Manuka-Honig Wirkung und Anwendung

manuka-honig
Heilpraxisnet
Schon bei den Griechen war Honig als Heilmittel bekannt. Hippokrates setzte ihn bei Fieber und als Wundauflage ein. Der Manuka-Honig ist jedoch ein ganz besonderer Honig, der vor allem eine stark antibakterielle Wirkung besitzt.

Inhaltsverzeichnis

Honig ist nicht gleich Honig
Innerlicher und äußerliche Anwendung
Innerliche Anwendungsmöglichkeiten
Äußerliche Anwendungsmöglichkeiten
Anwendungsbeschränkungen
Verschiedene Produkte mit Manuka-Honig
Zusammenfassung

Honig ist nicht gleich Honig

Honig besteht aus einer übersättigten Zuckerlösung und zwar aus achtzig Prozent Zucker und zwanzig Prozent Wasser. Zusätzlich ist er reich an Enzymen und enthält Vitamine und Mineralstoffe. Allein schon durch den hohen Zuckergehalt bekommt der Honig seine Wirkung. Der Zucker entzieht den Bakterien das Wasser, wodurch sich diese nicht mehr vermehren können. Hinzu kommt, dass Honig Wasserstoffperoxid enthält, das vor allem bei Wunden entzündungshemmend wirkt.

Manuka Honey honey produced in New Zealand and Australia from the nectar of the manuka or tea tree
Manuka Honig ist in unterschiedlichen Methylglyoxal-Konzentrationen verfügbar. Bild: DPimborough/fotolia.com

Ein weitere Bestandteil ist Methylglyoxal, das durch den Abbau von Zucker entsteht. Dies ist vor Allem verantwortlich für die antibakterielle Wirkung. Der heimische Honig enthält auch Methylglyoxal, jedoch nur in geringer Menge. Manuka-Honig, der aus den Blüten des neuseeländischen Manukastrauches gewonnen wird, enthält davon ein Vielfaches und zwar bis zu 800 Milligramm pro Kilogramm, je nach Lagerung und Herkunft. In haushaltsüblichem Honig hingegen sind davon meist nur 20 Milligramm je Kilogramm enthalten. Für eine ausreichende antibakterielle Wirkung sind mindestens 100 Milligramm Methylglyoxal pro Kilogramm erforderlich. In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass diese leckere Süßigkeit sogar den aggressiven Staphylococcus aureus in Schach hält, sowie gegen weitere Antibiotika resistente Stämme wirkt. Manuka-Honig wirkt zudem nicht nur gegen Bakterien, sondern ist auch antiviral und antimykotisch.

Innerlicher und äußerliche Anwendung

Wichtig ist hier zu erwähnen, dass für die äußerliche Anwendung nur ein sterilisierter (mit Gammastrahlen bestrahlter) Manuka-Honig zum Einsatz kommen sollte. Hierfür ist ein Lebensmittelhonig nicht geeignet. Für die Behandlung von Wunden und Geschwüren ist ein zugelassenes Medizinprodukt, mit gültigem CE Zeichen zu wählen, erhältlich in der Apotheke. Dies wird bereits in Kliniken und Pflegediensten verwendet.

Für die innerliche Anwendung darf zu einem ganz „normalen“ Manuka-Honig gegriffen werden. Trotzdem ist auch hier auf bestimmte Bezeichnungen zu achten. Je höher die Wirkstärke ist, desto mehr Methylglyoxal enthält der Honig und umso größer ist seine antibakterielle Wirkung. Dies ist an den drei Buchstaben MGO (Methylglyoxalkonzentration mg/kg) zu erkennen. Ein Honig mit MGO 400 zum Beispiel, enthält 400mg Methylglyoxal pro Kilogramm. Das ist ein sehr guter Wert und bedeutet, dass dieser Honig schon der Spitzenklasse angehört.

Ein weiterer Wert ist UMF (unique manuka factor). Dieser wird nur für Manuka-Honige vergeben, die auch in Neuseeland abgefüllt wurden. Ein Wert von UMF 10 entspricht MGO 100, UMF 15 ist gleich zu setzen mit MGO 250, UMF 20 entspricht MGO 400 und ein UMF Wert von 25 bedeutet MGO 550. Bei dem Kauf sollte unbedingt auf Qualität und die Werte von einem unabhängigen Honiglabor auf dem Etikett geachtet werden.

Innerliche Anwendungsmöglichkeiten

Manuka-Honig kann bei verschiedensten Erkrankungen und Unpässlichkeiten zum Einsatz kommen. An erster Stelle sind hier Entzündungen in den Atemwegen zu nennen. Halsschmerzen, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen, sowie Bronchialerkrankungen können mit diesem speziellen Honig therapiert werden, der nebenbei auch noch lecker schmeckt und in der Regel nebenwirkungsfrei ist.

Magenprobleme, zum Beispiel in Form einer Heliobacter Infektion oder eines Magengeschwüres sprechen ebenso gut auf die Einnahme des Honigs an. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Manuka gute Erfolge bei Infektionen mit Heliobacter pylori und Escherichia coli (Kolibakterien) erzielen kann.

