Kolloidales Silber

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Susanne Waschke

Kolloidales Silber (bzw. kolloides Silber) besteht aus äußerst kleinen, positiv geladenen Silberteilchen. Diese kleinsten Partikel haben einen Durchmesser von 0,005 bis 0,015 µm (1 µm = 1 Millionstel Meter). Sie sinken nicht auf den Boden des Gefäßes, da sie sich ständig, bedingt durch deren elektrische Ladung, gegenseitig abstoßen. Hinzu kommt die Brown´sche Molekularbewegung, die ein Absinken verhindert. Silber wurde früher gegen Dämonen und Krankheiten angewandt. Geschabt und mit den verschiedensten Pflanzen gemischt, war dies zum Beispiel ein Mittel gegen Tollwut und Nasenbluten.

Inhaltsverzeichnis

Silber – Geschichtlicher Rückblick
Was ist kolloidales Silber?
Wirkungsweisen
Anwendungsbereiche – innerlich
Anwendungsbereich äußerlich
Anwendung im Haushalt
Allgemeines
Qualität
Nebenwirkungen
Anwendung bei Tieren

Silber – Geschichtlicher Rückblick

Schon in der Antike war Silber in der Behandlung von Krankheiten bekannt. Griechen, Römer, Chinesen und Inder wandten dies an. Die Benediktinerin und Heilerin Hildegard von Bingen (1098-1179) nutzte Silber zur Behandlung von Husten und Verschleimungen. Der vor allem in der Naturheilkunde bekannte deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843), Begründer der Homöopathie, nahm Silberverbindungen in seine homöopathischen Mittel mit auf. In der vor mehr als 5000 Jahren entdeckten Akupunktur wurden und werden immer noch bis heute Silbernadeln verwendet. Auch in der Alchemie war und ist heute noch das sogenannte „Argentum Potabile“ (Silber Essenz) bekannt, das zu den Metallessenzen gehört.

Im täglichen Leben kam Silber ebenso zum Einsatz. So wurden Vorräte in Silbergefäßen aufbewahrt und mit Silberbesteck gegessen. Silbermünzen in Milch verhinderten das Sauer werden und in Wasser gelegt, machten sie dieses haltbarer. Auch zur Konservierung wurde Silber verwendet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die kolloidale Form des Silbers entdeckt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dies noch weiter erforscht und schließlich auch deren keimtötende Wirkung anerkannt.

Was ist kolloidales Silber?

Kolloide sind kleinste Teilchen oder Tröpfchen, die in einem Medium, hier in Wasser, vorkommen. Deren Größe beträgt zwischen 1nm und 10nm. Das Silber ist sichtbar in Form eines Schleiers. Kolloidales Silber ist eine sogenannte Dispersion, die aus reinem Silber und Wasser besteht, das frei von Mineralien ist. In einem Liter Wasser befinden sich circa drei bis fünfzig Milligramm Silber. Durch den Vorgang der Elektrolyse wird Silber an das Wasser abgegeben. Werden zwei Silberstäbe in destilliertes Wasser getaucht und wird daran eine Spannung angelegt, lösen sich nach kurzer Zeit Silberpartikel.

Wirkungsweisen

Kolloidales Silber wird mittlerweile bei den verschiedensten Erkrankungen eingesetzt und dies nahezu frei von Nebenwirkungen. Jedoch ist die Wirkungsweise bis heute nicht vollständig erforscht. Kolloidales Silber tötet Bakterien und Viren und hemmt die verschiedensten Parasiten und Pilze. Silber kommt in Form von kleinsten Partikeln vor, was diesen ermöglicht, leicht in den Körper einzudringen und dort in die fernsten „Gegenden“ zu gelangen.

