Ganzheitsprinzip

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Ganzheitsprinzip: Körper-Geist-Seele

Dieser Artikel von Heilpraktiker Denis Tengler beschäftigt sich mit den Determinanten körperlich-geistig-seelischer Gesundheit gemäß dem Ganzheitsprinzip. Inhaltliche Schwerpunkte betreffen die Themen Ernährung, Bewegung und Einstellung. Ziel des Artikels ist es, dem Leser eine breite Grundlage über die zuvor genannten Themen zu verschaffen. Aufgrund des hohen Grades an Informationsbedarf im Ernährungsbereich soll dieser Teilbereich besonders ausführlich betrachtet werden.

Inhaltsverzeichnis

Food can do that!
Ernährung und Gesundheit
Verzicht, auch auf denaturierte Lebensmittel
Im Lebensmittelgeschäft
Tierische Lebensmittel als Eiweißspender
Milchprodukte
Kohlenhydratquellen
Fettressourcen
Ballaststoffe
Jahreszeitliche Ernährung
Die Zusammensetzung der Ernährung
Allgemeines zum Stoffwechsel
Allgemeines
Essenszeiten
Der Flüssigkeitshaushalt
Übersäuerung
Abwechslung
Nahrungsergänzungsmittel
Süßigkeiten, Gebäck, Fastfood
Die Psyche in der Oecotrophologie
Pharmaindustrie – Ernährung und Medikamente
Bewegung
Ausdauersport
Krafttraining
Entspannung

Food can do that!

Wir sind verwirrt. Verwirrt über verschiedenste Ernährungsrichtlinien, die sich nicht selten etwas widersprechen oder sich gar gegenseitig ausschließen. Dieser Artikelabschnitt soll Ihnen einen objektiven Eindruck über die verschiedenen Ansichten dieser Thematik – und vor allem zur Entstehung dieser Ansichten – verschaffen.

Verschiedene einschlägige Thesen werden gestützt auf entsprechende Studien zu den Ernährungsgewohnheiten formuliert. Drei vielfach vertretene Thesen werden im Anschluss ausführlicher dargestellt und sollen einen Einstieg in die Problematik ermöglichen. Es wurden Thesen ausgewählt, die hervorragend demonstrieren, welche Probleme es mit sich bringt, wenn man den Menschen als ganzheitliches Geschöpf in Resonanz mit seiner Umwelt ausklammert und versucht, Modelle zu generieren, die es in der von uns geschaffenen Realität niemals geben kann.

These 1, dass genetisch determinierte Reaktionsweisen auf Stress unser Gewicht fast vollständig vorgeben, Änderungen der Ernährungsweise seien vernachlässigbar. Hierbei werden zwei Reaktionstypen definiert:

– Typ 1 reagiert auf Stress mit einer Verlangsamung des Stoffwechsels und wird daher fett. Will dieser Typ eine Diät befolgen, entsteht noch mehr Stress und die Person nimmt weiter zu.

– Typ 2 reagiert auf Stress mit einer Beschleunigung des Stoffwechsels und nimmt daher ab.

Dies würde im Umkehrschluss bedeuten, dass der Mensch, der dem Typ 2 angehört, sich einfach nur mehr negativem Stress aussetzen müsste, um abzunehmen. Zugleich bedeutet dies, dass Typ 1 sämtliche Bemühungen um eine Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten sofort beenden könnte, weil keinerlei Hoffnung auf eine Gewichtsreduktion in Sicht sein kann. Sein Ziele müsste die Stressvermeidung sein, um auf diesem Wege auch überflüssige Pfunde zu verlieren.

Kritik:
Gesundheitsrelevante Aspekte der Ernährung in Bezug auf die einzelnen Organsysteme wurden nicht untersucht. Optimierungen des spezifischen Stoffwechsels unter angemessener Ernährungsumstellung ist nicht berücksichtigt. Veränderung des psychischen Befindens bei gesunder Ernährung werden nicht beachtet.Eine Veränderung der Körperzusammensetzung (Fett/Muskelmasse) bleibt unberücksichtigt. Körperliche Parameter außer dem reinen Körpergewicht in Kilogramm wurden zur Überprüfung der These bislang nicht herangezogen.

These 2 aufgrund entsprechender Statistiken aus verschiedenen Ländern weltweit zu dem Schluss, dass – in Bezug auf die Lebenserwartung – es eher gesund ist, dick zu sein. Als Datengrundlage dient eine nicht weiter definierte Sterbezahl verschiedener Regionen, die anschließend ins Verhältnis zum Körpergewicht der Todesopfer gesetzt wird. Das Ergebnis: Weltweit sterben mehr dünne, als dicke Menschen.

Kritik: Die bisher vorgelegten Studien besitzt keinen wissenschaftlichen Wert, denn es handelt sich nicht um einen aussagekräftigen Vergleich.Die Lebensqualität der Gestorbenen wurde in den Statistiken nicht berücksichtigt. Ob beispielsweise auszehrende Grundkrankheiten, Bettlägerigkeit etc. vorhanden waren, wurde nicht beachtet.

These 3 geht davon aus, dass man dem Abbruch einer Diät automatisch zunimmt und dass der (Diät-)Effekt etwas größer ist, wenn man parallel zur Umstellung der Ernährung Sport treibt.

Hier stellt sich dir Frage, ob es nicht vielmehr so ist, dass Alltagsbemühungen im Diätbereich nur dadurch von Erfolg gekrönt werden, dass man es langfristig schafft, eine für sich selbst passende Ernährung zu finden, ohne dabei einen spezifischen Gewichtsverlust realisieren zu wollen? Eine „Diät“ kann nur dann motivierend befolgt werden, wenn es sich um eine auf Dauer zu verwirklichende Anpassung hin zu einer gesünderen Lebensweise handelt. Hiermit steigen wir in die Kernthematik dieses Artikels im Ernährungsabschnitt ein.
Einer gesunden Lebensweise entspricht es nicht, den Bedarf des Menschen anhand einer bestimmten Kalorienzahl zu ermitteln und diesen mit Schokolade und Chips zu decken. Dadurch verlieren wir im besten Fall nur wertvolle Muskulatur, während parallel dazu unser Körper seine eigenen Vitamin- und Mineralspeicher aufbrauchen wird und die Verdauungsorgane auf Höchstleistung arbeiten müssen.

leonardo da vinci / Proportionsstudie / mann und frau
Bild: Sonja Janson/fotolia.com

Ernährung und Gesundheit

Gesunde Ernährung ist keine Therapie an sich, sondern überhaupt erst die Basis, um therapierbar zu werden. Passend weist eine neue, bahnbrechende Studie nach, dass Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs unter gesunder Ernährung eine verbesserte Therapierbarkeit aufweisen. Gleiches gilt für Patienten mit Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Diabetes Mellitusanderen Erkrankungen. Der Einstieg ins Ganzheitsdenken? Was hier als neue Erkenntnis präsentiert wird, wusste die Erfahrungsheilkunde seit tausenden von Jahren und die forschende Ernährungsmedizin, die damals vielleicht noch nicht so genannt wurde, seit hunderten von Jahren.

