Biologische Krebstherapie

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Die Biologische Krebstherapie stellt eine Ergänzung zur Schulmedizin dar. Sie sieht den Menschen als „Ganzes“, als Zusammenschluss aus Körper, Seele und Geist. So zielen deren Behandlungsmethoden nicht nur darauf ab, den Ort des Geschehens, also den Krebs zu heilen, sondern den Gesamtorganismus wieder gesund zu machen. Sie ist keineswegs eine Therapie, die als „Alternative“ gesehen werden darf. Jede zusätzliche Therapie muss in Absprache der behandelnden Ärzte geschehen.

Inhaltsverzeichnis

Vier Bausteine der biologischen Krebstherapie
1. Baustein: Stärkung der Psyche
2. Baustein: Stärkung des Körpers
3. Baustein: Regulierung des Stoffwechsels
4. Baustein – das Immunsystem wird reguliert
Biologische Krebstherapie (Video)
Gesunder Darm
Die Tumorimpfung
Hyperthermie
Ausleiten, entgiften
Weitere Therapieformen
Zusammenfassung

Mistel - Therapie
Die Mistel-Therapie hat sich bei der Behandlung von Krebserkrankungen vielfach bewährt. Bild: PhotoSG/fotolia.com

Die vielfältigsten Methoden aus dem Bereich der Naturheilkunde versuchen begleitend zur schulmedizinischen Therapie, diese zu unterstützen, Körper und Psyche zu stärken, Nebenwirkungen zu minimieren, Rückschläge zu verhindern und Nachsorge zu betreiben.

Die biologische Krebstherapie hat das Bestreben, die Lebensqualität des Krebskranken zu verbessern, die Ursachen für die Erkrankung zu erarbeiten, diese möglichst aufzulösen, und das Immunsystem zu aktivieren.

Vier Bausteine der biologischen Krebstherapie

Die biologische Krebstherapie besteht aus vier Bausteinen, und zwar Stärkung der Psyche, Stärkung des Körpers, Regulierung des Stoffwechsels und Aktivierung der Abwehr. Diese Bausteine bilden zusammen ein Ganzes. Sie sind für jeden Betroffenen wichtig, werden jedoch im Detail sehr individuell eingesetzt.

1. Baustein: Stärkung der Psyche

Forschungen haben ergeben, dass zwischen Psyche, Nerven- und Immunsystem Zusammenhänge bestehen. Dies wird Psychoneuroimmunologie genannt. So haben die Gefühlslage und die verschiedensten Befindlichkeiten einen Einfluss auf den Körper. Deshalb ist im Rahmen der biologischen Krebstherapie die Stärkung der Psyche unumgänglich. Ängste und depressive Verstimmungen wirken sich negativ auf den Körper aus, wogegen Freude und gute Laune das Immunsystem steigern können.

Um die Psyche zu festigen, wird im Rahmen der biologischen Krebsabwehr empfohlen, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, um sich auszusprechen, sich Anderen mitzuteilen und sich Rat, aber auch Trost zu holen. Auch kann eine Gesprächstherapie gute Dienste leisten. Ebenso gehören dazu Entspannungsübungen, Meditation, Atem-, Musik- und Tanztherapie sowie die Heileurythmie.

2. Baustein: Stärkung des Körpers

Der zweite Baustein, die Stärkung des Körpers, ist wichtig, vor allem, um das Rezidivrisiko zu senken. Regelmäßige Bewegung in Form von Sport, der aber unbedingt Spaß machen soll, oder aber ein täglicher Spaziergang, können das Immunsystem ankurbeln und somit den Körper kräftigen. Gerade das Bewegen an der frischen Luft ist erforderlich. Spannungen werden dabei abgebaut, der Körper wird mit genügend Sauerstoff versorgt, der Lymphfluss angeregt, die Verdauung verbessert und das Herz-Kreislaufsystem gestärkt. Der gesamte Organismus profitiert von regelmäßiger sportlicher Betätigung. Wichtig ist dabei, sich auf keinen Fall zu viel zuzumuten. Jeden Tag ein kleiner Spaziergang ist viel besser, als sich zu übernehmen und dadurch eventuell entkräftet zu sein. Grenzen der eigenen Belastbarkeit müssen unbedingt respektiert werden. Ausdauersportarten, wie moderates Joggen, Walken, Schwimmen und Fahrrad fahren sind zu empfehlen. Wer lieber Bewegungsübungen macht, der interessiert sich vielleicht für tänzerische Gymnastik, Qi Gong, Tai Chi, Yoga, Feldenkrais oder Eurythmie. Auch werden spezielle Übungsgruppen für Krebskranke angeboten. Auf welche Sportart auch die Wahl fällt, der Spaß und die Freude stehen an erster Stelle.

