Vitamin-C-Infusion – Sinn, Kosten und Nebenwirkungen

Susanne Waschke
Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, ist ein lebenswichtiges Vitamin. Leider kann der menschliche Körper, im Gegensatz zu vielen Tieren, dieses Vitamin nicht selbst herstellen und ist demnach auf eine Versorgung von außen angewiesen. In erster Linie geschieht das über die Ernährung. Reicht dies jedoch nicht aus, kann Vitamin C in Form von Tabletten oder Pulver zugeführt werden. Jedoch ist der Körper nur in der Lage, eine kleine Menge des Zugeführten Vitamins zu verarbeiten und zu speichern. Sind größere Mengen nötig, ist eine Vitamin C Infusion das geeignete Mittel der Wahl.

Vitamin C und seine Aufgaben

Vitamin C hat im menschlichen Körper viele Aufgaben. So wird dies benötigt bei der Produktion von Kollagen, das ein wichtiger Bestandteil von Knochen, Haut, Sehnen, Knorpel, Blutgefäßen und Zähnen ist. Vitamin C ist ein Radikalfänger, reguliert den Fettstoffwechsel, unterstützt die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und ist nötig für die Entgiftungsreaktionen in der Leber. Vitamin C ist wichtig für die Abwehr von Viren und Bakterien, stimuliert die Vermehrung der T-Lymphozyten, kommt hochkonzentriert in den weißen Blutkörperchen (den Leukozyten) vor und ist somit unerlässlich für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Vitamin C ist wichtig für die Abwehr von Infektionen und übernimmt zahlreiche weitere Funktionen. Über die Nahrung können allerdings nur begrenzte Mengen aufgenommen werden. Hier sind Vitamin-C-Infusionen eine Alternative, um den Körper mit hohen Dosen des Vitamins zu versorgen. (Bild: Yuliya/fotolia.com)

Auch für den Stoffwechsel im Gehirn und die Produktion von dort notwendigen Botenstoffen wird Vitamin C gebraucht. Durch einen Mangel dieses Vitamins können Beschädigungen in den Blutgefäßen passieren und die arteriosklerotischen Ablagerungen zunehmen. Des weiteren fördert Vitamin C die Umwandlung von Cholesterin in Gallensäuren, was bedeutet, dass dadurch ein zu hoher Cholesteringehalt im Blut gesenkt werden kann.

Vorkommen

Am meisten kommt Vitamin C in frischem Obst und in Gemüse vor. Beispiele dafür sind schwarze Johannisbeeren, Zitrusfrüchte, Ananas, Paprika, Fenchel, Brokkoli, Sauerkraut, Tomaten und Kartoffeln. Jedoch ist recht unsicher, wie viel Vitamin C die Nahrung wirklich enthält und wie viel davon tatsächlich aufgenommen werden kann. Hinzu kommt noch, dass dieses Vitamin recht hitzeempfindlich ist. Deshalb sollten die Lebensmittel entweder roh verzehrt oder, wenn dies nicht möglich ist, schonend gegart werden. Lange Transportwege, lange Aufbewahrung und falsche Zubereitung können die Menge des Vitamin C reduzieren oder dies sogar gänzlich zerstören.

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Viel Vitamin C ist in frischem Obst und in Gemüse enthalten wie in schwarzen Johannisbeeren, Zitrusfrüchte, Ananas, Paprika, Fenchel, Brokkoli, Sauerkraut, Tomaten und Kartoffeln. (Bild: bit24/fotolia.com)

Mangelsymptome

Zu den Mangelsymptomen gehören Erschöpfung, Müdigkeit, wiederkehrende Infekte, Mundwinkelrhagaden, Wundheilungsstörungen, Zahnfleischbluten und Leistungsabfall. Eine heute, zum Glück nur noch sehr selten auftretende Krankheit, die nur im Extremfall auftritt, ist Skorbut. Bekannt geworden ist diese Erkrankung von den Seefahrern, ausgelöst durch die einseitige Ernährung, die bei den langen Schiffsreisen zu dieser Avitaminose geführt hat. Auf den Fahrten fehlten Vitamin-C-haltige Nahrungsmittel.

Skorbut zeigte folgende Symptome: Mundfäule mit Zahnfleischbluten bis hin zum Ausfallen der Zähne, schlechte Wundheilung, Erschöpfung, Gelenkentzündungen, Muskelschwund, Schwindel und hohes Fieber, bis hin zum Tod. Später dann, um dem Skorbut entgegenzuwirken, nahmen berühmte Seefahrer wie Christoph Columbus und James Cook Sauerkrautfässer mit an Bord, so dass sie der Besatzung täglich eine Portion an Vitamin C geben konnten.

Erhöhter Vitamin-C-Bedarf

Ein erhöhter Vitamin-C-Bedarf tritt auf bei entzündlich-rheumatischen Krankheiten, Infektionskrankheiten, Allergien, nach Operationen, bei Stress, bei Durchblutungsstörungen, bei schweren Verletzungen, in Verbindung mit Chemo- und/oder Strahlentherapie, bei Rauchern und bei Alkoholismus.