Hierzu ein Praxisbeispiel aus der Naturheilpraxis: Ein Kollege aus dem Sportbereich wird von einer Osteoporose-Patientin besucht. Ihr Zustand, vor allem im Rückenbereich ist so miserabel, dass keine schmerzlose Bewegung mehr möglich ist. Langfristige Bemühungen mit den gängigen hormonellen Behandlungsformen und anderen Therapien mit dem Ziel der Verbesserung der Kalziumaufnahme in das Skelett, schlugen leider fehl, der Zustand verschlechterte sich zusehends. Der neu hinzugezogene Therapeut begann mit einem systematisch progressivem Krafttraining, das zu Beginn so minimal ausfiel, dass quasi kein Widerstand gegeben war. Zudem wurde die Ernährung auf naturbelassene Lebensmittel umgestellt. Nach wenigen Wochen war die Patientin fast schmerzfrei und eine weitere ärztliche Untersuchung sollte sich anschließen. Die Untersuchungen beim Facharzt wiesen auf eine signifikante Verbesserung der Kalziumaufnahme und auf einen deutlichen Rückgang der osteoporotischen Veränderungen hin. Auf die Frage der Patientin, ob es daran liegen könne, dass sie ein Krafttraining aufgenommen und Ihre Ernährung umgestellt habe, antwortete der Facharzt: „Nein, das ist nicht möglich, es muss daran liegen, dass nach so vielen Jahren doch noch eine Wirkung aus der Medikation entstanden sein muss.“ Die sportwissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen schon lange, dass sich mit angemessenem körperlichem Training auch gezielt in lokalen Bereichen des Körperskeletts der Calciumstoffwechsel positiv beeinflussen lässt. Dies stellt nichts weiter als die reine Funktion des Bewegungsapparats als Reaktion auf die physiologische Nutzung dar. Wird die Funktion nicht genutzt, ist Denaturierung in Form von Atrophie die Folge. Entsprechende Medikationen können also ohne die Wiederherstellung der Funktion als solche durch körperorientierte Therapie nicht ideal wirken. Der Ernährung und Bewegung muss bei Gesunden wie Kranken der Stellenwert beigemessen werden, der ihnen zusteht. Entsprechende Ansätze sollten mindestens als Ergänzung gesehen werden und können im Einzelfall auch die Primärbehandlung bilden. Interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen ist hier das Stichwort.

Aufgrund unserer ungesunden Lebensweise wird eine vernünftige Ernährung zunehmend zur Ausnahme statt zur Regel. Die folgenden Richtlinien werden Ihnen dabei helfen, eine für Sie selbst passende, gesunde und schmackhafte Ernährung zusammenzustellen. Im eigentlichen Sinne geht es aber darum, „Diät“ als dauerhafte Lebensweise zu verstehen, und nicht um kurzfristige Gewichtsregulation. Mit einer für Sie passenden Kombination aus Ernährung und Bewegung kommen Sie automatisch in die für Sie persönlich beste Form mit niedrigem Körperfettgehalt und ausreichend Muskelmasse. Möglich ist es jedoch, dass aufgrund von Drüsenfehlfunktionen und starken Stoffwechselbelastungen eine Gewichtsabnahme zunächst nur bedingt erfolgreich sein kann. Dann ist therapeutische Hilfe notwendig, um die Körperfunktionen wieder in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen.

Verzicht, auch auf denaturierte Lebensmittel

Eine angemessene Basiskost ist immer einfach. Stark weiterverarbeitete und genetisch veränderte Lebensmittel kommen darin nicht vor. Grund dafür ist, dass ein natürliches Lebensmittel genug oder sogar mehr von dem mitliefert, was unser Körper benötigt, um die zugeführten Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette auch tatsächlich verarbeiten zu können; also Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme, Hormonvorstufen, Biophotonen etc. Je weiter ein Lebensmittel verarbeitet wurde, desto mehr eigene Reserven muss der Körper aufbrauchen, um die Verdauung aufrecht zu erhalten. Auch vernünftige Lebensmittel sollten nicht im Übermaß konsumiert werden. Die Dosis ist entscheidend. Der Körper benötigt circa 70 Prozent seiner täglich verbrauchten Energie zur Aufrechterhaltung einer regelmäßigen Verdauung. Regelmäßiges Fasten im Jahresrhythmus unterstützt die Heilung und fördert die innere Reinigung. Generell sollten Sie sich leicht unterkalorisch ernähren, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Lieber etwas zu wenig, als etwas zu viel, dabei aber nicht untertreiben. Achten Sie auf den „Wohlfühlfaktor“ beziehungsweise entwickeln Sie ein Gefühl dafür, wie viel von welchen Lebensmitteln Ihnen gut tut. Einmal pro Woche bis alle zehn Tage sollten Sie zudem einen Entlastungstag durchführen, an dem Sie vor allem auf tierische Lebensmittel verzichten und leichter verdaubare Lebensmittel in den Vordergrund stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie es in Ihrer Basisernährung noch nicht schaffen, sich dauerhaft gut zu ernähren.

Im Lebensmittelgeschäft

Bevorzugen Sie Bioprodukte! Der verminderte Gehalt an Pestiziden und weiteren toxischen Substanzen rechtfertigt den höheren Preis. Verzichten Sie allgemein auf Lebensmittel, denen Stoffe zugesetzt wurden, die mit dem eigentlichen Lebensmittel nichts zu tun haben (Zucker, E-Stoffe, Schwermetalle etc.) Lesen Sie die Zutatenlisten aufmerksam durch! Sie werden merken, dass einige Hersteller selbst Lebensmittel zuckern, von denen Sie dies nie erwartet hätten, wie beispielsweise Fleisch und den größten Teil der Lebensmittel in Konserven. Wenn Sie, um dabei zu bleiben, Gemüse kaufen, sollte auch nichts außer Gemüse enthalten sein. Bereiten Sie Ihre Lebensmittel möglichst frisch und schonend zu (zum Beispiel Dünsten von Gemüse, Rohkost bei Verträglichkeit), damit nur wenige Nährstoffe verloren gehen.

