Moxa-Therapie

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Die Moxa-Therapie stammt aus der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM). Sie ist eine Art Akupunktur und wird deshalb auch Wärmepunktur genannt. Überall dort, wo ein sogenannter Leerezustand herrscht und Wärme willkommen ist, kann Moxa Hilfe bringen.

Inhaltsverzeichnis

Moxakraut – Beifußkraut
Geschichtlicher Rückblick
Grundlagen der Moxa-Therapie
Wann Moxa angewandt wird
Arten des Moxa
Direktes Moxen mit Hautkontakt
Direktes Moxen ohne Hautkontakt
Indirektes Moxen mit einer Zwischenlage aus Ingwer
Indirektes Moxen mit Salz, Heilerde, Papier
Moxakraut – Qualitäten
Moxakügelchen
(unbenannt)
Moxanadel
Moxakasten
Moxen auf Akupunkturpunkten
Keine Therapie für die Selbstbehandlung
Moxibustion in der Schwangerschaft
Wann nicht gemoxt werden sollte

Moxakraut – Beifußkraut

In der Moxa-Therapie wird Beifußkraut, lat. Artemisia vulgaris, verwendet. Viele wirksame Substanzen sind in diesem Kraut enthalten. Das Beifußkraut gehört zu den Korbblütlern und ist äußerlich eine eher unscheinbare Erscheinung. Jedoch wurde Beifuß bereits im Altertum und im Mittelalter zur Heilung verwendet. In der TCM ist dies immer noch ein sehr bedeutendes Heilmittel. Artemisia vulgaris wirkt antibakteriell, antimykotisch, krampflösend, durchblutungsfördernd, beruhigend, verdauungsfördernd und bei Appetitlosigkeit.

Geschichtlicher Rückblick

Grabfunde deuten darauf hin, dass circa 9000 bis 4000 v. Chr. bereits das Moxen angewandt wurde. Die Menschen erkannten schon damals, dass sich Wärmeanwendungen positiv auf den Körper auswirken können. Die Therapieform entwickelte sich immer weiter und ist heute aus der TCM nicht mehr wegzudenken. Gerade bei Erkrankungen, bei denen sich die Betroffenen nach Wärme sehnen, ist dies eine geeignete Therapie. Hinzu kommt die Wirkung der ätherischen Öle, die sich im Beifußkraut befinden.

Heutzutage ist das Moxen vor allem in der Hebammenpraxis bekannt. Dort wird diese Therapie angewandt, um ein, sich in der Steißlage (Beckenendlage) befindliches Kind im Mutterleib, zum Drehen zu bewegen.

Alternative medicine therapist doing moxa treatment on her client
In der Naturheilkunde wird die Moxa-Therapie gegen verschiedene Beschwerdebilder erfolgreich eingesetzt. Bild: Monika Wisniewska/fotolia.com

Grundlagen der Moxa-Therapie

Um Moxa einzusetzen, muss der Therapeut sich erst darüber im Klaren sein, ob bei vorliegenden Beschwerden diese Therapie überhaupt geeignet ist. In der TCM ist hier die Rede von Leere- und/oder Kältezustand. So erfordert zum Beispiel eine Erkältung, die im Anzug ist, Wärme, bei Magenschmerzen wird ein heißer Kräutertee getrunken und wenn Muskeln schmerzen, legen sich die Betroffenen ein angewärmtes Dinkelsäckchen auf den betroffenen Bereich. Dies sind Beispiele für die Anwendung der Moxa-Therapie. Die zugefügte Wärme kurbelt die Durchblutung an, vertreibt Kälte und Nässe, die Lymphe fließt schneller und Schmerz auslösende Stoffe können dadurch das Gewebe schneller verlassen, wobei sich dort der ph-Wert zum Positiven verändert.

Wann Moxa angewandt wird

Moxa stimuliert die Selbstheilungskräfte. Negative, krankmachende Energien, sollen dabei aus dem Körper entweichen. Das Qi (Lebensenergie) wird erwärmt und über die Meridiane zu den einzelnen Organen gebracht. Die Moxa-Therapie wird angewandt bei Yin Zuständen oder wenn von Yang zu wenig vorhanden ist. Yin und Yang sind zwei gegensätzliche Prinzipien, die sich jedoch nicht ausschließen, sondern ergänzen und sich gegenseitig brauchen. So gehören zu Yin Qualitäten zum Beispiel Kälte, Leere, Nacht, Mond, Weiblichkeit, Feuchtigkeit, wogegen Yang Fülle, Hitze, Tag, Sonne, Männlichkeit und Trockenheit in sich trägt. Sowohl Yin-Krankheiten als auch Yang-Mangelzustände benötigen dringend Wärme. Hat der Patient schon zu viel Hitze im Körper, darf auf allerdings keinen Fall gemoxt werden.

