Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss

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Die Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss besteht aus zwei unterschiedlichen, jedoch auf einander abgestimmten, Behandlungstechniken, die auch unabhängig voneinander durchgeführt werden können. Die Dorn Therapie ist eine sanfte Therapieform, bei der mit leichtem Daumendruck Fehlstellungen von Wirbeln und Gelenken behandelt werden, während sich die Muskeln des Patienten in Bewegung befinden. Bei der Breuss Massage wird mit verschiedenen Massagegriffen das dafür verwendete Johanniskrautöl tief in die Muskulatur eingebracht, um Blockaden oder Verspannungen lösen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliches zur Dorn-Therapie
Die Dorn-Methode
Ablauf
Indikationen und Kontraindikationen
Behandlung von Kindern
Behandlung von Tieren
Die Breuss-Massage
Ablauf der Breuss Massage
Indikationen: Breuss Massage
Das Johanniskrautöl
Zusammenfassung

Geschichtliches zur Dorn-Therapie

Die Dorn Therapie ist eine Therapieform, die – wie alle naturheilkundlichen Therapieformen – die Selbstheilungskräfte aktiviert. Eine sanfte, einfühlsame, jedoch durchaus kraftvolle Methode, welche vor mehr als dreißig Jahren von dem Allgäuer Landwirt und Sägewerksbesitzer Dieter Dorn (1938 – 2011) entdeckt wurde. Er selbst litt unter massiven, chronischen Rückenschmerzen. Deshalb ging er zu einem Bauern aus dem Nachbardorf, der ihn durch „Drücken“ entlang der Wirbelsäule erfolgreich behandelte. Dorn wollte dies gerne selbst erlernen, der Bauer starb jedoch einige Wochen später. So erinnerte er sich an die Handgriffe seines Behandlers und probierte dies zum ersten Mal bei seiner Frau aus, die unter schlimmen Migräneanfällen litt – und zwar mit Erfolg. Er begann die Griffe weiter zu entwickeln und wendete sie zuerst in der Familie, im Bekanntenkreis und später dann auch in der näheren Umgebung an. Da ihm Kenntnisse der Anatomie und Physiologie fehlten, war der Behandlungsablauf einfach und unkompliziert. Seine Erfolge sprachen sich schnell herum und immer mehr Betroffene vertrauten sich ihm an.

1985 lud ihn der Orthopäde Dr. med. Thomas Hansen zu sich ein und bat ihn um eine Behandlung. Hansen unterstütze ihn, versorgte ihn mit medizinischer Literatur und organisierte für ihn Vorträge und Seminare, um diese Therapiemethode weiterzugeben. Vor einem großen Therapeutenkreis hielt Dorn Vorträge über seine Methoden. Somit hatte die Dorn Bewegung begonnen. Helmut Koch, Harald Feig und Dr. Michael Graulich, um nur ein paar bekannte Namen zu nennen, waren an der Weiterentwicklung und Verbreitung der Dorn-Methode beteiligt. Bis zu seinem Tode im Jahre 2011 bildete Dorn Interessierte zu Dorn-Therapeuten aus.

Die Dorn-Methode

Die Dorn-Methode beinhaltet weder ruckartige Bewegungen noch Streckungen. Die Therapie erfolgt stets in Bewegung, niemals in Ruhe. Dazu gehören zum Beispiel Pendelbewegungen der Arme und Beine. Die Wirbelsäulenbehandlung beginnt immer mit dem Überprüfen der Beinlängen des Patienten. Unterschiedliche Beinlängen seien meist begründet durch einen Beckentiefstand, so die Meinung der Dorn-Anhänger. Dieser bilde die Grundlage verschiedenster Probleme im Bereich der Wirbelsäule und es gilt ihn bei der Wirbelsäulenbehandlung nach Dorn als Erstes zu korrigieren. Die gesamte Statik des Patienten wird betrachtet und fließt in die Behandlung mit ein. Sind die Beine unterschiedlich lang, was sehr häufig vorkommt, so wird dies mit sanften, einfachen und auch schmerzfreien Übungen beseitigt. Sie erfolgen in Rückenlage. Die eigentliche Dorn Therapie beginnt erst, wenn beide Beine gleich lang sind. Auch Gelenke, wie zum Beispiel das Hüftgelenk, werden sanft eingerichtet.

Der nächste Schauplatz sind Becken und Kreuzbein, die der Therapeut auf Fehlstellungen hin untersucht und – wenn vorhanden – korrigiert. Die Untersuchung und Behandlung setzt sich weiter nach oben in Richtung Halswirbelsäule fort. Von Kreuzbein aufwärts bis zum siebten, achten Brustwirbel wird der Patient im Stehen – weiter nach oben dann im Sitzen behandelt. Etwas Öl erleichtert das Gleiten der beiden Daumen entlang der Dorn- beziehungsweise Querfortsätze der Wirbelsäule. Fehlstellungen werden vom Therapeuten aufgespürt, die Betroffenen merken dies meist als leichten Druckschmerz. Durch Pendelbewegungen der Arme oder Beine und gleichzeitigem Druck der betroffenen Stelle, werden die Wirbel wieder in die richtige Lage gebracht. Die Halswirbelsäule ist dabei ein sehr sensibler Bereich, an dem mit großem Fingerspitzengefühl gearbeitet werden muss.