Tierische Lebensmittel als Eiweißspender

Verzichten Sie insbesondere auf Wurstwaren, die meist aus „Abfallprodukten“ bestehen. Auch Schweinefleisch ist für den Körper eher problematisch zu verarbeiten und kann zu verschiedenen pathologischen Erscheinungen führen. Übrigens scheinen diese Probleme weniger bei Pferde- und mehr bei Schweinefleisch zu entstehen; dies nur am Rande für den zuletzt erlebten Pferdefleischskandal. Wild, einschließlich Hase und Pferd, wird vom Körper saurer verstoffwechselt als andere Fleischsorten, weshalb Sie den Konsum einschränken sollten. Weitestgehend verzichten sollten Sie auf Lebensmittel aus Masttierhaltung/ Massentierhaltung – egal um welches Fleisch oder Tierprodukt es sich handelt. Tierische Lebensmittel sollten Sie, wenn Sie solche konsumieren möchten, vornehmlich in Form von Geflügel, Eiern, Käse und Fisch konsumieren – und zwar in nicht zu großen Mengen. Fügen Sie diesen Lebensmitteln großzügig Kräuter und Gewürze zu, um das Verdauungssystem nach der Aufschlüsselung der Nahrungsbestandteile bei der Passage zu unterstützen. Essen Sie vorher einen kleinen Salat, auch dieser wirkt sich positiv auf die folgende Verdauung tierischer Lebensmittel, insbesondere von Fleisch, aus. Mischen Sie keine tierischen Lebensmittel miteinander (z. B. keine Sahne zum Fisch etc.)

Milchprodukte

Viele Menschen vertragen Milchprodukte nicht gut oder gar nicht. Einige neigen zudem zu immunologischen Fehlreaktionen. Wenn Sie Milchprodukte vertragen, wählen Sie stets Frischmilchprodukte mit dem höchstmöglichen Fettgehalt oder, falls für Sie verfügbar, Rohmilch. Wenn Sie Milchprodukte bisher nicht gut vertragen, probieren Sie dasselbe, denn viel Menschen zeigen keine Unverträglichkeit gegen die Milchprodukte, sondern gegen das, was im Supermarkt davon noch zurückgeblieben ist. Die weite Milchproduktpalette ist leider durch die Pasteurisierung, Ultrahocherhitzung und Homogenisierung an Beistoffen verarmt, sodass ein echter Wert dieser Produkte nicht gegeben ist. Niemand kann ernsthaft behaupten dass ein ursprünglich natürliches Lebensmittel deshalb gesünder wird, weil man ihm einen Bestandteil (i. d. F. das Fett) entzieht und damit eine Reduktion der Kalorienzahl bewirkt. Zudem kann sich eine gesunde Ernährung nicht daran bemessen, möglichst kalorienarme Lebensmittel vorzuziehen, damit die Gesamtzufuhrmenge in Gramm pro Tag erhöht werden kann, wie so oft empfohlen. Qualität geht vor Quantität. Das Milchfett, um dabei zu bleiben, hat sich als antiarteriosklerotisch (= Gefäß schützend) und lipolytisch (=Fettstoffwechsel anregend) erwiesen. Die Auswahl von Magerprodukten bringt also nicht nur in geschmacklicher Hinsicht keine Vorteile, sondern wirkt sich weniger förderlich auf unsere Gesundheit aus. Übertreiben sollten Sie es aber auch mit frischen Milchprodukten nicht. Probieren Sie stattdessen gelegentlich Alternativen aus Schafs- oder Ziegenmilch. Auch etwas natürlicher, kalt geschleuderter Bio-Honig kann die Verträglichkeit verbessern.

Kohlenhydratquellen

Gute Kohlenhydratquellen sind Naturreis, Trockenfrüchte, kalt geschleuderter Honig, Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie Vollkornprodukte und natürlich(!) auch Obst, obwohl es einen eher geringen Kohlenhydratanteil besitzt. Selbstverständlich vorausgesetzt, Sie vertragen das jeweils genannte Lebensmittel. Verzichten Sie auf Produkte, die mit ausgemahlenem Mehl und Zucker verarbeitet werden. Orientieren Sie Ihren Konsum an Ihrem Verbrauch. Je aktiver Sie sind, desto mehr Kohlenhydrate benötigen Sie wahrscheinlich. Je Sportlicher Sie sind, desto effektiver Verbrennt der Körper Fettreserven und schont die Kohlenhydratspeicher auf der anderen Seite. Hier geht es also vor allem nicht darum, sich an einem Schema wie;

(Körpergewicht x X-Gramm Kohlenhydrate) +
(Körpergewicht x X-Gramm Eiweiß) +
(Körpergewicht x X-Gramm Fett)] =
———————————————————–
Individueller Bedarf

zu orientieren. Wenn Sie schwer körperlich arbeiten oder viele Gewichte im Sport bewegen, brauchen Sie wahrscheinlich etwas mehr Eiweiß. Wenn Sie Kohlenhydrate sehr gut verdauen können, benötigen Sie parallel dazu vielleicht etwas weniger Eiweiß, weil dadurch der Eiweißbedarf gesenkt wird. Orientieren Sie sich bei Bedarf zunächst etwas an einer gegebenen Tabelle, aber passen Sie diese nach und nach an Ihrem persönlichen Bedarf an. Wenn Sie Ihre Ernährung auf natürliche Lebensmittel umstellen, wird Ihre somatische Intelligenz sich mitentwickeln und Ihnen bessere Einblickmöglichkeiten darin ermöglichen, was Sie tatsächlich brauchen. Was für ein Gesamtkollektiv angemessen erscheint, kann – das liegt in der Natur der Sache – nicht für alle Einzelindividuen absolute Gültigkeit haben.

