Zu viel essen ist schlecht für das Gedächtnis

Astrid Goldmayer

Zu viel Essen wirkt sich nachteilig auf das Gedächtnis aus

13.02.2012

Zu viel kalorienreiches Essen fördert Gedächtnisprobleme. Dies fanden US-amerikanische Forscher im Rahmen einer Studie heraus. Senioren, die mehr als 2100 Kalorien am Tag zu sich nahmen, sind doppelt so gefährdet wie Menschen, die täglich weniger als 1500 Kalorien mit der Nahrung aufnehmen.

Mehr zum Thema:

Vergesslichkeit durch so viel Essen
Für die Studie untersuchten Yonas Geda von der Mayo Clinic in Scottsdale, Arizona und seine Kollegen über 1200 Menschen im Alter von 70 bis 89 Jahren. Bei den Probanden, die berichten mussten, wie viel Kalorien sie täglich zu sich nahmen, wurde keine Form von Demenz diagnostiziert. Sie wurden daraufhin in drei Gruppen unterteilt. In der ersten Probandengruppe waren die Wenigesser mit weniger als 1500 Kalorien pro Tag. Der zweiten Gruppe wurden die Senioren zugeordnet, die täglich bis zu 2100 Kalorien mit der Nahrung aufnahmen. Die Gruppe waren die Vielesser mit bis zu 6000 Kalorien am Tag. Die Untersuchung der Senioren ergab bei 163 Studienteilnehmern eine leichte kognitive Störung, eine Vorstufe zu Demenzerkrankungen wie beispielsweise Alzheimer. Das Risiko der Vielesser war doppelt so hoch, daran zu erkranken, wie bei den Wenigessern. Studienautor Geda berichtet: „Umso mehr Kalorien am Tag konsumiert werden, desto höher das Risiko der leichten kognitiven Störung. Kalorienreduktion und gesundes Essen könnten ein einfacher Weg sein, um Gedächtnisverlust im Alter zu verhindern.“

Ungesunde Ernährung führt zu Hirnschäden
In zwei voneinander unabhängigen US-amerikanischen Studien wurde Anfang des letzten Jahres belegt, dass ungesunde Ernährung Schäden im Gehirn zur Folge haben kann. Die Wissenschaftler deckten auf, dass ungesunde Ernährung im Zusammenspiel mit Übergewicht dazu führt, dass bestimmte Hirnregionen schrumpfen und so weiter Störungen des Essverhaltens begünstigen. Konkret handelte es sich dabei um eine deutliche Verkleinerung bestimmter Belohnungs- und Appetitzentren im Großhirn sowie erhebliche Strukturschäden.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt bereits seit einigen Jahren davor, dass zu viele Menschen in den Mitgliedsstaaten übergewichtig sind. Übergewicht werde immer mehr zu einer Volkskrankheit, von auch insbesondere Kinder stark betroffen seien. (ag)