Bei Bakterien dringt das kolloidale Silber in diese ein und nimmt ihnen die Luft zum Atmen, was bedeutet, dass der Stoffwechsel dieser Eindringlinge unterbunden wird und somit das Bakterium abstirbt. Die „gesunden“ Bakterien im Körper bleiben davon unbeschadet,denn Silber richtet sich nur gegen die aggressiven Varianten. Bei Viren erfolgt die Vernichtung dadurch, dass bestimmte Nukleinsäuren zerstört werden, die für das Leben von Viren wichtig sind. Auch Einzeller, Pilzsporen und Plasmodien werden von kolloidalem Silber abgetötet. Zerstörte Parasiten werden anschließend vom Körper ausgeschieden. Hefepilze hauchen ihr Leben aus, da das Silber das Enzym Phosphomannose Isomerase hemmt.

Kolloides Silber wirkt aber nicht nur zerstörend, sondern auch unterstützend. So fördert es das Zellwachstum und kurbelt die Wundheilung an, hemmt die Histaminausschüttung bei allergischen Reaktionen und stärkt das Immunsystem. Ist der Körper mit Schwermetallen belastet, so kann zum Beispiel durch die Gabe von kolloidalem Silber, dieser entgiftet werden.

Anwendungsbereiche – innerlich

Bei der Anwendung von kolloidalem Silber sind Menge und Reinheit sehr wichtige Komponenten. Die Einnahme erfolgt entweder unverdünnt oder mit etwas Wasser vermischt und sollte etwas unter der Zunge verbleiben, bevor geschluckt wird. Das kolloidale Silber darf nicht mit einem Metallgefäß- oder löffel in Berührung kommen. Daher wird am besten Plastik oder Holz verwendet.

Beispiele für den innerlichen Gebrauch von kolloidalem Silber sind Erkältungen, grippale Infekte, bakteriell bedingte Entzündungen, Halsschmerzen, Durchfall, Magenschleimhautentzündungen, Dickdarmentzündungen, Allergien, Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen, Candida Albicans, chronische Müdigkeit, Virusinfektionen, eine Augenentzündung und das Ausleiten von Amalgam. Gerade dann, wenn ein Antibiotikum das Mittel der Wahl ist, dies jedoch nicht wirkt, weil das zugrunde liegende Bakterium eine Resistenz entwickelt hat, ist der Versuch mit kolloidalem Silber durchaus zu empfehlen.

Bei Erkrankungen im Mund- und Rachenraum kann mit kolloidalem Silber gegurgelt und der Mund damit gespült werden. Augen sind äußerst empfindlich, aber auch hier ist der Einsatz von kolloidalem Silber möglich. Sowohl als Nasenspray, zum Beispiel bei Schnupfen oder Nebenhöhlenentzündungen, als auch zur vaginalen und rektalen Applikation ist dies ebenfalls geeignet.

Soll das kolloidale Silber seine Wirkung vor allem im Dickdarm zeigen, zum Beispiel aufgrund einer Dybakterie (Ungleichgewicht der Bakterien), wird die Einnahme mit einer großen Menge Wasser empfohlen, damit dies nicht schon unterwegs im Verdauungstrakt resorbiert wird. Eine sich anschließende Kur mit Joghurt und/oder physiologischen Darmbakterien ist zusätzlich empfehlenswert, jedoch nur, wenn sehr hoch dosiert wurde.

Im Allgemeinen ist die Dosierung sparsam zu gestalten und die Anleitung des jeweiligen Herstellers zu beachten. Auch sollte die Anwendung nicht ohne Absprache mit einem Therapeuten erfolgen. Bereits kleinste Mengen sind in der Lage Erreger zu töten. Je reiner das Produkt ist, desto weniger wird davon gebraucht. Je akuter die Erkrankung ist, desto häufiger wird das kolloidale Silber angewandt.

Anwendungsbereich äußerlich

Kolloidales Silber ist ein gutes Notfallmittel, um Wunden, Entzündungen, Verbrennungen und Insektenstiche zu behandeln. Auch ist dies hilfreich bei Psoriasis (Schuppenflechte), Neurodermitis, schlecht heilenden Wunden, Herpes, Fußpilz, Warzen, Allergien, verschiedensten Hautirritationen und vielem mehr. Hierbei wird das Argentum Colloidale entweder mit Hilfe einer Sprühflasche aufgesprüht, mit einem getränkten Läppchen abgetupft oder auf die betroffene Stelle gelegt. Die Anwendung erfolgt am besten mehrmals am Tag. Eine weitere Möglichkeit ist das Auftragen von Creme, die kolloidales Silber enthält.