Fettressourcen

Fett ist ein essenzieller Nährstoff in unserer täglichen Kost; gerade auch für Typ II Diabetiker, bei denen jedoch durch eine komplexe Stoffwechselstörung nicht nur vornehmlich der Kohlenhydrat- sondern sekundär auch der Fett- und Proteinstoffwechsel betroffen sind. Dies ergibt sich aus der komplexen Funktion des so wichtigen, häufig unterschätzten, Pankreas in seiner synergistischen Arbeitsweise mit dem Leber-Galle-System. Gute Fettquellen stellen einige kaltgepresste Öle, Nüsse, Sahne, Eier und in kleinMengen auch Butter dar. Butter wird den gesättigten Fettsäuren zugerechnet. Wie weiter oben gezeigt, stellt dies kein Problem dar, die schematische Einteilung in „gesättigt = schlecht“ und „ungesättigt = gut“ hat nie wirklich existiert. Margarine, die pflanzliches Fett in gehärteter Form sowie häufig diverse weitere Zusatzstoffe enthält und somit kein natürliches Lebensmittel darstellt, ist eher ungünstig. Eine Erhöhung des Cholesterinspiegels durch Fettkonsum ist nur bei Personen mit genetisch bedingter Hypercholesterinämie zu erwarten und zudem bei solchen, die an einer, leider meist selbstverschuldeten, totalen Entgleisung des Stoffwechsels leiden. Der Körper stellt pro Tag circa ein bis drei Gramm Cholesterin selbst her. Führen wir Cholesterin mit der Nahrung zu, so senkt der Körper seine eigene Cholesterinproduktion, was wir als negative Rückkopplung bezeichnen. Pro Tag kann der Körper 0,5 Gramm Cholesterin aufnehmen, maximal jedoch ein Gramm. Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel sind also, wenn wir vernünftige Fettquellen konsumieren, nicht gegeben. Höchstens kann und wird es so sein, dass sich das Gesamtcholesterin zu Gunsten des gesunden, kardioprotektiven HDL-Cholesterins verschiebt. Wenn Sie Ihr Cholesterin bestimmen lassen, sollten Sie immer nach HDL und LDL aufschlüsseln lassen. Anderweitig ist die Aussage zwar statistisch verwertbar, da bei den meisten Menschen aufgrund schlechter Ernährung, mangelnder Bewegung sowie dem Konsum von Zigaretten, Alkohol und/oder einer Polymedikation tatsächlich das negative Cholesterin soweit überwiegt, dass eine weitere Aufschlüsselung der Cholesterinwerte nicht erforderlich erscheint. Wer sich damit identifizieren kann, benötigt also keine weitere Aufschlüsselung. Für den Einzelfallmenschen, der seine Lebensweise ändert, wird die genauere Aufschlüsselung indes nötig. Eine Erhöhung der Eigenproduktion von Cholesterin geschieht übrigens durch zu hohe Kohlenhydratzufuhr, durch Alkohol und Zigaretten und durch Bewegungsmangel. Wenn Sie in der Werbung zum Kauf von cholesterinsenkenden Produkten animiert werden sollen, informieren Sie sich vorab, welches Cholesterin denn eigentlich gesenkt wird.

Ballaststoffe

Wichtige Ballaststoffe und weitere relevante Substanzen beziehen wir unter anderem aus frischem Gemüse, Kleie, Leinsamen und auch aus Obst. Natürlich ebenso aus Vollkornprodukten. Gesunde Kohlenhydratquellen, die weiter unten aufgelistet werden, enthalten auch einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Die beiden Gruppen Obst und Gemüse sollten den Hauptteil Ihrer täglichen Kost ausmachen, da diese die Verdauung begünstigen und zudem eine Fülle an essenziellen Stoffen liefern, mit denen der Körper seine Vitamin- und Mineralspeicher füllen kann. Ein hoher Ballaststoffgehalt in der Nahrung bindet zudem unerwünschte Nahrungsbestandteile und hilft bei der Ausscheidung derselben. Auch hiervon kann es natürlich in besonderen Krankheitsfällen Ausnahmen geben. Insbesondere im Leistungssport muss die Ballaststoffaufnahme differenzierter betrachten werden, denn wer eine riesige Nahrungsmenge jeden Tag aufnehmen muss und dabei zu viele Ballaststoffe zuführt, legt seine Verdauung möglicherweise lahm.

Jahreszeitliche Ernährung

Zwar leben wir in einer zivilisierten Gesellschaft in Häusern, besitzen Heizungen und Klimaanlagen, dennoch leben wir auch immer im Kontext der Jahreszeiten, an die sich unser Stoffwechsel anpasst. Dies sollte sich, zumindest in einem gewissen Rahmen, in Ihrer Ernährung widerspiegeln. Wird es wärmer, wächst draußen mehr Obst (= etwas kohlenhydratreichere Lebensmittel), wird es kälter, wachsen mehr Nüsse (= fettreichere Lebensmittel). Auch unser Hungergefühl symbolisiert uns den Wechsel. So haben wir im Warmen ein größeres Bedürfnis nach kohlenhydratreichen Lebensmitteln und im Winter mehr Lust auf deftigere, fettreiche Lebensmittel, bei einem generell stärkeren Hungergefühl im Sommer (Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit mit einem ursprünglichen Mangel an Nahrung, sodass der Körper von den eigenen Reserven zehren musste). Hören Sie auf Ihren Instinkt und stellen Sie Ihre Lebensmittelauswahl danach zusammen. Das Hungergefühl ist hier ausschlaggebend, denn bei Verlangen in eine gewisse Ernährungsrichtung, wird sich der Körper auch genau darauf eingestellt haben, anderweitig wäre das Bedürfnis objektiv nutzlos.

Die Zusammensetzung der Ernährung

Die prozentuale Zusammensetzung Ihrer Kost nach Inhaltsstoffen kann Ihnen niemand exakt vorgeben. Gängige Diätmodelle versuchen zumeist, alle Menschen in das gleiche Ernährungsschema zu pressen. Dass dies nicht funktionieren kann, liegt auf der Hand. Was Ihnen bisher in diesem Beitrag an Informationen an die Hand gegeben wurde, möchte ich hier noch einmal kurz zusammenfassen: Wenn Sie beispielsweise viel Ausdauersport treiben, werden Sie möglicherweise mehr Kohlenhydrate benötigen. Bei einem extremen Sportpensum rücken vielleicht die Fette wieder in den Vordergrund, da ansonsten Ihr Nahrungsmittelvolumen zu sehr ansteigt. Wenn Sie eher weniger Sport treiben, wird Ihre Energiequelle vornehmlich eine angemessene Menge gesundes Fett darstellen. Wenn Sie schwere Belastungen mit Ihrer Muskulatur, sei es in Sport oder Beruf, erbringen müssen, wirkt sich dies sehr wahrscheinlich auf Ihren Eiweißbedarf aus, welcher sich entsprechend erhöhen wird.

