Glaubersalz – Wirkung und Anwendung

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Glaubersalz ist ein Pulver, dass bei Obstipation (Verstopfung) oder zur Reinigung des Darmes vor dem Heilfasten angewandt wird. Dies ist ein abführendes, sehr bitter schmeckendes Salz, das aus Natriumsulfat-Decahydrat besteht. Die äußerst radikale Wirkung, mit der meistens circa dreißig bis neunzig Minuten nach Einnahme zu rechnen ist, geht darauf zurück, dass dem Speisebrei im Darm das Wasser nicht entzogen wird und dieser sich dann durchfallartig entleert. Von einer längeren und/oder häufigen Einnahme ist unbedingt abzuraten, da dies zu einer Flüssigkeitsretention im Körper führen und somit Ödeme oder einen Bluthochdruck (Hypertonie) auslösen kann. Natürliches Vorkommen von Natriumsulfat ist in Salzseen, Meerwasser und mineralischen Quellen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtlicher Rückblick
Wie das Glaubersalz wirkt
Anwendung
Wer Glaubersalz nicht anwenden sollte
Nebenwirkungen
Zubereitung
Sanfte Alternativen zu Glaubersalz
Natrium sulfuricum: Gebrauch in der Naturheilkunde

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Geschichtlicher Rückblick

Der Name Glaubersalz geht auf den Arzt und Apotheker Johann R. Glauber zurück. Dieser hat aus Natriumchlorid und Schwefelsäure dieses Mittel entwickelt, das er als Sal mirabilis bezeichnete. Selten wird Natriumsulfat aus natürlichen Mineralien hergestellt, da dies häufig als Nebenprodukt in der chemischen Industrie anfällt. Natriumsulfat dient in Waschmitteln vorkommend als Füllmittel und wird ebenfalls in der Glas-, Textil-und Farbindustrie eingesetzt. Aber auch in Heilbädern, wie zum Beispiel Marienbad, ist Glaubersalz enthalten.

Wie das Glaubersalz wirkt

Das Glaubersalz arbeitet nach Wirkungsweise der Osmose. Das bedeutet, dass dabei Wasser aus dem Blut dem Darm wieder zurückgegeben und diesem nicht, wie bei einem normalen Verdauungsvorgang üblich, entzogen wird. Dies geschieht durch die hohe Salzkonzentration, die sich durch das Glaubersalz im Darm befindet. Sie bindet das Wasser im Darm, wodurch das Lumen vergrößert wird, was den Darm dazu veranlasst sich zu bewegen und schneller zu entleeren und zwar durchfallartig. Glaubersalz schmeckt extrem bitter. Dies kann durch Zugabe von Zitronen- oder Orangensaft etwas gemildert werden. Wichtig bei der Verwendung von Glaubersalz ist, die verlorene Flüssigkeit durch genügend Trinkmenge dem Körper wieder zurückzugeben.

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Gegen eine Verstopfung kann Glaubersalz äußerst hilfreich sein. Bild: Eskymaks/fotolia.de

Anwendung

Das Glaubersalz wird heute meistens zur Vorbereitung auf eine Heilfastenkur angewandt. Auch für die Darmreinigung vor einer Darmspiegelung ist dieses Salz in den dafür verordneten Mitteln enthalten. Zur kurzzeitigen Beseitigung massiver Verstopfung wird Glaubersalz ebenfalls verwendet.

Wer Glaubersalz nicht anwenden sollte

Glaubersalz sollte nicht angewandt werden, wenn die Betreffenden einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt besitzen. Vorsicht auch bei der Einnahme der Anti-Baby Pille. Diese sollte auf jeden Fall in genügendem Abstand zu Glaubersalz eingenommen werden, damit sie durch die Darmentleerung ihre Wirkung nicht verliert. Hypertonie-Patienten dürfen dieses Abführmittel auf keinen Fall anwenden, da dadurch der Blutdruck noch mehr steigen kann. Auch ist die die Einnahme bei Störungen des Wasser-und Elektrolythaushaltes kontraindiziert, ebenso bei bestehenden Darmentzündungen und unklaren Bauchschmerzen. Glaubersalz ist generell nicht für die regelmäßige Anwendung geeignet. Um wiederkehrende Verstopfung zu beseitigen sollten andere, sanftere Methoden angewandt werden.