Die Grifftechniken sind unterschiedlich, da jeder Therapeut mit der Zeit seine Individualität mit einbringt. Der Patient wird in die Behandlung vollkommen mit einbezogen. Er „arbeitet“ die ganze Zeit über mit, durch auf ihn abgestimmte Eigenübungen. Diese werden ihm ausführlich erklärt, einmal um den eigenen Körper intensiv wahrzunehmen, aber auch um zu hause bei auftretenden Beschwerden selbst handeln zu können. Die Übungen sind auch dazu da, dass das, während der Behandlung hergestellte Gleichgewicht, stabil bleibt.

Die Dorn Therapie dauert circa eine Stunde und kann je nach Bedarf mehrmals wiederholt werden.

Ablauf

Zuerst erörtert der Therapeut in einer ausführlichen Anamnese die genauen Beschwerden der Patienten. Dabei sind wann, wo und Art des Schmerzes wichtig. Kontraindikationen werden abgeklärt. Der Ablauf einer Wirbelsäulenbehandlung nach Dorn geht anschließend folgendermaßen vor sich. Nach dem die Beingelenke „eingerichtet“ wurden, um einen geraden Beckenstand zu erzielen, beginnt der Therapeut mit der unteren Wirbelsäule, von Kreuzbein bis zur Brustwirbelsäule. Dabei bewegen sich dich Daumen seitlich entlang der Wirbelsäule mit einem sanften, teilweise jedoch kräftigen Druck von unten nach oben. Dabei lassen sich eventuelle Fehlstellungen ertasten, die dann sanft korrigiert werden, stets unterstützt durch das Pendeln eines Beines des Patienten. Ab Beginn er oberen Brustwirbelsäule wird die Behandlung im Sitzen fortgeführt. Das Pendeln erfolgt hier mit dem Arm.

Um sich den Blockaden der Halswirbelsäule zu widmen, was ebenso in sitzender Haltung geschieht, ist ein fortlaufendes Hin- und Herdrehen des Kopfes nötig. Meist lässt der Therapeut nach einem Behandlungsabschnitt die Betroffenen die Bewegung ausführen, die vor der Behandlung zum Schmerz geführt hat, um die Wirkung zu überprüfen. Die Symptome müssen nicht sofort verschwunden sein, dies kann auch ein paar Tage in Anspruch nehmen. Eventuell werden nach der Behandlung der Wirbelsäule noch blockierte Gelenke, zum Beispiel Kiefer- oder Rippengelenke bearbeitet.

Die Patienten erhalten am Ende der Konsultation ein Merkblatt mit den Übungen, die als „Hausaufgabe“ zu erledigen sind. Diese sind individuell und werden schon während der Behandlung genau erklärt und geübt. Eine Breuss Massage im Anschluss an die Wirbelsäulenbehandlung nach Dorn rundet das Ganze ab. Die beiden Behandlungsformen zusammen sind als Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss bekannt. Die Breuss Massage kann jedoch auch vor der Dorn Behandlung durchgeführt werden, was vor allem dann sinnvoll ist, wenn die Patienten eine stark verspannte Muskulatur haben und/oder über starke Schmerzen klagen.

Indikationen und Kontraindikationen

Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule gehören in das Behandlungsfeld der Dorn Therapie. Dies sollten jedoch keine akuten Erkrankungen, wie zum Beispiel ein frischer Bandscheibenvorfall sein. Zu den Indikationen für eine Anwendung zählen Schmerzen in den Gelenken, Kreuzschmerzen, Flankenschmerzen, Migräne, Tinnitus (Ohrensausen) und funktionelle Beschwerden innerer Organe (Beschwerden, die keine organische Ursache haben). Schwindel, ein Tennisarm oder auch Inkontinenz gehören ebenfalls zu den Indikationen, bei denen die Dorn Therapie Linderung verspricht.

Nicht angewandt werden sollte die Wirbelsäulentherapie nach Dorn bei frischen Knochenbrüchen, Entzündungen, Bettlägerigkeit, nach frischen Operationen, Tumoren und Metastasen an Knochen, akuten psychischen Erkrankungen und in der Schwangerschaft. Bei Patienten, die Blut verdünnende Medikamente bekommen und /oder sich schon seit längerer Zeit einer Cortisontherapie unterziehen müssen, sollte die Behandlung vorher unbedingt mit einem Arzt abgeklärt werden.