Allgemeines zum Stoffwechsel

Unser Ruhestoffwechsel wird zu rund 70 bis 80 Prozent aus Fettsäuren versorgt. Schlafen, Wachen, normales Arbeiten, Hausarbeit, langsames Spazierengehen und vieles mehr sind zum Hauptteil Leistungen, die aus Fettsäuren bestritten werden. Dass unser Gehirn pro Tag 120 bis 150 Gramm Glucose benötigt, dass der Körper nur um die 70 Gramm Leberglycogen speichert und dass die Muskulatur über dies nur 400 bis 600 Gramm Glucose in Form von Muskelglycogen (welches übrigens nur an Ort und Stelle verwendet werden kann, was aber nicht geschieht, wenn man die Muskulatur nicht intensiv nutzt) anreichert, verleitet zu dem unglücklichen Trugschluss, diesen Bedarf durch den Konsum von Einfachzucker ausgleichen zu müssen. Der Körper synthetisiert sich die benötigte Glucose im Rahmen diverser Stoffwechselzyklen auch aus kohlenhydratarmen Lebensmitteln selbst und bezieht sie zudem natürlich aus vollwertigen, kohlenhydratreichen Lebensmitteln. Dass der Mensch puren Zucker in Form von Glucose aufnehmen soll, ist schlicht falsch. Glucose hat indes freilich absolute Relevanz in der Notfallmedizin.

Ihre individuelle Konstitution bestimmt in Ihrem genetischen Programm, welche Lebensmittel für Sie persönlich geeigneter erscheinen, als andere. Dieses Programm hat sich über viele, viele Jahre aus genetischen, sozialen und auch kulturellen Einflüssen in den jeweiligen Herkunftsbereichen der Erde entwickelt und wird gegebenenfalls von Ihnen selbst durch ungünstige Auswahl von Lebensmitteln negativ beeinflusst. Warum sollten alle Menschen die gleiche Nahrung benötigen? Jede Baumsorte benötigt Ihren speziellen Boden, jede Hunderasse ein spezielles Futter, genauso wie jeder Mensch eine individuell passende Ernährung benötigt, um gesund zu bleiben beziehungsweise wieder zu werden. Denn es gibt nicht nur DEN Menschen, wie es auch nicht DEN Baum oder auch nicht DEN Hund gibt.

Bezüglich der individuellen Konstitution können wir in der Heilkunde wichtige Hinweise auf Verträglichkeiten aufzeigen. Ein Beispiel: Bis heute rätselt „die Wissenschaft“, warum Menschen südlicherer Herkunft häufiger an Erkrankungen des Blutes leiden, als wir Menschen im mitteleuropäischen Bereich, während bei uns häufiger andere Erkrankungen vorliegen. Die Lösung liegt in der seit vielen, vielen Jahren bekannten Konstitutionslehre (natürlich nicht in der rein schulmedizinische Konstitutionslehre nach Körpertypen), die den ganzen Menschen mit seinen (Organ-)Schwächen, die nicht nur Schwächen eines Organs beziehungsweise Organsystems, sondern der Gesamtpersönlichkeit darstellen, reflektiert und weitreichende Prophylaxemöglichkeiten bietet.

Allgemeines

Ernähren Sie sich vornehmlich von Gemüse und Obst. Wählen Sie Ihre weiteren Lebensmittel nach Bedarf aus und entwickeln Sie eine eigene somatische Intelligenz. Reagieren Sie auf bestimmte Lebensmittel mit besonderer Müdigkeit, Schmerzen, Blähungen, Nervosität oder anderen Auffälligkeiten, so ist dies ein sicherer Hinweis darauf, dass Sie das bestimmte Lebensmittel nicht vertragen oder aber zumindest zu viel davon gegessen haben. Ernährung ist immer auch kultur-evolutionär determiniert. Farbige und Asiaten vertragen zu einem höheren Prozentsatz keine Milchprodukte, als Weiße. Europäer können meist kein Soja verdauen, Asiaten dagegen meistens schon. Finden Sie Ihre eigene passende Ernährung und halten Sie sich dabei an die oben genannten Richtlinien. Genießen Sie Ihr Essen! Selbst das gesündeste Mahl kann nicht optimal vom Körper verwertet werden, wenn Sie das ausgewählte Gericht nicht mögen. Verzichten Sie auf Hast und Hektik beim Essen und entspannen Sie sich. Nehmen Sie Ihre Mahlzeiten bevorzugt warm ein, egal ob es sich um Flüssigkeit oder feste Nahrung handelt. Eine Mikrowelle ist zwar praktisch, aus gesundheitlicher Sicht jedoch eher ungünstig.

Essenszeiten

Starten Sie nüchtern in den Tag. Das bedeutet nicht, dass Sie auf Ihr Frühstück verzichten sollen, wenn es Ihnen gut tut. Beginnen sollten Sie den Tag aber mit einem halben Liter lauwarmer bis warmer Flüssigkeit (Wasser, Tee), um Ihre Ausscheidung zu fördern. Probieren Sie aus, wie viele Mahlzeiten zu welchen Uhrzeiten Ihnen am besten bekommen. Vielleicht fühlen Sie sich mit vielen kleinen Mahlzeiten wohler oder aber das genaue Gegenteil ist der Fall und wenige, dafür größere Mahlzeiten wirken sich positiv auf Ihre Leistungsfähigkeit aus. Möglich ist auch, dass Sie mit nur einer geringen Kalorienzufuhr am besten über den Tag kommen und abends den Hauptteil Ihrer Nahrung konsumieren. Manch einer schläft schlecht mit vollem Magen, ein anderer dafür umso besser. Fühlen Sie sich mit Obst morgens wohl oder machen Ihnen die Gärungsprozesse zu schaffen? Vielleicht ist dann ein kleiner Salat für Sie morgens günstiger? Jede strikte Ernährung, die von uns fordert, genau das Lebensmittel X zur Uhrzeit Y zu essen, ist in Wirklichkeit nur Illusion und ein Hineinsteigern des jeweiligen Verfassers in unobjektive Dogmen, die mit der Realität nichts zu tun haben. Allerdings weisen bestimmte Organe bei den meisten Menschen zu bestimmten Uhrzeiten höhere Funktionen im zirkadianen Rhythmus auf, als andere. Hierbei wird es schon interessanter und vor allem nachvollziehbar.

Wenn Sie deutlich an Gewicht verlieren wollen, sollten Sie dies im Übrigen nicht während einer Schwangerschaft anstreben. Im Fettgewebe werden verschiedenste Produkte zwischengespeichert beziehungsweise abgelagert. Wird das Fettgewebe mobilisiert, gehen auch die besagten Produkte wieder in das Blut über. Insbesondere bei Stoffwechselendprodukten und aufgenommenen Giftstoffen kann dies zu Problemen für Sie und Ihr ungeborenes Kind führen.