Da dieses wohlschmeckende Naturheilmittel auch antymikotisch wirkt, ist der Einsatz bei einer Candida-Pilzinfektion ebenfalls durchaus zu empfehlen. Bei Magen- und/oder Darmproblemen wird ein Teelöffel Honig nüchtern beziehungsweise circa eine Stunde vor oder nach den Mahlzeiten eingenommen. Unmittelbar nach der Einnahme sollte weder gleich gegessen noch getrunken werden. Blasen– und Prostataentzündungen sprechen ebenfalls recht gut auf den besonderen Honig an. Zwei Liter Grüntee, angereichert mit Manuka-Honig, über den Tag verteilt getrunken, helfen, die Erreger auszuschwemmen. Aphten auf der Mundschleimhaut sind meist recht therapieresistent. Hier ist ein Versuch mit Manuka-Honig, der mehrmals am Tag aufgetupft wird, zu empfehlen. Täglich eine Tasse lauwarmer grüner Tee mit einem Teelöffel Manuka-Honig kann allgemein das Immunsystem stärken und schmeckt dazu noch lecker.

Honig ist süß und enthält eine große Portion Zucker und trotzdem wirkt dieser antibakteriell, auch im Bereich der Zähne, das heißt, gegen Karies oder auch zur Vorbeugung. Pathologische Keime werden zerstört, die gesunde Mundflora aufgebaut und die Zähne zusätzlich vor Zahnbelag geschützt. So kann durch den Einsatz von Manuka-Honig zum Beispiel dem Fortschreiten einer Parodontose entgegengewirkt werden.

Bei Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Trakt wird dreimal täglich ein Teelöffel Honig im Mund behalten und langsam hinuntergeschluckt, um diese zu lindern. Bei Schnupfen oder Nasennebenhöhlenentzündungen wird zusätzlich am Abend vor dem Schlafen gehen noch das Auftragen von etwas Honig auf die inneren Nasenwände empfohlen. So kann dieser über Nacht wirken und die Abwehr im Bereich der Nase stärken.

Äußerliche Anwendungsmöglichkeiten

Wie bereits erwähnt, sollte für die Anwendung bei offenen Wunden und Verbrennungen nur sterilisierter Honig, als Medihoney bekannt, verwendet werden. Jedoch existieren viele Empfehlungen, die besagen, dass ein naturbelassener unbestrahlter Honig sogar auf tiefere Wunden aufgebracht werden kann. Dies bleibt jedoch umstritten.

Sind die Hauterkrankungen nur oberflächlich, wie bei Neurodermitis, Psoriasis oder Gesichtsrose können die betroffenen Stellen mit normalem Manuka-Honig behandelt werden. Dazu wird der Honig dünn aufgetragen und mit einem Verband abgedeckt. Auch Fußpilz mag den Manuka-Honig nicht und lässt sich daher gut damit therapieren.

Äußerlich angewandt hilft diese süße Masse zudem bei Gelenkproblemen, wie zum Beispiel Arthrose oder Arthritis. Hier wird der Honig einmassiert und anschließend mit zupfenden Bewegungen solange bearbeitet, bis sich eine weiße Masse bildet, die anschließend mit feuchten Tuch abgenommen wird. Dies wirkt entgiftend und entzündungshemmend.

Lästige Herpes Bläschen auf der Lippe sprechen ebenfalls recht gut auf die Honig-Behandlung an. Der Honig wird mehrmals am Tage aufgetupft und am besten nicht abgeleckt, obwohl dies natürlich sehr verlockend ist. Eine Kombination mit Propolistinktur ist empfehlenswert.

Gürtelrose ist eine Erkrankung, die selbstverständlicherweise in die Hand eines Arztes gehört. Jedoch kann trotzdem zusätzlich mit Manuka-Honig behandelt werden.

Nicht zuletzt lässt sich ein lästiger Juckreiz bei Insektenstichen durch das Auftupfen von Manuka-Honig stillen und ein unkomplizierter Sonnenbrand ohne Blasenbildung heilt durch das Aufbringen dieser zuckrigen Substanz schneller ab.

Anwendungsbeschränkungen

Von Diabetes Betroffene sollten Manuka-Honig nicht einnehmen. Bei Personen die unter dieser Stoffwechselstörung leiden wurden erhöhte MGO Werte festgestellt, von denen angenommen wird, dass sie für das Entstehen einer diabetischen Neuropathie verantwortlich sind. Gegen äußerliche Anwendung hingegen ist nichts einzuwenden. Bei Kindern bis zum ersten Lebensjahr ist jeglicher Honig kontraindiziert.

Verschiedene Produkte mit Manuka-Honig

Manuka-Honig kann in gut sortierten Reformhäusern und Naturkostläden erworben werden. Auch existieren mittlerweile die verschiedensten Produkte, die diesen Honig enthalten. Angereichert mit Aloe, Propolis, gemischt mit Grünteeextrakt, als Creme oder Spray für den Rachen, ist die heilende Substanz im Handel erhältlich. (sw)

Zusammenfassung

Manuka-Honig ist eine wohlschmeckende süße Substanz, die eine hohen Heilwert besitzt. Nahezu unzählige Anwendungsmöglichkeiten existieren, bei denen dieser Honig Erleichterung bringen kann. Leider sind Honigsorten im Handel erhältlich, die sich als Manuka-Honig bezeichnen, jedoch gar keiner sind. Hier ist auf Reinheit und Wirkungsgrad zu achten. Ein unabhängiges Honiglabor sollte den Honig geprüft haben und dies auch auf dem Etikett vermerkt sein. Die Abkürzungen MGO oder UMF sind dabei eine große Hilfe. Den Manuka- Honigsorten im Reformhaus kann jedoch vertraut werden. Einige wissenschaftliche Studie haben den Wirkungsgrad bereits bestätigt. (sw)

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Bild: Christoph Aron / pixelio.de