Zwei Drittel der Menschen in Deutschland kennen familiäre Vorerkrankungen nicht

Sebastian
Mama fragen: Familiäre Vorerkrankungen sind vielen Deutschen nicht bekannt
Einer Umfrage zufolge können rund zwei Drittel der Deutschen gar keine oder nur teilweise Auskunft über mögliche familiäre Vorerkrankungen geben. Gesundheitsexperten raten, sich möglichst gut über solche Erkrankungen zu informieren, um besser vorbeugen zu können.
Viele wissen zu wenig über familiäre Vorerkrankungen
Laut einer repräsentativen Umfrage der Krankenkasse IKK classic können zwei Drittel der Deutschen über mögliche familiäre Vorerkrankungen entweder gar keine (42 Prozent) oder nur teilweise (26 Prozent) Auskunft geben. Besonders groß ist diese Unkenntnis bei Männern und in der Altersgruppe 30 bis 39 – jeder zweite Befragte aus diesen beiden Gruppen kann hierzu keinerlei Angaben machen. Zudem wusste jeder sechste Bundesbürger nicht, wo er Informationen darüber einholen kann, sollte er beim Arzt oder im Krankenhaus danach gefragt werden.

Nur die Wenigsten kennen ihr Vorerkrankungen. Bild: Zlatan Durakovic - fotolia
Nur die Wenigsten kennen ihr Vorerkrankungen. Bild: Zlatan Durakovic – fotolia

Am besten die Mutter fragen
Insbesondere die Altersgruppe 50 plus hat laut der Studie Probleme, an Informationen zu kommen. Das habe damit zu tun, dass die erste Informationsquelle für dieses Thema die eigene Mutter ist, die ältere Deutsche möglicherweise schon nicht mehr fragen können, so die Studienautoren. Vier von zehn Bürgern (41 Prozent), die über ihre familiären Vorerkrankungen nicht voll im Bild sind, würden sich an ihre Mutter wenden. Lediglich sieben Prozent der Befragten glaubten, dass auch ihr Vater oder Geschwister dazu Auskunft geben könnten.

Vorsorgeuntersuchungen und angepasster Lebensstil
„Über familiäre Vorerkrankungen sollte sich jeder informieren, um nötige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und seinen Lebensstil gegebenenfalls daran anzupassen“ erklärte Michael Förstermann, Pressesprecher der IKK classic. „Am besten keine Zeit verlieren und alle Personen fragen, die darüber Bescheid wissen könnten. Der Hausarzt der Familie ist zum Beispiel eine gute Informationsquelle.“ Hilfreich könnten in Zukunft womöglich auch Maßnahmen sein, die das sogenannte „E-Health-Gesetz“ vorsieht. Unter anderem ist geplant, dass ab 2018 mehr Informationen – auch zu Vorerkrankungen – auf der Gesundheitskarte gespeichert werden sollen.

„Doppelt hält besser“
Zwar zeigten frühere Untersuchungen, dass Frauen die Gesundheit der Männer fördern, unter anderem, weil sie sich eher um Vorsorgeuntersuchungen kümmern, doch der aktuellen Umfrage zufolge sehen sich beide Geschlechter hauptverantwortlich dafür, dass Arzttermine eingehalten werden. „Dass sich beide Geschlechter in Mehrpersonenhaushalten als Hauptverantwortliche sehen, ist zwar überraschend, aber im Ergebnis gut, denn doppelt hält besser“, meinte Förstermann. „Wenn beide auch auf die Vorsorge der anderen Haushaltsmitglieder achten, sinkt das Risiko, dass Termine versäumt werden.“ (ad)