Der Flüssigkeitshaushalt

Täglich benötigen Sie mindestens 1,5 bis 3 Liter reines Mineralwasser ohne Kohlensäure. Kohlensäure reagiert sauer. Wenn Sie Wasser ohne Kohlensäure trinken, kann sich der Körper aussuchen, ob er Wasser sauer oder basisch verstoffwechselt – eine einzigartige Eigenschaft dieser flüssigen Basis unseres Lebens, von der Fähigkeit der Informationsübermittlung aufgrund des halbkristallinen Zustands ganz zu schweigen. Nach Wetterlage, Bewegungspensum usw. benötigen Sie vielleicht auch mehr als die oben genannte Menge. Gutes Wasser kommt aus der Glasflasche und nicht aus Plastikflaschen, aus denen sich chemische Substanzen mit östrogenartiger Wirkung lösen. Aktuelle Untersuchungen weisen nach, dass diese Chemikalien in der entsprechenden Menge als nicht schädlich aufzufassen sind. Nun nehmen wir aber nicht nur Chemikalien aus Wasserflaschen zu uns und zudem stellt dies nicht die einzige Chemikalie dar, die wir aufnehmen. Betrachten Sie die Gesamtbelastung und Sie kommen zu einem anderen Ergebnis. Die (Leitungs-)Wasserqualität in Deutschland schwankt erheblich von Region zu Region und nicht nur nach verwendetem Rohrleitungsmaterial. Internationale Studien lassen uns aufgrund des eingeschränkten nationalen Testverfahrens leider nicht so toll abschneiden, wie oftmals vermutet. Hier sind massive Untersuchungsdefizite vorhanden, die ausgebessert werden müssen. Zusätzliche Filtermaßnahmen für das Leistungswasser sind unter Umständen also nicht weit hergeholt.
Weiterhin sind ungesüßte Tees und in geringen Maßen auch Kaffee empfehlenswert. Beachten Sie jedoch, dass Kaffee die Aufnahme sämtlicher Mineralien hemmt und gleichzeitig deren Ausscheidung fördert. Der entwässernde Effekt des Kaffees ist nur gering ausgeprägt; stärker entwässernd wirkt Tee.

Gegen das gelegentliche Gläschen Wein ist natürlich nichts einzuwenden. Auch ausgemahlene Gemüsesäfte sind sehr gut, durch die industrielle Verarbeitung werden jedoch sehr viele Inhaltsstoffe zerstört. Besorgen Sie sich einen Entsafter, der das Gemüse nicht mit zigtausend Umdrehungen zerstört, sondern es sanft ausmahlt oder wählen Sie Gemüsesäfte aus schonender Herstellung. Mit dem Überschuss können Sie lecker weiterkochen. Verzichten Sie auf Fruchtsäfte, da diese den Insulinspiegel negativ beeinflussen oder trinken Sie frisch gepressten Saft in nur kleinen Mengen bzw. als Zusatz in Ihr Mineralwasser. Trinken Sie nicht (zu viel) zum Essen, damit Sie die Verdauungsenzyme nicht sehr weit verdünnen, was die Aufspaltung der Nahrung beeinträchtigen würde.

Das Salz
Salz, der weiße Tod? Ein Mineral, das essentiell im Körper vorkommt und so weitreichende Funktionen erfüllt, kann zunächst nicht so schlecht sein, wie teilweise behauptet wird. Es macht keinen Sinn, den Salzkonsum auf null herunterzufahren, in der Hoffnung, damit irgendetwas zu erreichen, außer Gegenwehr des Körpers mit Fehlreaktionen. Neben dem gesunden Menschenverstand belegen dies auch aktuelle Studien, die bei totalem Salzverzicht eine Erhöhung des Blutdrucks und eine verminderte Lebensdauer nachweisen, denn nur ein kleiner Teil der Menschen mit Bluthochdruck ist salzsensibel und kommt damit für eine drastische Reduktion in Frage. Aber: In der Praxis können wir ohne invasive Methoden Personen beschreiben, die den Salzkonsum so stark übertrieben haben, dass das Salz in den Arterien stecken bleibt, deren Gefäßwände buchstäblich wie die biblische Salzsäule erstarren. Auch solche Menschen, die mit Salz völlig unterversorgt sind, obwohl Sie übermäßig viel Salz zuführen. Daher vielleicht auch die vielen widersprüchlichen Studienergebnisse der Vergangenheit. Alles wird immer dualistisch in gut oder böse, in gesund oder krank, in möglich oder unmöglich klassifiziert, statt die Zwischenbereiche zu beachten. Häufig liegt das Problem an der Art des zugeführten Salzes. Sie benötigen natürliches Salz aus Kräutersalzmischungen, aus Meersalz und vielleicht auch aus gewissen Stein/Kristallsalzen und weniger Kochsalz, um eine optimale Versorgung zu erreichen, dann klären sich die meisten „Studienlücken“ ganz von selbst. Übertreiben sollten Sie es mit keinem der Mineralien, wie ich weiter unten noch erläutern werde – aber das wissen Sie sicher schon selbst.

Übersäuerung

Übersäuerung ist aus meiner medizinisch-naturheilkundlichen Sicht ein häufig missverstandenes Wort. Das Blut zum Beispiel kann nicht übersäuern; eine Übersäuerung des Blutes ist mit dem Leben nicht vereinbar. Der Körper verfügt über wirksame Puffer-Mechanismen, um der oft zitierten Übersäuerung entgegenzuwirken. Beispielsweise den Bikarbonatpuffer und sogar die Atmung, über die durch verstärkte Aktivität der Ph-Wert reguliert werden kann. Statt von Übersäuerung zu spr, sollten wir lieber von Überlastungen sprechen. Es liegt auf der Hand, dass einzelne Organsysteme bei einseitiger Dauerüberlastung kollabieren können. Aussagen, dass zum Beispiel für die Zufuhr von Eiweiß keine Obergrenze existiere, da die gängigen Untersuchungen mit einem Nachweis von Nierenschäden durch hohe Eiweißzufuhr sich auf renal vorgeschädigte Patientenkollektive stützten, vernachlässigen die individuellen Unterschiede der spezifischen Stoffwechselleistungsfähigkeit. Ist ein Filterorgan überlastet, müssen weitere Organe einspringen und den vermehrten Anfall von Stoffwechselendprodukten kompensieren. Dass eine Überlastung der Filterorgane nun auch generelle Leistungsminderungen nach sich ziehen kann, wird hier deutlich, denn der Körper funktioniert als Einheit. Was wir aber nicht sagen können, ist wie viel jemand verträgt, bevor die Überlastung eines jeweiligen Organsystems stattfindet. Diagnostizieren lassen sich in der Praxis aber sowohl die Anlage zur Organüberlastung als auch die manifeste Störung.