3. Baustein: Regulierung des Stoffwechsels

Der dritte Baustein der biologischen Krebstherapie, die Regulierung des Stoffwechsels, beschäftigt sich mit einer gesunden, individuell abgestimmten Ernährung. Gerade in der Zeit einer Krebserkrankung ist eine ausgewogene, vitaminreiche Nahrung das A und O. Von Diäten ist abzuraten. Die Betroffenen benötigen ausreichend Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Hier sind besonders die sogenannten Radikalfänger zu erwähnen.

Freie Radikale werden nahezu bei allen Stoffwechselprozessen in Verbindung mit Sauerstoff gebildet. Dies sind unvollständige Moleküle, die darauf versessen sind, wieder vollständig zu werden. Dazu „klauen“ sie sich passende Elektronen von anderen Molekülen, die dadurch auch zu freien Radikalen werden. Ein Teufelskreis beginnt. Diese unvollständigen Teilchen können auch in Verbindung mit Alkoholkonsum, Umweltgiften und Krankheiten entstehen. Der Körper gerät dadurch in sogenannten oxidativen Stress, wodurch zum Beispiel eine eingeschränkte Zellfunktion und/oder ein Inaktivieren von Enzymen auftreten kann.

Gerade in der biologischen Krebstherapie ist häufig von freien Radikalen die Rede. Diese sollten so gut wie möglich in Schach gehalten, beziehungsweise eliminiert werden. Dafür sind sogenannte Radikalfänger nötig. Diese sind in der Lage, das freie Radikal zu neutralisieren ohne selbst zu einem solchen zu werden. Antioxidantien, wie Vitamin A, Beta-Karotin, Vitamin C und E, sind in der Krebsabwehr unentbehrlich. Diese sind enthalten in den verschiedensten Nahrungsmitteln. Dazu gehören Bohnen, Kohl, Brokkoli, Blaubeeren, Himbeeren, Pfirsiche, Petersilie, Basilikum, Kerbel, Knoblauch, Zitrusfrüchte, Kakao und grüner Tee.

Insgesamt ist die Ernährung als dritter Baustein der biologischen Krebstherapie eine sehr wichtige Komponente. Im Allgemeinen reicht die Deckung des Tagesbedarfs an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen durch eine ausgewogene Kost aus. Jedoch kann im Rahmen einer Krebserkrankung eine Substitution mit geeigneten Nahrungsergänzungsmitteln durchaus nötig sein. Dies sollte jedoch nicht eigenmächtig entschieden, sondern stets mit dem Arzt oder dem behandelnden Therapeuten abgeklärt werden. So wird häufig den Krebspatienten ein Selenpräparat verordnet. Dies ist ein wichtiger Radikalfänger, der die Zellen schützt. Selen hat noch zusätzlich die Gabe, Gifte aus dem Körper zu leiten. Allgemein empfehlen Vertreter der biologischen Krebstherapie vor allem pflanzliche Kost, da diese eine hohen Anteil an Tumor hemmenden Substanzen enthalten soll.

4. Baustein – das Immunsystem wird reguliert

Der vierte Baustein der biologischen Krebstherapie ist die Regulation des Immunsystems.
Der Einsatz der aufgeführten Mittel wird vor Beginn der Therapie von dem behandelnden Arzt überdacht und das Geeignete für den speziellen Fall gesucht. Auch ist nicht jede immunregulierende Therapie für die biologische Krebsbehandlung geeignet. Schon seit langem angewandt wird die Misteltherapie, meist begleitend zur Chemo- oder Strahlentherapie. Wie die meisten naturheilkundlichen Behandlungsformen, ist auch diese leider immer noch nicht anerkannt. Jedoch hat sie schon lange Tradition in der Anthroposophischen Medizin. Je nach Krebsart, wird eine bestimmte Mistelart gewählt. Sie reguliert das Immunsystem, kann Schmerzen lindern und die schulmedizinischen Methoden erträglicher machen.

Eine weitere Möglichkeit zur Aktivierung des Immunsystems, ist die Organotherapie. Hier werden sogenannte „Organpräparate“ aus Thymus und/oder Milz verwendet. Diese werden per Injektion verabreicht. Ob Mistel- oder Organotherapie zum Einsatz kommt, ist sehr individuell. Dies wird der Arzt, je nach Krebsart und Ausgangslage des Patienten entscheiden.