Behandlung von Kindern

Sowohl Babys, als auch kleinere und größere Kinder können mit der Dorn Therapie behandelt werden. Jedoch sollte sich hier der Therapeut sehr gut mit der Anatomie und den Entwicklungsstadien der Kinder auskennen.

Behandlung von Tieren

Die Dorn Methode kann auch bei Tieren zum Einsatz kommen. Vor allem werden hier Hunde und Pferde damit behandelt, obwohl dies auch bei anderen Säugetieren, wie Katzen, Schafen und Kühen möglich ist.

Die Breuss-Massage

Die Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss beinhaltet die bereits beschriebene Dorn Methode und die vorher oder anschließend durchgeführte Breuss Massage.

Entwickelt wurde diese sanfte Massageform von dem Österreicher Rudolf Breuss (1899 – 1990), der sowohl Elektromonteur als auch Naturheilkundler und Heiler war. Berühmt wurde er auch durch seine bekannte Breuss Diät , eine besondere Ernährungsform für Krebskranke. Für seine Behandlung stellte er sich folgendes Bild vor. Wenn für einen gewissen Zeitraum ein Gewicht auf einen trockenen Schwamm gelegt wird, so wird dieser ganz dünn. Entfernt man die Last und legt den Schwamm ins Wasser, so richtet sich dieser wieder vollständig auf. Im übertragenen Sinne sah hier Breuss die Bandscheiben, die unter Belastung dünn werden und mithilfe der besonderen Massagetechnik und dem dabei verwendeten Johanniskrautöl genährt werden und wieder „aufquellen“ können.

Ablauf der Breuss Massage

Der Ablauf ist sanft und ruhig. Mit bestimmten Griffen und unter Verwendung des Johanniskrautöls wird die Wirbelsäule gedehnt und der Stoffwechsel der Bandscheiben angeregt. Die Breuss Massage beginnt mit einem Dehnen und Strecken der Wirbelsäule. Hierfür wird nur eine kleine Menge Öl verwendet, damit die Haut einen Reiz bekommt, um dann anschließend Behandlung und Johanniskrautöl besser aufnehmen zu können. Im Laufe der Massage werden bestimmte Grifftechniken angewandt und wiederholt, wobei hier immer mehr Öl ins Spiel kommt. Am Ende wird der Rücken nochmals eingeölt, ein dünnes Seidenpapier auf den Rücken gelegt und dieses mit etwas Händedruck auf die Haut gebracht. Im Anschluss an das Zudecken mit einem Handtuch folgt noch Energiearbeit für einige Minuten. Nach einer Ruhephase von circa zwei bis drei Minuten wird das Seidenpapier abgenommen und überschüssiges Öl mit einem Handtuch entfernt. Es folgt nochmals eine kurze Ruhezeit.

Die Breuss Massage kann vor oder nach einer Dorn Behandlung oder aber auch völlig unabhängig davon, zum Einsatz kommen. Mit dieser sanften, energetischen Massageform werden nicht nur Verspannungen am Rücken, sondern auch seelische Blockaden gelöst.

Indikationen: Breuss Massage

Die Breuss Massage ist eine sehr sanfte Massageform, die der Gesundheit förderlich ist und das Wohlbefinden steigert. Mit ihr wird die Wirbelsäule sanft gedehnt und bei Verspannungen im Bereich des Rückens, depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, Stress und Erschöpfung kann sie gute Dienste leisten. Massiert werden sollte nicht bei akuten Entzündungen, zum Beispiel einer fiebrigen Erkältung, bei offenen Hautstellen, bei einem Bandscheibenvorfall und Erkrankungen der Wirbelsäule.

Das Johanniskrautöl

Das Johanniskrautöl ist wirklich ein ganz besonderes Öl. Johanniskraut gilt als sogenannter Lichtbringer, eine Pflanze, die Licht ins Leben bringt. Das Öl wirkt sich positiv auf die Nerven aus, entspannt die Muskulatur, ist entzündungshemmend und heilend. Dabei ist allerdings auf ein gutes, qualitativ hochwertiges Produkt zu achten. Da Johanniskraut eine erhöhte Lichtempfindlichkeit erzeugt, sollte nach der Massage, bevor die Sonne aufgesucht wird, unbedingt das Öl abgewaschen werden.

Zusammenfassung

Die Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss ist eine nicht mehr wegzudenkende Methode, um Verschiebungen und Blockierungen der Wirbelsäule sanft zu behandeln. Blockaden und Fehlstellungen wirken sich häufig auch auf den gesamten Körper, also nicht zuletzt auf die inneren Organe aus. So können auch hiermit verbundene Beschwerden durch die Wirbelsäulentherapie verbessert, eventuell sogar ganz beseitigt werden. Die Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss ist leider eine, bisher noch nicht wissenschaftlich anerkannte Methode, jedoch geben die zu verzeichnenden Erfolge den Therapeuten Recht. Eine fundierte Ausbildung ist die Basis für eine erfolgreiche Behandlung. (sw)

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