Abwechslung

Suchen Sie sich einen großen Pool leckerer Lebensmittel, aus denen Sie abwechselnd wählen. Auf diese Weise sinkt das Risiko, durch einseitige Ernährung Mangelerscheinungen zu entwickeln. Gleichzeitig minimieren Sie das Allergierisiko, da Lebensmittelallergien häufig gegen Lebensmittel entstehen, die wir ständig konsumieren, natürlich die Allergieveranlagung vorausgesetzt.

Nahrungsergänzungsmittel

In der heutigen Zeit ist unser Körper (Umwelt-)Belastungen ausgesetzt, die häufig nur schwer kompensiert werden können. Eine zeitweise treffend ausgewählte Ergänzung der Nahrung kann sehr sinnvoll sein, gerade um einen eventuell starken Mangel zu beseitigen, die Verdauung zu entlasten oder eine pharmakologische Wirkung zu erzielen. Auch können gespeicherte Toxine, wie Schwermetalle, durch geschickte Supplementation, ausgeleitet werden. Beachten Sie aber: Die Menge macht auch hier das Gift. Billigprodukte können eventuell nicht verwertet werden und stellen oft eine zusätzliche Belastung dar. Hierzu gibt es übrigens eine sehr gute aktuelle Studie, die den langfristigen, hochdosierten „Missbrauch“ von Calciumpräparaten untersucht hat. In diesem Zusammenhang komme ich wieder auf den Mineralüberschuss von weiter oben zurück. Wen, der auch nur etwas Ahnung von der menschlichen Physiologie besitzt, wundert es, dass sich das Calcium in Organen und Arterien abgelagert und zu arteriosklerotischen Krankheitsbildern, Thrombose und Apoplex geführt hat.

Süßigkeiten, Gebäck, Fastfood

Dass diese in der Basisernährung nichts verloren haben, heißt nicht, dass Sie niemals solche Mittel (denn es sind keine „Lebensmittel“) konsumieren dürfen. Sehen Sie das so genannte Junk-Food als besonderen Bonus, von dem Sie sich von Zeit zu Zeit eine angemessene Menge gönnen. Dann darf das schlechte Gewissen gerne ausbleiben. Die Basisernährung muss stimmen, totaler Verzicht wird den meisten von uns nicht nur keine Vorteile bringen, sondern zusätzlichen Stress generieren.

Die Psyche in der Oecotrophologie

In psychiatrischen Kliniken wurde der Einfluss einer natürlichen Ernährung auf den Therapieerfolg untersucht. In Gefängnissen wurde der Einfluss einer natürlichen Ernährung auf das Aggressionspotenzial und auf Depressionen während der Gefangenschaft untersucht. In Schulen wurde der Einfluss der Ernährung auf das Lernverhalten der Kinder untersucht. Die Resultate sind so klar, wie auch absehbar und müssen daher nicht weiter erwähnt werden.

Wie soll es dem Menschen in seiner Psyche gut ergehen, wenn die Nahrung nicht liefert, was der Organismus benötigt? Wie soll es dem Menschen psychisch wohl ergehen, wenn Stoffwechselendprodukte nicht mehr über die Eliminierungsorgane ausgeschieden werden können und der Organismus sich selbst vergiftet. Wie soll sich eine stabile Psyche entwickeln, wenn diese Basis nicht gewährleistet ist? Wie soll der Mensch sich zu Höherem, Großartigem entwickeln, wenn die untersten Bedürfnisse nicht befriedigt sind?

Pharmaindustrie – Ernährung und Medikamente

Der Pharmaindustrie verdanken wir teils wunderbare Möglichkeiten, sowohl in schulmedizinischer, als auch in naturheilkundlicher Therapie. Betrachtet man auch nur als kleinen Ausschnitt die Substitutionsmöglichkeiten bei Funktionsverlust einzelner Drüsen oder die Optionen der durch Medikamente häufig erst möglich werdenden Organtransplantationen, so kann man weder Schulmedizin noch pharmazeutische Industrie entbehren. Einige gängige Notfallmedikamente sind, berechtigter Weise, auch mir als Heilpraktiker zugänglich – sicher möchte ich zum Wohle meiner Patienten nicht darauf verzichten. Viele rezeptpflichtige und auch frei verkäufliche Medikamente werden aber immer noch völlig falsch verschrieben (Antibiotika bei viralen Infektionen/ vorschnell ohne Antibiogramm, Blutdrucksenker ohne vorhergehende Änderungen der Lebensweise, oder auch nicht verschreibungspflichtige Substanzen wie Eisen bei Eisenmangel ohne die Ursache abzuklären) – das liegt aber nicht an den Produzenten, sondern an den Negativbeispielen derer, die die entsprechenden Verordnungen durchführen, obwohl es in der Universitätsliteratur explizit anders gelehrt wird. Denn die Pharmaindustrie gibt die Medikamente nicht an den Patienten ab. Die bekannte Argumentation mit dem Zeitmangel als Rechtfertigung ist natürlich absurd. Zudem stellt die pharmazeutische Industrie eine Vielzahl relevanter frei verfügbarer Medikamente in Form von beispielsweise Phytotherapeutika, (Multi-)Vitamin- und Mineralprodukten für besondere Ernährungszwecke zur Verfügung. In der heutigen Zeit der „zweiten Meinung“, in der uns sämtliche Informationswege zu jeder Zeit offen stehen, kann von jedem mündigen Erwachsenen erwartet werden – und das gilt insbesondere für die Angehörigen der Heilberufe – sich selbst ausreichend über eventuelle Nebenwirkungen, die bei Eigenmedikation und bei Abgabe an Patienten vorkommen können, vorab zu informieren, das Risiko einzuschätzen, eine begründete Entscheidung zu fällen und die Verantwortung nicht von sich zu weisen.

