichtet die Verbraucherzentrale NRW. Im Sinne der Gesundheit sei den Verbrauchern dringend der Griff zu diesen salzärmeren Alternativen zu empfehlen. Insgesamt blieben lediglich 22 Prozent der Brote bei Aufnahme der üblichen Tagesportion von vier Brotscheiben (circa 178 Gramm) unter einem Drittel der Tageshöchstmenge von sechs Gramm Salz.

Salzgehalt in Broten reduzieren
Den Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zufolge sollten Bäckerei-Industrie und -handwerk den Salzanteil im Brot generell auf 1,5 Prozent bezogen auf den Mehlanteil reduzieren, berichtet die Verbraucherzentrale NRW. Bewegen sich die Brotbäcker nicht freiwillig und verzichten auf eine starke Prise Salz, müssen nach Ansicht der Verbraucherschützer „Grenzwerte für den Salzgehalt der diversen Brot- und Backwaren künftig gesetzlich festgelegt werden.“ (fp)

Bild: Paulwip / pixelio.de