Magnetfeldtherapie

magnetfeldtherapie
Susanne Waschke

Schon in der Antike wurden Beschwerden mit Hilfe der Magnetfeldtherapie in Form von Magnetsteinen behandelt, ohne eigentlich so richtig deren Wirkung zu kennen. Reine Intuition ließ die Menschen damals das richtige Heilmittel zur richtigen Zeit anwenden.

Über die Magnetfeldtherapie, die älter als Akupunktur ist, existieren viele wissenschaftliche Abhandlungen, jedoch ist diese Therapie in der Schuldmedizin teilweise immer noch umstritten, während sie in der Naturheilkunde in vielen Praxen mit Erfolg eingesetzt wird. Bei der Magnetfeldtherapie kommen pulsierende oder statische Magnetfelder zum Einsatz. In der Schulmedizin wird diese Therapie von deren Anhängern vor allem in der Orthopädie angewandt. Die Naturheilkunde setzt die Magnetfeldtherapie zusammen mit vielen verschiedenen natürlichen Behandlungsmethoden zur Prävention, aber auch zur Behandlung verschiedenster Erkrankungen ein. Der Nobelpreisträger der Physik Werner Heisenberg erkannte, dass die Lebensenergie des Organismus von Magnetfeldenergie abhängig ist. Die belebte Natur kann demnach ohne Magnetismus nicht leben.

Inhaltsverzeichnis:
Magnetfeldtherapie
Geschichte der Magnetfeldtherapie
Pulsierende Magnetfeldtherapie
Wirkung der pulsierenden Magnetfeldtherapie
Ablauf der pulsierenden Magnetfeldtherapie
Statische Magnetfeldtherapie
Was beachtet werden muss
Die Magnetfeldtherapie in der Naturheilkunde
Nebenwirkungen der Magnetfeldtherapie

Geschichte der Magnetfeldtherapie

Im Altertum bei den Ägyptern, Chinesen, Griechen und auch Römern wurde bereits die Kraft von Magnetsteinen und Magnetstäben genutzt. Die Römer machten Magnetsteine zu Pulver, um damit Augenleiden, Gicht und Melancholie zu heilen. Schon der griechische Arzt Hippokrates wusste um die Heilkraft der Magneten und empfahl diese bei Epilepsie, Entzündungen und Hämorrhoiden. Laut Überlieferungen wendete Franz Anton Mesmer (1734 – 1815) bei der Behandlung einer blinden Patientin einen Magneten mit Erfolg an. Auch Paracelsus bezog regelmäßig Magnete in seine Therapiearbeit mit ein. In der Neuzeit begannen die Menschen, diese alte medizinische Behandlungsmethode wieder vermehrt einzusetzen.

Iron ore - Magnetite and Hematite from Island of Elba, Italy.
Die Heilkraft magnetischer Steine wurde bereits vor Jahrhunderten genutzt. Bild: Kletr/fotolia.com

Durch die Entdeckung der Elektrizität bekam die Anwendung der Magnete eine ganz andere Form. Die „neue“ Magnetfeldtherapie, die sich daraufhin entwickelte, hatte mit der „alten“ Magnettherapie wenig gemein. Das neunzehnte und zwanzigste Jahrhundert war die Zeit, in der sich viele Wissenschaftler mit den biophysikalischen und physiologischen Wirkungsmechanismen der Magnetfeldtherapie beschäftigte. Doch sind dies bis heute noch nicht vollkommen erforscht und bestätigt, obwohl mittlerweile mehr als sechstausend Veröffentlichungen von medizinischen Studien, bezüglich der Magnetfeldtherapie existieren.

Pulsierende Magnetfeldtherapie

Im neunzehnten Jahrhundert wurde durch weiteres Forschen auf dem Gebiet der Magnetfeldtherapie festgestellt, dass pulsierende Magnetfelder die Zellen des Körpers in Eigenschwingung versetzen. In den sechziger Jahren entwickelten der Chirurg Fritz Lechner und der Physiker Werner Kraus eine Methode, um mit Hilfe pulsierender Magnetfelder, geschädigte Zellen positiv zu stimulieren. Die Magnetfeldtherapie wurde angewandt, um die Kallusbildung bei Knochenbrüchen anzuregen. Durch die pulsierenden magnetischen Schwingungen wird die Sauerstoffaufnahme der Körperzellen verbessert, der Energiestoffwechsel erhöht und die Körperabwehr angeregt. Bei der pulsierenden Magnetfeldtherapie gelangt über ein Steuergerät ein Impuls an sogenannte Spulen, wodurch ein Magnetfeld aufgebaut wird. Der Impuls wird über die Steuerung immer wieder weggenommen und hingeführt. Meist verfügen die verwendeten Steuergeräte über verschiedene Programme, die je nach Erkrankung eingesetzt werden können.