Eine zusätzliche Option, die Abwehr zu steigern, ist die Einnahme von Heilpilzen. Auch diese sind allerdings auf keinen Fall für eine Selbstmedikation gedacht. Hier müssen die richtigen Pilze in der richtigen Dosierung gewählt werden. Des Weiteren gehört der Einsatz von Enzymen ebenso zur biologischen Krebstherapie. Diese knacken die Eiweißhülle der Krebszellen, womit letztere wieder der Abwehr zugänglich gemacht werden können. Zusätzlich wirken die Enzyme entzündungshemmend.

Gesunder Darm

Ein gesunder Darm gehört zu einem gesunden Stoffwechsel. Nach der Meinung der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) befindet sich der Hauptteil des menschlichen Immunsystems im Darm. Daraus folgend ist zu sagen, dass ein gesunder Darm in der Regel auch mit einer gesunden Abwehr einhergeht. Demnach befürwortet die biologische Krebstherapie eine Darmsanierung,damit die physiologischen Darmbakterien die „Oberhand“ haben, die „schlechten“ Bakterien verdrängen und somit eine gute Abwehr gewährleistet ist.

Die Tumorimpfung

Die Tumorimpfung ist auch ein Teil der biologischen Krebstherapie. Sie funktioniert so ähnlich wie eine ganz normale Impfung. Dem Körper wird ein Serum verabreicht, das ihn dazu veranlasst, Antikörper zu bilden, um die Krankheit zu verhindern. Die Tumorimpfung wird vor allem zur Metastasenprophylaxe angewandt. Für die Herstellung des Impfserums ist körpereigenes Tumorgewebe nötig, das in einem Speziallabor aufbereitet wird.

Hyperthermie

Eine weitere Behandlungsform ist die Hyperthermie. Das Tumorgewebe ist äußerst hitzeempfindlich. Bei Temperaturen zwischen 40° und 42° wird die Zellmembran geschädigt. Durch die Überwärmung wird dem ganzen Körper oder nur bestimmten Organgebieten Hitze zugeführt. Das Hauptziel dieser Therapie ist, die Zellen durch die zugeführte Wärme sensibler zu machen, was die Wirksamkeit der Chemo- oder Strahlentherapie positiv beeinflussen kann. Noch immer ist die Hyperthermie keine Standardbehandlung, jedoch bildet sie einen wichtigen Bestandteil der biologischen Krebstherapie.

Ausleiten, entgiften

Der Körper von Krebspatienten wird durch Chemo- und Strahlentherapie, aber auch durch Operationen und Medikamente sehr belastet. Hier befürwortet die biologische Krebsabwehr ein Ausleiten und Entgiften. Dabei werden die Ausscheidungsorgane aktiviert, um die im Körper verweilenden giftigen Substanzen nach außen zu bringen. Für diese Therapie werden die verschiedensten natürlichen Substanzen, wie zum Beispiel Teemischungen, Tinkturen oder Frischpflanzensäfte verordnet. Dies sollte aber, ebenso wie alle bereits genannten Verfahren, von einem Arzt oder Therapeuten überwacht werden. Nicht jede Pflanze ist geeignet, sondern manche sind gerade für Krebspatienten kontraindiziert.

Weitere Therapieformen

Im Rahmen der biologischen Krebstherapie werden noch weitere Therapieformen angewandt. Dazu gehören klassische Homöopathie, TCM, Aromatherapie und Anthroposophische Medizin. Nicht jedes Mittel ist dabei für jeden Patienten geeignet. Dies Auswahl ist gerade in der Krebstherapie eine sehr individuelle Angelegenheit und erfordert Erfahrung und eine vertrauensvolles Miteinander.

Zusammenfassung

Die biologische Krebstherapie sieht den Menschen als Ganzes. So wird hier nicht nur das erkrankte Organ, sonder die komplette Persönlichkeit und der gesamte Organismus mit ins Boot genommen. Persönliche Verhältnisse, soziale Umstände, psychische Belastungen und vieles mehr sind wichtig, um eine individuelle Therapie für den Einzelnen zu erstellen. Die biologische Krebstherapie verfolgt das Ziel, Körper und Psyche zu stärken, die Lebensqualität zu verbessern, das Immunsystem zu aktivieren und die Nebenwirkungen von Chemotherapie, Strahlentherapie und weiterer schulmedizinischer Behandlungen zu minimieren. Die biologische Krebstherapie steht auch nach der Krebsbehandlung den Patienten zur Seite, um den Einstieg ins normale Leben zu erleichtern. Dazu gehören Treffen mit Gleichgesinnten, naturheilkundliche Behandlungen von Beschwerden, Gesprächstherapie, Sportgruppen und Vieles mehr. (Susanne Waschke, Heilpraktikerin)

Bild: Annamartha / pixelio.de