Zuckerfalle Energydrinks: Eine Dose kann bis zu 13 Stück Würfelzucker enthalten

Alfred Domke
Gesundheitsgefahr: Einige Energydrinks enthalten 13 Stück Würfelzucker pro Dose
Energydrinks erfreuen sich seit Jahren ungebrochener Beliebtheit. Der versprochene „Energiekick“ ist den Inhaltsstoffen Koffein und Zucker geschuldet. Davon ist in manchen Produkten wesentlich mehr enthalten, als Verbraucher denken.

Hoher Zuckerkonsum gefährdet die Gesundheit
Gesundheitsexperten mahnen immer wieder: Vermeiden sie zu hohen Zuckerkonsum. Das Süßungsmittel kann bei häufigem Verzehr zu enormen gesundheitlichen Problemen wie Adipositas, Bluthochdruck oder Diabetes führen. Viel Zucker wird über süße Limonaden aufgenommen. Solche Softdrinks sind oft Ursache für Übergewicht. Außerdem schaden sie den Zähnen. Auch Energydrinks enthalten große Mengen an Zucker. Umso mehr sollte darauf geachtet werden, dass vor allem Kinder die Finger davon lassen.

Energydrinks enthalten oft noch viel mehr Zucker als Verbraucher vermuten. In einer kleinen Dose können bis zu 40 Gramm enthalten sein. Diese Menge entspricht mehr als 13 Stück Würfelzucker. (Bild: airborne77/fotolia.com)

Beträchtliche Mengen an Zucker
„Energydrinks enthalten beträchtliche Mengen an Zucker“, schreibt der Verbraucherservice Bayern auf seiner Webseite. „Dieser liefert Energie in Form von Kalorien.“

Laut den Experten enthalten manche Dosen bis zu 16 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Auf eine kleine 250 Milliliter Dose hochgerechnet sind das 40 Gramm Zucker, das entspricht mehr als 13 Stück Würfelzucker.

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„Der süße Geschmack ist wohl auch der Grund warum bereits Kinder gerne Energydrinks trinken. Der Zucker überdeckt den bitteren Geschmack des Koffeins“, meint der Verbraucherservice.

Es gibt auch Energydrinks bei denen der Zucker durch Süßstoff ersetzt wird. Diese schaden den Zähnen zwar nicht und sie führen auch nicht direkt zu Übergewicht, sie sollten aber trotzdem nicht oft verzehrt werden. Ein hoher Konsum kann zu Magen-Darm-Problemen und verstärktem Hunger auf Süßes führen.

Kinder sollten keine koffeinhaltigen Getränke konsumieren
Ebenfalls problematisch ist der hohe Anteil an aufputschenden Substanzen in Energydrinks. Zwar kann Koffein in mäßiger Dosierung die Konzentrationsfähigkeit erhöhen, Müdigkeit entgegenwirken und die körperliche Leistungsfähigkeit steigern.

Doch bei überhöhter Koffeinaufnahme können Nebenwirkungen wie Nervosität, erhöhte Erregbarkeit, Schweißausbrüche, Herzrasen oder Schlaflosigkeit auftreten.

Außerdem können solche Getränke ein Risiko fürs Herz sein.

„Für Kinder sind koffeinhaltige Getränke deshalb grundsätzlich nicht geeignet, das gilt insbesondere für unruhige Kinder mit ohnehin gestörter Aufmerksamkeit“, schreibt der Verbraucherservice.

Energydrinks sind in allen Altersgruppen beliebt
Doch Energydrinks sind in allen Altersgruppen – auch bei den Heranwachsenden – beliebt.

So veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Jahr 2013 Daten zum Konsum von Energydrinks in der europäischen Bevölkerung, die zeigten dass immerhin 13 Prozent der Kinder (3-10 Jahre) in Deutschland mindestens einmal im Jahr Energydrinks tranken.

Von den deutschen Jugendlichen (10-18 Jahre) konsumierten demnach rund 60 Prozent solche Getränke, bei den Erwachsenen (18-65 Jahre) waren es ungefähr 30 Prozent. (ad)