Zwei neue Fälle: Lässt sich Ebola in Westafrika nicht ausrotten?

Die Ebola-Epidemie in Westafrika galt als beendet. Nun sind in Guinea zwei neue Krankheitsfälle bekannt geworden. (Bild: Gino Santa Maria/fotolia.com)
Alfred Domke
Seuche in Westafrika: Erneut zwei Ebola-Fälle bekannt geworden
In Guinea sind zwei neue Ebola-Fälle gemeldet worden. Eigentlich galt die Epidemie in dem westafrikanischen Land als beendet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist sehr besorgt. Erste Experten wurden in die Hauptstadt des Landes entsandt.

Ebola-Epidemie schien überwunden
Im Dezember vergangenen Jahres wurde in Guinea gefeiert. Die Ebola-Epidemie scheint überwunden zu sein, hieß es damals. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt gab, hatte sich in dem Land seit mehr als 42 Tagen kein Mensch mehr mit dem Virus infiziert. Niemand war erkrankt, niemand war gestorben. Doch nun wurde bekannt, dass es zwei Neuerkrankungen gegeben hat. Nur wenige Stunden vor dem Bekanntwerden der neuen Krankheitsfälle erklärte die WHO die Ebola-Epidemie im Nachbarland Sierra Leone für beendet. Die Freude über ein Ende der Seuche wurde nun erneut enttäuscht.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika galt als beendet. Nun sind in Guinea zwei neue Krankheitsfälle bekannt geworden. (Bild: Gino Santa Maria/fotolia.com)
Die Ebola-Epidemie in Westafrika galt als beendet. Nun sind in Guinea zwei neue Krankheitsfälle bekannt geworden. (Bild: Gino Santa Maria/fotolia.com)

Mutter und Sohn positiv auf Virus getestet
Wie Nachrichtenagentur AP berichtet, schickte die WHO ein Team von Experten nach Koropara, ein Ort in der entlegenen Präfektur N’Zerekore im Südosten von Guinea. Den Angaben zufolge waren dort möglicherweise drei Familienmitglieder der Erkrankten unter ungeklärten Umständen gestorben. Wie es heißt, soll geprüft werden, ob auch sie sich mit dem Ebola-Virus angesteckt hatten. Koropara liegt rund 1.000 Kilometer von Guineas Hauptstadt Conakry entfernt. Laut einer Meldung der WHO hätten die beiden Infizierten, eine Mutter und ihr fünf Jahre alter Sohn, typische Ebola-Symptome gezeigt und seien positiv auf das Virus getestet worden. Die zwei Patienten wurden in ein Behandlungszentrum gebracht.

Möglicherweise müssen Überlebende länger in Quarantäne
Die WHO wurde nach dem Ausbruch der Ebola-Seuche 2014 kritisiert, nicht schnell und effizient genug reagiert zu haben. Wie es in der AP-Meldung heißt, könnte dies ein Grund für das rasche Handeln der WHO sein. Für die kommenden Tage wurde die Entsendung weiterer Experten angekündigt. Es müsse geklärt werden, ob das Virus immer wieder neu auf den Menschen überspringt, beispielsweise beim Umgang mit Wildtieren. Möglich sei auch, dass Überlebende länger ansteckend sind als bislang gedacht. Dies würde bedeuten, dass sie länger in Quarantäne bleiben und länger Körperkontakt vermeiden müssen.

Weitere Fälle sind wahrscheinlich
Anfang 2014 waren die ersten Ebola-Fälle in Westafrika aufgetreten und zwar in Guinea. An der Epidemie, die von dort auf Sierra Leone und Liberia übergriff, starben insgesamt über 11.300 Menschen. Bekannt ist, dass sich der Erreger durch Körperflüssigkeiten wie Speichel, Samen oder Blut überträgt. Sierra Leone hatte vor wenigen Tagen das Ende der Epidemie innerhalb seiner Grenzen bekannt gegeben. Das benachbarte Guinea war am 29. Dezember offiziell für Ebola-frei erklärt worden. Zwar war die Seuche noch nicht besiegt, doch immerhin waren 42 Tage lang – das entspricht der doppelten maximalen Inkubationszeit – keine Neuinfektionen aufgetreten. Noch im März hätte das Land das Ende der 90-tägigen Überwachungsperiode feiern können. Als die WHO den schlimmsten Ausbruch von Ebola am 14. Januar für beendet erklärt hatte, weil in allen drei westafrikanischen Ländern keine Übertragungen mehr aufgetreten waren, wurde das Virus bereits am nächsten Tag wieder in einer Leiche in Sierra Leone nachgewiesen. Seit längerem warnen Experten, dass weitere Fälle wahrscheinlich sind. Das medizinische Personal solle sich bereithalten, um auf neue Fälle reagieren zu können. (ad)

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