Zwei Drittel plädieren für Impfpflicht für Kinder

Heilpraxisnet

Zwei Drittel sind für Impfpflicht für Kinder

13.11.2014

Seit Jahren wird über den Sinn von bestimmten Impfungen gestritten. Erst in den vergangenen Tagen wurde wieder gewarnt, dass viele Schulkinder ohne Impfschutz gegen Masern sind. Eine Umfrage hat nun ergeben, dass sich zwei Drittel der Deutschen für eine allgemeine Pflicht zur Impfung aussprechen.

Eltern können über Impfungen für ihre Kinder entscheiden
Die gesetzliche Situation in Deutschland sieht bislang vor, dass Eltern selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder überhaupt, und wenn, gegen welche Infektionskrankheiten sie sie impfen lassen oder nicht. Die Debatte ist nun nach dem Fall der kleinen Aliana aus Hessen neu entflammt. Das Mädchen ist an einer chronischen Masernhirnentzündung (SSPE) erkrankt. Die Vierjährige wird an Masern sterben. In den vergangenen Tagen wurde berichtet, dass dem Mädchen möglicherweise nichts passiert wäre, wenn ihre Mutter geimpft gewesen wäre.

Mehrheit der Bundesbürger für Impfpflicht
Eine Umfrage des Forsa-Instituts, die im Auftrag des Magazins „Stern“ durchgeführt wurde, zeigt nun wie die Bundesbürger zur Impfpflicht für Kinder stehen. Mit 67 Prozent spricht sich demnach "eine große Mehrheit für eine allgemeine Pflicht zur Impfung aus, 30 Prozent sind dagegen". Wie das Magazin schreibt, sind "unter den Befürwortern ostdeutsche Befragte mit 83 Prozent deutlich öfter vertreten als westdeutsche (64 Prozent)". Und auch unter den über 60-Jährigen "halten 76 Prozent eine Impfpflicht für wünschenswert". Insgesamt waren 1.003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt worden.

Insbesondere beim Thema Masern gehen die Meinungen auseinander
Seit Jahren werden insbesondere über die Masern-Impflicht Pro und Contra Argumente ausgetauscht. So meinen etwa Impfkritiker, dass es Alternativen gebe und weisen auf mögliche Nebenwirkungen hin, die nach einer Impfung auftreten können, wie Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Rötungen, Schmerzen und Schwellungen bei der Einstichstelle. Aber nicht nur der Großteil der Befragten, sondern auch die allermeisten Experten in Deutschland sprechen sich für die Impfung aus. Unter ihnen auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die dringend zur Impfung rät, denn dadurch werden nicht nur die Einzelnen wie Familienangehörige, sondern indirekt auch Säuglinge, die noch nicht geimpft werden können, geschützt. (ad)

Bild: Martin Büdenbender / pixelio.de