Wirkung der pulsierenden Magnetfeldtherapie

Der kleinste „lebende“ Baustein des Menschen ist die Zelle. Jeder Mensch besteht aus ungefähr 100 Billionen Zellen. Sämtliche Zellen müssen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, haben individuelle Aufgaben und scheiden auch Abfallstoffe aus. Zwischen der Außen- und der Innenseite der Zellmembran herrscht elektrische Spannung, das sogenannte Membranpotential. Die Zellen kommunizieren ständig miteinander. Falsche Ernährung, Umweltbelastungen, Stress und vieles mehr können sich negativ auf das Membranpotential, das normalerweise eine Spannung von 70 – 90 Millivolt besitzt, auswirken. Dadurch können die Zellen nicht mehr richtig ihrer Arbeit nachgehen und die Lebensenergie bereitstellen. Kommt weitere Belastungen wie Rauchen, Alkohol oder Ähnliches hinzu, können Beschwerden, wie zum Beispiel ständige Müdigkeit, Kopfschmerzen, Leistungsabfall und Schlafstörungen entstehen.

In Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Energie eines Magneten den Stoffwechsel im menschlichen Körper dazu anregen kann, vermehrt Aminosäuren herzustellen. Diese sind lebenswichtig und nahezu bei allen Vorgängen im Körper beteiligt. Außerdem fanden Forscher heraus, dass die Durchflutung des Organismus mit magnetischer Energie die Durchblutung fördert, wodurch Verspannungen gelindert werden können. Mit der pulsierenden Magnetfeldtherapie lässt sich sowohl eine gezielte als auch eine ganzheitliche Wirkung erzeugen.

Die neuen Erkenntnisse verhalfen zu einer Weiterentwicklung der einzusetzenden Geräte bei der Magnetfeldtherapie. In verschiedenen Kliniken wird die pulsierende Magnetfeldtherapie schon seit Jahrzehnten eingesetzt. Sie dient vor allem zur Schmerzlinderung im Bewegungsapparat. Ebenso wird diese Therapie bei Arthrose, Osteoporose und Störungen in der Wundheilung verwendet. Auch soll die Magnetfeldtherapie das Immunsystem stärken, das Wohlbefinden erhöhen und den Allgemeinzustand verbessern.

Ablauf der pulsierenden Magnetfeldtherapie

Die pulsierende Magnetfeldtherapie findet bei bequemer Körperhaltung im Sitzen oder Liegen statt. Das erkrankte Körperteil wird in eine sogenannte Röhre geführt, die das Magnetfeld erzeugt. Bei der Therapie ist eigentlich kein Entkleiden nötig, jedoch müssen Gegenstände, wie Schmuck und Uhren abgenommen, werden. Enthält die Kleidung Metall ist diese ebenfalls abzulegen. Die Behandlungsdauer beträgt circa fünfzehn bis dreißig Minuten und wird meist zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt. Die Kosten für eine Behandlung betragen zwischen fünfzehn und dreißig Euro. Die privaten Krankenkassen kommen meist komplett für die Kosten auf, wohingegen die gesetzlich versicherten Personen die Magnetfeldtherapie selbst bezahlen müssen.

Bei der pulsierenden Magnetfeldtherapie kann es mitunter zu einer Erstverschlimmerung kommen, so wie dies auch von anderen naturheilkundlichen Therapien (zum Beispiel der Homöopathie) bekannt ist. Eine kurzzeitige Verschlimmerung der Symptome wird von den behandelnden Therapeuten als gute Reaktion auf die Therapie gewertet. Bei einer Erkrankung, die einen längeren Einsatz der Magnetfeldtherapie erfordert, besteht auch die Möglichkeit einer Behandlung zuhause, mithilfe von Heimgeräten.