Vitamin C oral

Die orale Aufnahme von Vitamin C ist begrenzt. Vitamin C wird vom Darm aufgenommen und dieser kann nur eine kleine Menge behalten – der Rest wird einfach wieder ausgeschieden. Zuviel davon verursacht Verdauungsbeschwerden und führt zu Gasbildung und Durchfall. Kautabletten, die Vitamin C enthalten, können, wenn im Übermaß genossen, zudem den Zahnschmelz angreifen.

Wenn der Körper eine größere Menge dieses Vitamins benötigt, ist eine Vitamin C Infusion die richtige Wahl. Nach solch einer Anwendung ist der Organismus mit dem Vitamin gut aufgefüllt und kann in Zeiten erhöhten Bedarfs versorgt werden.

Am Magen-Darm-Trakt vorbei

Wer von einer Vitamin-C-Therapie spricht, denkt mit Sicherheit an den zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling (1901 – 1994). Er widmete sich ausführlich der hoch dosierten Vitamin-C-Therapie, die ausschließlich in Form einer Infusion möglich ist. Pauling nahm an, dass mit einer großen Menge an Vitamin C schwere Krankheiten verhindert werden können.

Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wird der Nutzen der Vitamin C Infusion intensiv erforscht. Grundlage dafür ist das Wissen , dass bei vielen Erkrankungen der Vitamin C Bedarf ansteigt und dieser nicht durch orale Einnahme aufgefüllt werden kann. Dazu kommt noch, dass in vielen Fällen die Darmschleimhäute aufgrund der zugrunde liegenden Krankheit in Mitleidenschaft gezogen sind und deshalb eine oral zugeführte Vitamin Dosis durch den Darm nicht absorbiert werden kann. Eine Injektion, beziehungsweise eine Infusion hingegen umgeht den Magen-Darm-Trakt und das Vitamin C landet dort, wo dies auch hin soll.

Indikation für eine Vitamin C Infusion

Für eine Vitamin-C-Infusion existieren eine Vielzahl an Indikationen. Dazu gehören Infektanfälligkeit, Allergien, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, virale und bakterielle Infekte, Pilze im Verdauungstrakt, Wundheilungsstörungen, Rheumatische Erkrankungen, erhöhte Blutfettwerte, Durchblutungsstörungen des Gehirns, Krebsnachsorge und Begleittherapie bei Chemo– und/oder Strahlentherapie sowie die Stärkung des Immunsystems zum Beispiel vor einer Operation, zur Rekonvaleszenz,

Auch in der Krebsbehandlung sind Vitamin-C-Infusionen zur Begleittherapie einsetzbar. (Bild: DOC RABE Media/fotolia.com)

Ablauf

Eine Vitamin-C-Infusion wird durchgeführt, wenn der Körper einen Mangel an Vitamin C hat und dieser durch orale Aufnahme nicht gedeckt werden kann. Dies ist eine einfache und optimale Möglichkeit, dem Organismus recht schnell eine Hochdosis an Vitamin C zukommen zu lassen. Das dafür geeignete Ascorbinsäurepräparat muss für die Infusion in eine Trägerlösung – meist wird dafür eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung, auch isotonische Kochsalzlösung genannt, verwendet. Eine solche Infusion dauert circa zwanzig bis dreißig Minuten.

Je nach Indikation, wird die Vitamin-C-Infusion zwei – bis dreimal pro Woche durchgeführt. Nach der Infusion sollte stets genügend Wasser oder Tee getrunken werden, um einer eventuellen Bildung von Nierensteinen entgegen zu wirken.

Vitamin C Infusion bei Krebs

Viele Krebspatienten leiden unter einem Vitamin-C-Mangel, der ihnen oft gar nicht bewusst ist. Die schulmedizinischen Behandlungen wie Chemo– oder Strahlentherapie verbrauchen eine große Menge an Vitamin C. Auch sind meist die Schleimhäute der Krebspatienten angegriffen. Deshalb kann die Darmschleimhaut das oral zugeführte Vitamin nicht aufnehmen. So wird in der biologischen Krebsabwehr die Vitamin-C-Infusion durchgeführt.

Seit Jahren beschäftigen sich Forscher mit der Wirkung von Vitamin C auf Krebszellen. Hier existieren Studien, die den Einsatz von Vitamin C in Form von Infusionen auch zur Tumorabwehr als Behandlung befürworten. Aber auch zur Nachsorge, vor allem bei geschwächten Patienten, ist die Vitamin-C-Infusion mittlerweile ein häufig eingesetztes Mittel.

Nebenwirkungen

In sehr seltenen Fällen kann eine Vitamin-C -nfusion zu einer Überempfindlichkeitsreaktion führen. Hierbei sind Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Atemnot möglich. Patienten, die eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, sollten keine Vitamin C Infusion bekommen, da sich Nieren- und Harnsteine bilden können und im schlimmsten Fall ein Nierenversagen entstehen kann. In der Regel werden diese Infusionen jedoch gut vertragen – Nebenwirkungen kommen sehr selten vor. (sw)