Immer vorausgesetzt, dass Wärme fehlt und/oder Feuchtigkeit und/oder Leere die Ursache ist, können mit der Moxibustion Erkrankungen, wie Ödembildungen, Asthma bronchiale, Durchfall, Krankheiten im Urogenitalbereich, Abwehrschwäche, Durchblutungsstörungen und Erschöpfung erfolgreich behandelt werden.

Arten des Moxa

Das, bei der Moxa-Therapie verwendete Beifußkraut, wird in Form von Hütchen, Zigarren, Kegeln oder als offenes Kraut verwendet. Je nach Indikation, werden die verschiedensten Arten angewandt.

Direktes Moxen mit Hautkontakt

Hierbei wird beim Moxen mit direktem Hautkontakt gearbeitet. Vor allem in China ist dies eine verbreitete Methode. Aus Beifußkraut werden Kegel geformt, diese direkt auf die Haut gelegt und dort dann abgebrannt. Dies erfordert große Verantwortung und Vorsicht. Der Therapeut sollte den Vorgang unbedingt überwachen, um jeder Zeit eingreifen zu können, damit keine Verbrennungen entstehen.

Die geformten Beifußkegel haben, je nach Bedarf, unterschiedliche Größen. So sind diese eventuell so klein wie ein Reiskorn oder so groß wie eine Kirsche.

Direktes Moxen ohne Hautkontakt

Diese Art verwendet ebenso individuell geformte Moxakegel. Diese werden jedoch im Gegensatz zum direkten Moxen mit Hautkontakt, nicht direkt auf der Haut abgebrannt, sondern mit einer Pinzette festgehalten. Diese Methode ist sicherer und milder.

Indirektes Moxen mit einer Zwischenlage aus Ingwer

Gemoxt werden kann mit den verschiedensten Zwischenlagen, die den Effekt der Wärmeanwendung noch verstärken oder aber verändern können. Die verschiedenen Zwischenlagen werden je nach Erkrankung oder Symptom gewählt. So können zum Beispiel Ingwer- oder Knoblauchscheiben durch die darin enthaltenen ätherischen Öle die Wirkung der Wärme noch verstärken.
Bei Kopfschmerzen wird eine Ingwerscheibe mehrmals durch gestochen und auf den passenden Akupunkturpunkt in der Schläfenmitte gelegt. Darauf kommt dann der Moxakegel und wird angezündet. Ingwer ist in der Lage, Kälte aus dem Körper zu leiten und das Qi zu aktivieren. Weitere Indikationen für die Verwendung von Ingwer sind Oberbauchschmerzen, Schwächezustände, Appetitlosigkeit und Rheuma.

Eine Knoblauch Zwischenlage erzeugt einen starken Reiz und wird bei Lymphdrüsenentzündungen, Furunkeln, chronischer Mandelentzündung und bei Rückenschmerzen verwendet.

Indirektes Moxen mit Salz, Heilerde, Papier

Salz hat vor allem Verwendung, wenn der Bauchnabel gemoxt wird. Dieser wird dann mit Salz gefüllt, darüber kommt angefeuchtetes Papier und darauf der brennende Moxa Kegel. Der Bauchnabel wird gemoxt bei Kinderwunsch, Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, bei Durchfall, Blähbauch und Reizdarm.
Heilerde kann ebenso als Zwischenlage verwendet werden. Diese wird zusammen mit etwas Wasser zu einem festen Brei gemischt und auf die zu behandelnde Stelle aufgebracht. Darüber kommt der brennende Kegel. Die Heilerde ist in der Lage, die Wärme zu speichern und dann ins Gewebe abzugeben. Dies ist eine besonders vielversprechende Methode bei Ödemen und Furunkeln.

Mit einer Zwischenlage aus Papier kann die Wärmewirkung ganz einfach gemildert werden. Das Papier nimmt die Spitze der Hitze und eine wohlige Wärme kann sich ausbreiten. Vorsicht ist geboten, denn das Papier könnte zu brennen beginnen.

Mittlerweile sind im Handel fertige Moxahütchen zu bekommen, die mit einer Papier-Pappe-Auflage versehen sind und auf die Akupunkturpunkte geklebt werden können.