Statische Magnetfeldtherapie

Schon im Mittelalter erzielte das Auflegen von Magneten Heilungen. So wurden Magnetpflaster zur Narbenbehandlung befestigt und Dauermagnete auf Akupunkturpunkten angebracht. Heute werden von Anhängern der Magnetfeldtherapie Armbänder mit Dauermagneten getragen, um zum Beispiel Schmerzen, Verdauungsbeschwerden und Hormonstörungen zu lindern.

Vertreter der Magnetfeldtherapie kennen das sogenannte Magnetfeldmangelsyndrom, welches durch das allmählich abnehmende Erdmagnetfeld unserer Erde entsteht. Ebenso wird die Meinung bei den Anhängern der Magnetfeldtherapie vertreten, dass durch die Lebensweise der Menschen, wie zum Beispiel zunehmendem Aufenthalt in Autos, die einem Faraday´schen Käfig nachkommen oder Leben in Betonbauten, einen Abschirmung von den natürlichen Magnetfeldern erfolgt. Kleine oder auch größere flache folienartige Dauermagnete kommen zum Einsatz. Diese sind ganz einfach zu verwenden, kostengünstig und auch wirkungsvoll. In Japan, zum Beispiel, gehört die Magnetfeldtherapie schon lange zu den anerkannten Therapieverfahren.

Die Dauermagnete kommen in der Magnetfeldtherapie zum Einsatz bei den verschiedensten Erkrankungen, wie zum Beispiel bei Verspannungen im Bewegungsapparat, Kopfschmerzen und um die Menge an Schmerzmitteln zu reduzieren. Die Wirksamkeit tritt teilweise schon nach Stunden ein. Wie bei der pulsierenden Magnetfeldtherapie ist auch hier eine Erstverschlimmerung möglich. Diese kann durch Veränderung von Art und Dauer der Anwendung reguliert werden. Verschiedenste Arten von Dauermagneten kommen zum Einsatz. So werden Magnetkissen, Matratzen mit eingearbeiteten Magneten, Magnetfolien, Magnetarmbänder, Einlegesohlen mit Magneten und vieles mehr verwendet.

Was beachtet werden muss

Magnetfeldtherapie sollte nicht bei Personen, die Träger von Herzschrittmachern, Defibrillatoren und Insulinpumpen sind, eingesetzt werden. Ebenso ist die Behandlung mit Magneten bei Schwangeren, Kindern, Personen mit Medikamentenpflastern und nach Organtransplantationen kontraindiziert.

Die Magnetfeldtherapie in der Naturheilkunde

Der Therapieansatz in der Naturheilkunde besagt, dass kranke Zellen ein geringeres Magnetpotential aufweisen als gesunde Zellen. So werden durch den Einsatz der Magnetfeldtherapie die Zellen mit einem Energieschub versehen und sozusagen revitalisiert, was nach Auffassung der Naturheilkunde eine Linderung oder gar Heilung bewirken kann. Dabei werden die Abwehrleistung des Körpers und das vegetative Nervensystem positiv beeinflusst. Das Wissen um die Organzeiten nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kann bei der Magnetfeldtherapie Hilfestellung bieten. So hat zum Beispiel der Magen nach der chinesischen Lehre seine Höchstzeit zwischen sieben und neun Uhr morgens. Um die Wirkung des Magnetfeldes zu erhöhen wird demnach die Behandlung von Magenproblemen in der Zeit zwischen sieben und neun Uhr durchgeführt. Auch andere naturheilkundliche Methoden werden mit der Magnetfeldtherapie angewandt. Nahrungsergänzungsmittel, Pflanzen aus der Phytotherapie oder Schüssler Salze kommen als Begleittherapien in Frage.

Nebenwirkungen der Magnetfeldtherapie

Sowohl bei der Anwendung der pulsierenden Magnetfeldtherapie als auch der statischen Magnetfeldtherapie sind nahezu keine Nebenwirkungen bekannt. Besonders sensible Patienten können mitunter ein Wärmegefühl oder etwas Kribbeln verspüren, was durch Veränderung der Intensität und/oder Dauer der Behandlung gelindert werden kann. (sw)

Bild: B.Stolze / pixelio.de

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