Zusätzlich Vitamin C bei Erkältungsleiden nutzlos?

Alfred Domke
Vitamin-C-Einnahme bei Erkältung ist unnötig
Das nasskalte Wetter der letzten Tage sorgte dafür, dass sich viele Menschen erkältet haben. Manche Patienten versuchen, sich mit der Einnahme von zusätzlichem Vitamin C zu therapieren. Doch laut wissenschaftlichen Erkenntnissen haben solche Präparate keinen Einfluss auf die Beschwerden und die Dauer einer Erkältung.

Einnahme von Vitamin C bei Erkältungen
Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen: Einen grippalen Infekt, die „einfache“ Erkältung kann man sich mehrfach im Jahr einfangen. Die Symptome beginnen langsam und flauen nach ein paar Tagen wieder ab. Wenn man sich ausruht und die richtigen Mittel verwendet, verläuft die Erkrankung normalerweise ohne größere Probleme und heilt meist innerhalb weniger Tage aus. Die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten hilft jedoch nicht.

Manche Menschen versuchen ihre Erkältung mit zusätzlichem Vitamin C zu therapieren. Doch die Einnahme solcher Präparate hilft nicht,
wenn die Erkrankung bereits ausgebrochen ist. (Bild: eyeQ/fotolia.com)

Ausruhen und viel trinken
Wenn der Hals kratzt oder die Nase läuft, versucht so manch einer, die heraufziehende Erkältung mit zusätzlichem Vitamin C zu bekämpfen.

Doch Studien zeigen, dass solche Präparate „keinen Einfluss auf die Beschwerden und die Dauer einer Erkältung haben, wenn sie zu Beginn der Erkältung eingenommen werden“, erklärt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seinem Portal „gesundheitsinformation.de“.

Allerdings gibt es sehr wohl einiges, das bei Erkältungen wirklich hilft.

Wichtig ist vor allem, sich auszuruhen und viel zu trinken. Durch eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme löst sich der hartnäckige Schleim besser und die Sekrete in der Nase werden verdünnt.

Natürliche Hausmittel gegen Erkältungen
Viele Erkältete schwören auch auf Ingwertee. Die Wunderknolle Ingwer hat eine entzündungshemmende Wirkung. Zudem werden durch die Schärfe dieses Naturheilmittels die Schleimhäute gereizt und die Durchblutung gefördert.

Auch Kochdampf-Inhalationen für das Gesicht sind ein bewährtes Hausmittel bei Erkältungen. Diese wirken schleimlösend, sekretionsfördernd und entzündungshemmend.

Ratsam ist zudem, eine Schale mit Wasser auf die Heizung zu stellen und mehrmals täglich zu lüften.

Experten empfehlen in der Regel auch, bei einer Erkältung ab und zu spazieren zu gehen – allerdings nicht, wenn man Fieber hat.

Verkürzte Erkrankungsdauer
Auch wenn die Einnahme von Vitamin C bei Erkältungsbeginn keinen nachweislichen Effekt mehr auf die Beschwerden und die Erkrankungsdauer hat, kann die vorbeugende Einnahme durchaus Sinn machen.






So schreibt das IQWiG auf „gesundheitsinformation.de“, dass Studien zeigten, „dass eine längerfristige tägliche Einnahme zwar nicht die Erkältung verhinderte, aber die Erkältungsdauer um etwa 10 Prozent verkürzte.“ Und weiter: „Zudem konnte die dauerhafte Vitamin-C-Einnahme die Erkältungsbeschwerden etwas lindern.“ Denn: „Einige Studien untersuchten die vorbeugende Wirkung von Vitamin C bei Menschen, die kurzzeitig einer sehr starken körperlichen Belastung durch Sport, oft in Verbindung mit Kälte, ausgesetzt waren. Dazu gehörten zum Beispiel Marathonläufer und Soldaten, die Winterübungen im Gebirge machten. In den Studien begannen die Teilnehmenden zwei bis drei Wochen vor der sehr starken Belastung damit, vorbeugend Vitamin C zu nehmen. Dadurch konnte etwa die Hälfte aller Erkältungen verhindert werden.“

Fachleuten zufolge liegt der Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C bei 100 Milligramm. Die meisten Menschen hierzulande nehmen über die Nahrung genügend davon zu sich. (ad)