Moxakraut – Qualitäten

Moxakraut in feinwolliger Qualität ist für eine milde, wohlige Wärme verantwortlich und kommt vor allem an empfindlichen Stellen sowie auch bei chronischen Erkrankungen zum Einsatz kommt. Die im Gegensatz dazu grobe Qualität gibt eine aggressivere Hitze ab. Diese Behandlung ist eher für robustere Patienten mit robusterer Haut geeignet. Hier steht die Hitze im Vordergrund.

Moxakügelchen

Aus Beifußkraut werden Moxakügelchen geformt, die sowohl in direktem, aber auch in indirektem Verfahren verwendet werden.

Moxazigarre

Am häufigsten wird in der Moxa-Therapie die Moxazigarre gebraucht. Damit kann der Abstand zur Haut gut kontrolliert und auch verändert werden, um die Wärmewirkung ganz individuell zu dosieren. Die Moxazigarre sieht aus wie eine dicke Zigarre, nur dass diese keinen Tabak, sondern zusammen gerolltes Beifußkraut enthält. Die Hülle der Zigarre besteht aus feinem, leicht brennbarem Papier. Die Moxazigarre ist in unterschiedlichsten Preiskategorien und Qualitäten erhältlich. Für die Behandlung wird die Zigarre angezündet und nach Gebrauch in einen luftdichten Behälter gesteckt. Sie kann mehrmals verwendet werden, wobei vor Gebrauch die Asche abzuschneiden ist. Die kleinere Variante ist die Moxazigarette, deren Brenndauer kürzer ist.

Moxanadel

Ein kleines Hütchen, bestehend aus Beifußkraut, wird auf einer Akupunkturnadel befestigt und dann angezündet. Während der Behandlung gelangt die Wärme über die Nadel in den Körper. Hierbei ist sehr wichtig, dass der Vorgang beaufsichtigt wird. Eine Schale und eine Pinzette sollten stets parat sein.

Moxakasten

Dies ist ein kleiner Kasten, meistens aus Holz gefertigt, der einen siebartigen Boden besitzt. Darin wird Moxakraut abgebrannt. Der Moxakasten eignet sich für größere Hautareale.

Moxen auf Akupunkturpunkten

Wenn die Voraussetzung für das Moxen gegeben ist, kann überall gemoxt werden. Jedoch werden meist für die Behandlung Akupunkturpunkte gewählt. Diese besonderen Punkte befinden sich auf sogenannten Meridianen, dies sind Leitbahnen, in denen nach Lehre der TCM, die Lebensenergie fließt.

Keine Therapie für die Selbstbehandlung

Die Moxa-Therapie sollte stets von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden. Vor der Behandlung wird durch eine ausführliche Anamnese entschieden, ob Moxa auch die richtige Therapieform ist. Diese Wärmepunktur erfordert Sorgfalt und Vorsicht. Da mit Feuer hantiert wird, wird der Patient niemals alleine gelassen, sondern stets die komplette Behandlung überwacht.

Moxibustion in der Schwangerschaft

In der chinesischen Medizin existiert die Möglichkeit, das Kind, das sich in Beckenendlage befindet, mit Hilfe von Moxen zum Drehen zu bewegen. Dabei stimulieren erfahrene Hebammen mit der Moxazigarre einen bestimmten Punkt an der kleinen Zehe.

Wann nicht gemoxt werden sollte

Für die Kontraindikationen existieren Listen, auf denen alle Akupunkturpunkte aufgeführt sind, die niemals gemoxt werden dürfen. Die Moxa-Therapie darf nicht angewandt werden im Bereich der Augen, im Nacken, in der Nähe von Krampfadern oder anderen oberflächlichen Gefäßen, auf offenen Wunden, bei Diabetes, rotem Bluthochdruck, im Vaginalbereich und bei Kleinkindern. Ebenso sollte nicht gemoxt werden bei Fieber, Infektionskrankheiten, nach schweren Mahlzeiten, direkt nach Operationen und bei alkoholisierten Patienten. Schwangere dürfen niemals im Bereich des Bauches behandelt werden.

Die Moxa-Therapie ist für Viele immer noch etwas „Mystisches“. Allein der Geruch des Beifußkrautes ist etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch keineswegs unangenehm. In vielen Naturheilpraxen gehört das Moxen zum täglichen Brot und wird dort vielfach mit Erfolg angewandt. (sw)