Zudem soll sich die Behandlung auch an den Bedürfnissen des Patienten orientieren. Viele Patienten wollen aber gar nicht gesund werden beziehungsweise wollen Ihren Lebensstil nicht ändern, um Gesundheit wieder herzustellen. Für mich liegt es auf der Hand, dass dann schulmedizinische Medikamente nötig sind (die eigentlich nicht gebraucht würden), um das Leben des Patienten, wenn auch auf niedrigerem Niveau, zu sichern. Der Arzt hat in diesen häufigen Fällen keine andere Wahl, um die entstehenden Schäden zumindest hinauszuzögern. Absolut vertretbar aus meiner Sicht. Allerdings bitte nicht auf Kassenrezept zu Lasten aller übrigen Versicherten, sondern mindestens mit Eigenanteil.

Bewegung

Sportliche Betätigung ist für unser Wohlbefinden notwendig. So ermöglicht ein regelmäßiges Bewegungstraining neben dem Erhalten oder Wiedergewinnen der körperlichen Leistungsfähigkeit das Abreagieren von aufgestauten Aggressionen und trägt so zu Ihrer Entspannung bei. Langfristig stabilisiert sich Ihr Immunsystem und das Hungergefühl wird reguliert. Im Folgenden werden speziell das Ausdauer- sowie das Krafttraining für beide Geschlechter erwähnt, da hier jeweils eine sehr sichere und gleichzeitig effektive Trainingsform vorliegt. Natürlich sind auch andere Sportarten beziehungsweise Bewegungsformen sehr gut dafür geeignet, etwas zu Ihrer körperlichen Fitness und Gesundheit beizutragen. Entscheiden Sie sich für etwas, das Ihnen dauerhaft Freude bereitet.

Ausdauersport

Bewegen Sie sich ausreichend im Freien, durch Spaziergänge und/ oder ein adäquates Ausdauertraining (Fahrradfahren, Joggen etc.) mit einer Dauer von 30 bis 60 Minuten. Die Kombination von 2x Krafttraining und 2x Ausdauertraining pro Woche zeigt sich hier als besonders günstig für Ihre Leistungsfähigkeit. Laufen Sie häufig Barfuß. Ausdauersport hat sich als Hirnsubstanzsteigernd und -ökonomisierend erwiesen; ein besonders wichtiger Hinweis als Prophylaxe für Krankheitserscheinungen, die mit einer Degeneration des Gehirns einhergehen.

Krafttraining

Ideal ist zusätzlich ein zwei Mal pro Woche durchgeführtes Krafttraining für 30 bis 45 Minuten mit ausschließlich freien Gewichten, also Kurz- und Langhanteln und entsprechenden Steck- oder Schraubhantelscheiben, die Sie für wenig Geld für zuhause kaufen können. Bestens bewährt haben sich Übungen, bei denen Sie möglichst viele Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen. Diese Übungen können Sie relativ einfach erlernen. Führen Sie die Übungen mit einer Geschwindigkeit aus, die Ihnen jederzeit die volle Kontrolle über das verwendete Gewicht belässt. Pro Übung führen Sie ein bis drei Sätze, bei einer Wiederholungszahl von ein bis 20, aus. Wechseln Sie zwischen mehrwöchigen Trainingsphasen mit höheren (bis 20), mittleren (bis 12) und geringeren (bis 6) Wiederholungen. Entsprechend variieren sie Ihr Trainingsgewicht. Steigern Sie sich regelmäßig. Durch das oben beschriebene Krafttraining stimulieren Sie optimal die körpereigene Synthese anaboler (= Körpergewebe aufbauender), antikataboler (= Muskelabbau verhindernder) und stoffwechselanregender (= Fett verbrennender) Hormone und weiterer Substanzen wie Testosteron, Wachstumshormon, Insulin, Schilddrüsenhormon, IGF-1 etc.. Trainieren Sie hingegen zu lange und zu häufig bei geringerer Intensität, übertrainieren Sie eher, was die körpereigene Stresshormonproduktion zu stark anregt und Ihre Trainingseffekte mindert. Probieren Sie aus, bei wie vielen Trainingseinheiten Sie sich am besten fühlen. Passen Sie die Intensität Ihrer sportlichen Betätigung Ihrem momentanem Leistungsvermögen an und überfordern Sie sich nicht – fordern sollen Sie sich hingegen schon. Suchen Sie sich einen kompetenten Trainer, der Ihnen die Freigewichtsübungen demonstrieren kann, damit Sie von ihm oder ihr die biomechanisch korrekten Bewegungsabläufe erlernen können.

Entspannung

Sorgen Sie für ausreichend Eustress. Dies ist der positive Stress, den wir durch mentales Training, weitere aktive Entspannungsmaßnahmen und das Aufgehen in Tätigkeiten, die uns Freude bereiten, täglich erleben sollten. Im Gegensatz dazu steht der als Disstress bezeichnete negative Stress, der durch Überforderung im psychischen und physischen Bereich gekennzeichnet ist und sich ungünstig auf unser Befinden auswirkt, was langfristig Krankheitsprozesse begünstigen kann. Wenn Sie nicht gerne in die Sauna gehen, dann sind vielleicht Massagen oder Yoga besser ür Sie geeignet? Nicht jede „Freizeitbeschäftigung“ ist für jeden gleichermaßen empfehlenswert, so wie nicht für jeden Kurpatienten die See oder das Hochland geeignet ist. Ein anstrengendes Basenbad, bei dem der Körper gezwungen wird, den Ph-Wert des Wassers durch Abgabe von H+Ionen zu kompensieren, ist vielleicht nicht das Richtige, wenn die Betroffenen an Säuremangel im Magen leiden, kann ansonsten jedoch zur Entspannung beitragen. Legen Sie besonderen Wert auf Ihre persönliche Entwicklung in körperlicher, geistiger und seelischer Hinsicht. Gewinnen Sie Freude am Lernen und neuen Erfahrungen. Sehen Sie Herausforderungen und Belastungen als Chance und gestalten Sie Ihren Alltag nach Ihren persönlichen Bedürfnissen. Ihnen stehen jederzeit alle Möglichkeiten in jeglicher Hinsicht offen. Nutzen Sie diese – Sie haben es selbst in der Hand. Was wollten Sie schon immer lernen? Was schon immer machen? Richten Sie Ihr Konsumverhalten danach aus, was Ihnen das Leben leichter macht und nicht danach, was Sie am meisten leiden lässt, weil Sie nur für andere und nicht für sich selbst konsumieren. Wir leben in einer konsumierenden Gesellschaft, also wollen wir auch daran partizipieren – aber bitteschön für uns selbst, um unser Leben angemessen damit zu begleiten. (Denis Tengler, Heilpraktiker www.Naturheilpraxis-Tengler.de)

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

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