Radonwärmetherapie

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Fakten zur Radonwärmetherapie

Therapien in Heilstollen gibt es seit mehr als einem Jahrhundert – aktuell erleben sie einen Aufschwung. Patienten suchen gezielt Alternativen zur medikamentösen Behandlung, um Beschwerden zu reduzieren oder den Nebenwirkungen zu entgehen. Viele von ihnen finden im Inneren von Bergen die erhoffte Linderung ihren Schmerzen. Eine der bekanntesten Stollentherapien ist die sogenannte Radonwärmetherapie, die im Radhausberg im österreichischen Bad Gastein angeboten wird. Die zehn wichtigsten Fakten:

Für wen geeignet: Die Radonwärmetherapie eignet sich bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, des Bewegungsapparates, der Atemwege und der Haut. Sie zeigt sogar bei vielen Krankheitsbildern nachhaltige positive Wirkungen, bei denen schulmedizinische Medikamente nicht mehr greifen. Für Morbus Bechterew-Patienten ist der Gasteiner Heilstollen das weltweit größte Therapiezentrum.

Edelgas Radon: Radon ist ein farb- und geruchloses Gas, das natürlich aus Gestein austritt. Jeder Mensch nimmt es über die Atemluft und Nahrung auf. Aufgrund seiner hohen therapeutischen Wirksamkeit bei verschiedenen Krankheitsbildern kommt Radon schon seit mehr als 100 Jahren in niedrigen Dosen als Heilmittel zum Einsatz.

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Gesundheitlicher Nutzen von Radon-Kuren: Radon setzt im Körper milde Alphastrahlen frei. Diese regen körpereigene Zellreparaturmechanismen an und verringern die Aktivität von Entzündungszellen sowie Schmerzbotenstoffen.

Wirkung des tropischen Klimas: Temperaturen über 37,5 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit bis zu 100 Prozent führen zum sogenannten Hyperthermie-Effekt – eine Art erwünschtes therapeutisches Fieber. Unter diesen Bedingungen entspannen sich Muskeln und der Organismus nimmt Radon besser auf.

Dauer der Erfolge: Patienten berichten über geringeren Medikamentenbedarf, spürbare Schmerzlinderung bis hin zur Beschwerdefreiheit und deutlich mehr Lebensqualität über etwa 9 Monate. Die meisten nutzen sie 1 bis 2x im Jahr und benötigen in der Zwischenzeit oft keine Tabletten mehr.

Ablauf der Kuren unter Tage: Patienten fahren mit einem Stollenzug – je nach Krankheit liegend oder sitzend – auf verschiedene Therapiestationen im Berg und verbringen die etwa einstündige Einheit im Liegen.

Häufigkeit der Einfahrten: Während der zwei- bis dreiwöchigen Kur besuchen Patienten sechs bis zwölf Mal für eine Stunde den Heilstollen.

Für wen nicht eignet: Bei Schwangerschaft oder unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion raten Experten von einer Radonwärmetherapie ab. Krebspatienten halten am besten ein Jahr Abstand zur letzten Therapie. Bei schweren Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie akuten Infekten wird ärztliche Rücksprache empfohlen.

Gefährlichkeit der Strahlen: Die Radonwärmetherapie beruht auf einem niedrigen Dosisbereich. Zum Vergleich: Die Werte einer dreiwöchigen Therapie entsprechen in etwa einer Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule. Regelmäßige Einnahme starker Schmerzmittel birgt ein wesentlich höheres Gesundheitsrisiko. Der Körper scheidet Radon nach 3 Stunden fast komplett wieder aus.

Kosten: Die Krankenkassen übernehmen etwa 90 Prozent der Therapiekosten, ansonsten kostet eine Einfahrt in den Stollen 60 Euro.