Herpes
Gegen Herpes kann kolloidales Silber eingesetzt werden. Bild: Marco2811/fotolia.com

Anwendung im Haushalt

Kolloidales Silber findet durchaus auch Anwendung im Haushalt. Da dies die verschiedensten Keime abtöten kann, ist eine Verwendung zur täglichen Reinigung vor allem in Küche, Bad und Toilette möglich.

Allgemeines

Kolloidales Silber sollte stets vor der Anwendung geschüttelt werden. Wichtig ist auch die Aufbewahrung, und zwar Licht geschützt, kühl und niemals in der Nähe von elektromagnetischen Feldern, wie zum Beispiel einem Kühlschrank, Fernseher, Handy oder der Mikrowelle. Die Konzentration wird in ppm (parts per million) angegeben. Das ist die Anzahl der Silberpartikel im Verhältnis zu dem Wasseranteil. 50 ppm bedeutet demnach, dass 50 mg Silber in einem Liter Wasser enthalten sind. Das vielseitig einsetzbare „Silberwasser“ ist ein guter Begleiter in der Haus- und Reiseapotheke.

Qualität

Für die Anwendung von kolloidalem Silber ist die Qualität sehr wichtig. Ein hochwertiges Produkt ist stets klar und durchsichtig. Der Geschmack sollte etwas metallig sein. Ebenso spielt die Güte des Wasserreinigungs- und Filtergeräts bei der Herstellung eine große Rolle. Dem „Silberwasser“ dürfen keine Salze zugesetzt werden. Die Farbe sagt nichts über die Qualität aus. So kann das kolloidale Silber durchaus leicht gelblich oder bräunlich sein, solange es völlig klar ist.

Nebenwirkungen

Bei ordnungsgemäßem Gebrauch sind in der Regel keine Nebenwirkungen zu befürchten. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt. Bei der Anwendung von äußerst großen Mengen oder wenn eine Niereninsuffizienz vorliegt, kann eine sogenannte Argyrie (Blauverfärbung von Haut und Schleimhaut) auftreten. Diese entsteht durch Ablagerungen von Silber. Werden über einen längeren Zeitraum größere Mengen an kolloidalem Silber eingenommen, können eventuell auch die physiologischen Bakterien im Darm abgetötet werden. Deshalb wird in der Regel begleitend der Verzehr von Joghurt oder auch physiologischen Darmbakterien empfohlen, wenn mit etwas größeren Mengen der Dickdarm behandelt werden soll.

Auf eine mögliche Nebenwirkung sollte noch hingewiesen werden, und zwar eine eventuell eintretenden kurzzeitige Erstverschlimmerung, die in der Naturheilkunde bei den verschiedensten Therapie als völlig „normal“ gilt. Tritt dies auf, wird die Einnahme einfach solange unterbrochen, bis die Symptome abgeklungen sind.

Anwendung bei Tieren

Kolloidales Silber kann sowohl äußerlich als auch innerlich bei Tieren angewandt werden Ähnlich wie bei Kindern ist hier vorsichtig zu dosieren. Immer wieder berichten Tierhalter davon, wie sie mit Erfolg das Silber in der Behandlung ihrer Lieblinge eingesetzt haben, so zum Beispiel bei Wunden, die durch Besprühen mit kolloidalem Silber schneller heilten, oder bei Infektionen im Mundraum, bei Durchfall, Blasenentzündungen und vielem mehr. Haustierdecken- und kissen können mit kolloidalem Silber sauber gehalten werden, da dies Parasiten abtöten kann. Die Behandlung mit dem „Silberwasser“ sollte allerdings vorher therapeutisch abgeklärt werden. (sw)

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