Nebenwirkungen

Allein die Einnahme von Glaubersalz kostet meist große Überwindung. Immer wieder berichten Betroffene davon, sich nach einigen Schlucken schon übergeben zu müssen. Durch die Einnahme dieses Abführmittels können Mineralstoffe, wie zum Beispiel Kalium dem Körper verloren gehen, was zu einem Kaliummangel und entsprechenden Herzstörungen und Muskelschwächen führen kann. Daher sollten Herzkranke auf keinen Fall Glaubersalz verwenden. Die Wirkung von Medikamenten kann durch das Abführsalz vermindert oder verändert werden. Diese werden deshalb am beste erst nach der kompletten Darmentleerung eingenommen. Dies gilt ebenso für die Anti-Baby Pille. Die Menge an Natrium im Körper steigt durch die Anwendung von Glaubersalz, was zur Entwicklung von Ödemen führen kann. Die Wirkung von Glaubersalz ist teilweise sehr heftig. Deshalb ist ein ärztliches Abklären vor der Einnahme zu empfehlen.

Zubereitung

Für einen Glaubersalz-Trunk werden ein bis drei gehäufte Teelöffel in ein Glas mit lauwarmem Wasser gegeben. Die Menge richtet sich nach Körpergewicht und Empfindlichkeit. Das Ganze wird so lange gerührt, bis sich alle Kristalle aufgelöst haben. Um den bitteren Geschmack etwas zu mildern, kann dem Getränk etwas Zitronen- oder Orangensaft zugesetzt werden. Der Glaubersalz-Trunk wird, wenn Alles aufgelöst ist, auf einmal getrunken und mit einem weiteren Glas Wasser hinuntergespült. Im Normalfall tritt die Wirkung nach einer halben bis einer Stunde ein. Diese kann aber auch bis zu drei oder mehr Stunden auf sich warten. Auch berichten immer wieder Betroffene davon, dass sich gar keine oder nur eine geringe Wirkung zeigte. Wenn Glaubersalz eingenommen wurde, sollte am besten in den nächsten Stunden eine Toilette in unmittelbarer Nähe sein und das Haus besser nicht verlassen werden.

Sanfte Alternativen zu Glaubersalz

Zu den sanften Alternativen des Glaubersalzes gehört der altbekannte Einlauf. Diese Methode ist wesentlich sanfter, wirkt schneller und die Prozedur ist relativ schnell vorbei. Der wesentliche Unterschied zu Glaubersalz ist jedoch, dass der Einlauf nur einen Teil des Darmes erreicht.

Sennesblätter oder Faulbaumrinde sind Pflanzen, die in der Naturheilkunde bei länger bestehender Verstopfung zur Darmentleerung angewandt werden. Dies jedoch nur kurzfristig, da – obwohl es sich um naturheilkundliche Mittel handelt – Nebenwirkungen damit verbunden sind. So können diese Pflanzen die Magenschleimhaut reizen und zu Übelkeit und Erbrechen führen. Liegen Herz- und/oder Nierenerkrankungen oder akute Entzündungen im Magen-Darm-Trakt vor, so ist von der Anwendung unbedingt abzusehen. Bei Schwangeren, Stillenden und Kindern ist dies ebenso kontraindiziert.

Eine wesentlich sanftere Methode ist das Trinken von zwei Gläsern Sauerkrautsaft morgens und zwar in nüchternem Zustand. Dies hat nicht solche massiven Entleerungen zur Folge, wie sie bei Glaubersalz u beobachten sind, aber dafür ist die Methode sehr sanft und schonend. Das Gleiche gilt für das Trinken von zwei Esslöffeln Apfelessig in einem Glas Wasser, ebenfalls morgens und nüchtern.

Natrium sulfuricum: Gebrauch in der Naturheilkunde

Natrium sulfuricum, auch Natriumsulfat genannt, Bestandteil des Glaubersalzes, kommt auch in der Naturheilkunde zur Anwendung. So ist dies in der klassischen Homöopathie zum Beispiel ein Mittel bei akuten Darmentzündungen, Durchfall, Entzündungen im HNO-Bereich und Schmerzen in den Gelenken, um nur ein paar Anwendungsbereiche zu erwähnen. In dem Bereich der Schüssler Salz Therapie wird das Schüssler-Salz Nummer 10 (Natrium sulfuricum) zum Beispiel zur Ausscheidung von Schlacken und Giften, Anregung des Stoffwechsels, gegen Durchfälle und Lebererkrankungen angewandt. (sw)