Zunehmende Krankmeldungen: Erkältungswelle verursacht immer mehr Fehltage

Alfred Domke

Krankenstand steigt: Anzahl der Fehltage aufgrund von Erkältungen deutlich gestiegen

Deutsche Arbeitnehmer waren im vergangenen Jahr häufiger krank als im Jahr zuvor. Vor allem die Erkältungswelle hat für mehr Fehltage gesorgt. Die meisten Krankmeldungen gab es jedoch erneut wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.


Steigender Krankenstand der deutschen Arbeitnehmer

Im vorvergangenen Jahr war über die höchste Anzahl an Krankschreibungen seit 20 Jahren berichtet worden. 2017 meldeten sich Deutschlands Arbeitnehmer sogar noch häufiger krank. Nach einer aktuellen Auswertung der DAK-Gesundheit stieg der Krankenstand von 3,9 auf 4,1 Prozent. Die Erkältungswelle war maßgeblich daran Schuld, dass es mehr Fehltage gab. Doch auch Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems haben zugenommen.

2017 meldeten sich Deutschlands Arbeitnehmer wieder häufiger krank. Der Krankenstand stieg von 3,9 auf 4,1 Prozent. Schuld daran hatte unter anderem die Erkältungswelle. (Bild: nmann77/fotolia.com)

Anzahl der Fehltage wegen Erkältungen gestiegen

Wie die Krankenkasse berichtet, machten Atemwegserkrankungen den Deutschen im vergangenen Jahr zu schaffen: Die Anzahl der Fehltage aufgrund von Erkältungen stieg um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ausfälle durch psychische Erkrankungen stiegen hingegen nur leicht – um knapp 1,5 Prozent.

Mehr als die Hälfte aller Arbeitsunfähigkeitstage (53,9 Prozent) ging auf das Konto von drei Diagnosegruppen:

Der häufigste Grund für Fehltage waren Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie beispielsweise Rückenschmerzen. Mehr als jeder fünfte Ausfalltag (21,8 Prozent) wurde dadurch verursacht.

Jeder zweite Berufstätige war mindestens einmal krank gemeldet

Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen folgten auf Rang zwei mit einem Anteil von 16,7 Prozent und Atemwegserkrankungen mit 15,4 Prozent auf Rang drei.

Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Husten und Schnupfen verursachten 2017 – bezogen auf 100 erwerbstätige Versicherte der DAK-Gesundheit – rund 230 Fehltage, 18 Tage mehr als 2016.

Etwa jeder zweite Berufstätige bundesweit war 2017 mindestens einmal krankgeschrieben (48,6 Prozent).

Frauen häufiger krankgeschrieben

Mit Blick auf die Geschlechter zeigt sich: Bei Frauen stieg der Krankenstand stärker als bei ihren männlichen Kollegen. Bei ihnen lag der Krankenstand in 2017 bei 4,4 Prozent; bei den Männern bei 3,8 Prozent.

In manchen Berufen wird man eher krank

Doch welche Berufsgruppen sind am häufigsten krank?

Die Branchen mit dem höchsten Krankenstand waren 2017 Verkehr, Lagerei und Kurierdienste mit 4,8 Prozent sowie das Gesundheitswesen mit 4,7 Prozent.

Den niedrigsten Krankenstand hatte der Bereich Datenverarbeitung und Informationsdienste mit 2,8 Prozent.

Für die Analyse zum Krankenstand wurden die Daten von rund 2,5 Millionen erwerbstätigen Versicherten der Krankenkasse DAK-Gesundheit durch das IGES Institut in Berlin ausgewertet. (ad)