Zuviel Fruchtzucker in Fertiglebensmitteln

Heilpraxisnet

Verbraucherzentrale warnt vor zuviel Fruchtzucker in Fertiglebensmitteln: Die Fruktoseunverträglichkeit als Ursache von Darmbeschwerden hat in den letzten Jahren in den westlichen Industrieländern an Bedeutung gewonnen. Deswegen hat die Verbraucherzentrale Hamburg 35 Fertiglebensmittel auf ihren Fruktosegehalt getestet.

Fruktoseunverträglichkeit- oft unerkannt

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung leiden nach dem Essen oder Trinken von Lebensmitteln mit Fruchtzucker (Fruktose) an Bauchkrämpfen oder Blähungen durch Unverträglichkeit (Fruktose-Malabsorption). Die Fruktose- Malabsorption kann angeboren oder erworben sein.

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Oft wissen Betroffene oder behandelnde Mediziner garnichts von dieser Unverträglichkeit. So werden die Symptome oft verkannt und die an den Unverträglichkeiten Leidenden erfahren für ihre Magen- Darm- Beschwerden keine Diagnose, geschweige denn Hilfe.

Die Symptomatik entsteht, wenn der Fruchtzucker im Dünndarm nicht richtig verdaut und aufgenommen wird und in den Dickdarm gelangt. Dort wird er so verstoffwechselt, dass er die Blähungen, Bauchschmerzen und -krämpfe und faulig riechenden Stuhl, sowie Durchfall verursachen kann.

Es gibt, laut der Verbraucherzentrale Hamburg, Studien, wonach eine hohe Fruktoseaufnahme zu einer Erhöhung unserer Bluttfettwerte, Erniedrigung der Insulinsensitivität und Fettleber und Übergewicht führen kann. Ein vermehrtes Trinken von gesüßten Getränken kann bei Männern zu Gicht führen. Ein Problem, dass noch ungeklärt ist, ist wieviel Fruktose ein normaler Organismus täglich verträgt, bzw. gut für ihn ist.

Verbraucherzentrale Hamburg testet Fertigprodukte
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun in einer Untersuchung 35 Produkte auf ihren Fruchtzuckergehalt getestet, da es zur Zeit keine einheitliche Kennzeichnungspflicht für den Fruktosegehalt gibt.

Denn Fruktose ist auch in fruchtlosen Produkten wie Fitnessriegeln, Getränken, wie z.B. Softdrinks, Süßigkeiten, Kinderlebensmitteln, Milchshakes oder Speiseeis enthalten. Da das Wort Fruktose eine vermeintlich gesündere Ausstrahlung als Haushaltszucker hat, findet es wohl Einzug in immer mehr Lebensmittel- Produkte. Die Verbraucherzentrale Hamburg fand bei 9 Produkten über 10 g freie Fruktose pro Portion. Die freie Fruktose ist für Menschen mit Fruktoseunverträglichkeit besonders bedenklich. Bei 14 Getränke- Produkten fand man zwischen 10 und 20 g Fruktose, bei 4 über 20 g pro Portion.

Empfehlungen der Verbraucherzentrale

Sicherlich ist es keine Neuheit, dass frisch zubereitete Lebensmittel besser als Fertiglebensmittel sind. Exemplarische Tagespläne zeigten, dass die Mengen an aufgenommenen Fruktosemengen leicht mehr als doppelt so hoch sein können, als bei einem ausgewogenen Tagesplan. Deswegen weist Karin Riemann- Lorenz von der Verbraucherzentrale darauf hin, dass die zusätzlichen Anreicherungen in den Fertigprodukten bedenklich sind.

Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert deshalb die Verbraucher auf, die Zutatenlisten bei Fertigprodukten zu prüfen. Stark gezuckerte Produkte und fruktosereiche Diätpulver und Diabetiker- Lebensmittel besser stehen zu lassen. Besser als häufige Obst- Smoothies lieber frisches Obst zu verwenden.

An die Hersteller und den Gesetzgeber richtet die Verbraucherzentrale die Aufforderung, „Fertiglebensmittel mit einer Ampel kennzeichnen, damit der Zuckergehalt auf dem ersten Blick erkennbar ist“ und eine „obligatorische Mengen-Deklaration des Fruktosegehaltes im Zuge der Allergenkennzeichnung“.

Wenn Verbraucher den Verdacht auf eine Fruktoseunverträglichkeit haben, sollten sie umgehend einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen, der mit dieser Symptomatik in Diagnose und Behandlung vertraut ist. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 21.01. 2010)