Zunahme psychischer Erkrankungen

Fabian Peters

DAK Gesundheitsreport 2011 vorgestellt – Zunahme psychischer Erkrankungen

11.05.2011

Die Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) hat ihren Gesundheitsreport 2011 veröffentlicht, in dem der Krankenstand der DAK-Versicherten aus dem Jahr 2010 erfasst und nach verschiedenen Kriterien aufgeschlüsselt wird. Dabei ermöglicht der DAK Gesundheitsreport 2011 sowohl eine Zuordnung nach Bundesländern als auch die Unterteilung nach Alter, Wirtschaftsgruppe oder Krankheitsbild.

Mehr zum Thema:

Insgesamt belief sich der Krankenstand der erwerbstätigen DAK-Versicherten im Jahr 2010 auf 3,4 Prozent, was in etwa dem Vorjahresniveau entsprach, berichteten die Experten der DAK bei Vorstellung des Gesundheitsreports 2011. Durch die gesonderte Betrachtung der jungen Arbeitnehmer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, sollten in dem Gesundheitsreport außerdem mögliche Auswirkungen der unsichereren Arbeitsverhältnisse auf die Gesundheit und den Krankenstand der Beschäftigten genauer untersucht werden. Denn die jungen Arbeitnehmer sind dem DAK Report zufolge zwar im Schnitt kürzer, doch dafür deutlich häufiger krankgeschrieben.

Junge Erwerbstätige stehen im Mittelpunkt des Gesundheitsreports 2011
Die DAK hat nach eigenen Angaben im Gesundheitsreport 2011 die jungen Erwerbstätigen in den Mittelpunkt gestellt, um die gesundheitlichen Auswirkungen der unsicheren ökonomischen Lebensperspektiven und kaum planbaren Berufskarrieren genauer zu analysieren. Dabei stellten die Experten der DAK fest, dass bundesweit etwas mehr als jeder fünfte junge Arbeitnehmer den Arbeitsalltag als sehr belastend empfindet und dies obwohl sich die Mehrheit von ihnen durch ihre Tätigkeit an sich unterfordert fühlt. Die empfundene Belastung spiegelt sich laut DAK auch in den häufigen Krankschreibungen wieder, wobei die kurze Krankschreibungsdauer als Indiz dafür gewertet werden kann, dass selten ernsthaften Erkrankungen bei den jungen Arbeitnehmern vorliegen. Die älteren Beschäftigten sind indes bei weniger Krankschreibungen insgesamt pro Attest jeweils deutliche länger krankgeschrieben als ihre jungen Kollegen, was auch als Anzeichen schwerwiegenderer Erkrankungen eingestuft wurde.

Muskel-Skelett-Erkrankungen häufigster Grund für Arbeitsunfähigkeit
Bei der Aufschlüsselung des Krankenstandes nach den Ursachen bilden Muskel-Skelett-Erkrankungen (vor allem Rückenschmerzen) im Gesundheitsreport 2011 mit 22 Prozent aller Krankmeldungen den häufigsten Krankschreibungsgrund. An zweiter Stelle stehen Atemwegserkrankungen mit einem Anteil von 16 Prozent am Krankenstand und dahinter folgen Krankschreibungen aufgrund von akuten Verletzungen (14,3 Prozent). Besonders besorgniserregend ist den Aussagen der DAK-Experten zufolge jedoch die Entwicklung im Bereich der psychischen Erkrankungen. Ihr Anteil an den Krankschreibungen habe sich im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent gesteigert und liegt im Gesundheitsreport 2011 bei durchschnittlich 12,1 Prozent. Dabei sind sowohl die älteren Arbeitnehmer als auch die jüngeren Beschäftigten gleichermaßen betroffen, berichten die Experten der DAK.

Regionale Unterschiede beim Krankenstand
Der DAK Gesundheitsreport stellt außerdem erhebliche regionale Unterschiede bei den Krankschreibungen fest. Während sich die westdeutschen Bundesländer durchschnittlich bei einem Krankenstand von 3,3 Prozent bewegen, liegt dieser in den neuen Bundesländern bei durchschnittlich 4,3 Prozent, erklärten die Experten der DAK. Spitzenreiter bei den Krankmeldungen waren dem Gesundheitsreport zufolge im vergangenen Jahr Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, die jeweils einen Krankenstand von 4,4 Prozent zu verzeichnen hatten. Die Grundlage des DAK Gesundheitsreports 2011 bildeten die erfassten Daten der 2,6 Millionen DAK-Mitglieder aus dem Jahr 2010, wobei die Versicherten zu 60 Prozent Frauen und zu 40 Prozent Männern waren. (fp)