Zweite Krankenkasse beschließt Prämie

Fabian Peters

Krankenkassen nutzen Überschuss zur Zahlung von Prämien

20.09.2012

Weitere Krankenkasse zur Ausschüttung von Prämien an ihre Mitglieder bereit. Neben der Techniker Krankenkasse (TK) hat nun auch die Hanseatische Krankenkasse (HKE) erklärt, die derzeitigen Millionenüberschüsse zur Zahlung von Prämien an die Versicherten zu verwenden.

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Seit bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ein Überschuss in Millionenhöhe zu verzeichnen ist, wird in der Branche und auf Seiten der Politik heftig über die Verwendung der Gelder diskutiert. Mehrfach hatte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die Krankenkassen dazu aufgefordert, die Überschüsse in Form von Prämien an die Versicherten auszuschütten. Vergangene Woche teilte nun die Techniker Krankenkasse als erstes mit, eine Prämienausschüttung zu prüfen. Gestern zog die Hanseatischen Krankenkasse nach und berichtetet, den Jahresüberschuss nahezu in voller Höhe an ihre Versicherten auszuschütten. Am Stichtag, dem ersten Mai 2013, sollen sämtliche Mitglieder der HKE eine Prämie von 75 Euro erhalten – unabhängig davon, wie lange sie schon bei der HKE versichert sind, so die Mitteilung der Krankenkasse.

75 Euro Prämie pro Mitglied bei der Hanseatischen Krankenkasse
Während bei der Techniker Krankenkasse der Vorstand bislang keine eindeutige Höhe der auszuzahlenden Prämien vorgeschlagen hat, sondern diese Entscheidung dem Mitte Oktober in einer Sondersitzung tagenden Verwaltungsrat überlässt, gehen die Verantwortlichen der HKE einen Schritt weiter. Zwar wird auch hier der Verwaltungsrat erst im Oktober endgültig über die Prämienausschüttung entscheiden, doch der Finanzausschuss hat in seiner Empfehlung bereits die vorgesehen Höhe bestimmt. 75 Euro soll jedes der rund 300.000 HKE-Mitglieder im kommenden Mai erhalten. Da dies für sämtliche Versicherten gilt, die bis Ende April 2013 eine Krankenversicherungen bei der HKE abgeschlossen haben, erhofft die die HKE hier offenbar auch einen Wettbewerbsvorteil, der in den kommenden Monaten einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern bedingen könnte. Andere gesetzlichen Krankenkassen haben bereits massiv gegen die Prämienausschüttung protestiert, da die Gelder ihrer Ansicht nach sinnvoller für eine weitere Verbesserung des Leistungsangebotes genutzt werden könnten. (fp)