Die Hüfte

Fabian Peters
Die Hüfte bildet beidseitig die Verbindung zwischen Oberkörper und Beinen. Sie umfasst den Bereich zwischen Oberkante des Beckens und dem oberen Ende des Oberschenkelknochens – also das Hüftgelenk, mit sämtlichen darüber liegenden Gewebestrukturen. Die Bewegung des Hüftgelenks wird durch zahlreiche verschiedene Muskeln wie den Musculus iliopsoas, den großen Gesäßmuskel (Musculus gluteus maximus) oder die Adduktoren gesteuert. Es ist täglich erheblichen Belastungen ausgesetzt und entsprechend häufig von Verschleißerscheinungen betroffen. Die Muskulatur im Hüftbereich wird durch unterschiedlich ausgeprägte Fettposter überzogen, wobei sich auch erkrankungsbedingt bei einem sogenannten Lipödem (umgangssprachlich Reitertaschen- oder Reiterhosensyndrom genannt) massive Fettschichten an Hüften und Oberschenkel bilden können. Diese stehen nicht im Zusammenhang mit Übergewicht oder Adipositas, was vielfach jedoch erst verspätet erkannt wird.

Beschwerdebilder im Bereich der Hüfte machen sich meist in Form von Hüftschmerzen und Bewegungseinschränkungen bemerkbar, wobei hier jedoch unterschiedlichste Ursachen zugrunde liegen können. Diese reichen von angeborenen Hüftfehlern, Verschleißerscheinungen wie einer Hüftgelenksarthrose und Entzündungen des Gelenks (Arthritis), über muskuläre Beschwerden, Knochenkrankheiten und rheumatische Erkrankungen, bis hin zu akuten Verletzungen, wie Prellungen oder Frakturen. Auch sind Hüftschmerzen bei Heranwachsenden mitunter auf einen sogenannten Hüftschnupfen (Coxitis fugax) zurückzuführen. Zudem können ein eingeklemmter Nerv und verschiedene Neuralgien Hüftschmerzen bedingen. Entsprechend den zahlreichen möglichen Ursachen der Hüftschmerzen, ist die Diagnosestellung mitunter etwas aufwendiger, in der Regel können jedoch einige einfache Bewegungstests bereits relativ verlässliche Hinweise auf die ursächliche Erkrankung liefern.

Bei der Behandlung von Hüftbeschwerden sind in vielen Fällen mit manuellen Therapien beziehungsweise Physiotherapie beachtliche Erfolge zu erzielen. Die Naturheilkunde setzt hier vor allem auf Methoden der Osteopathie, des Rolfing und der Chiropraktik. Auch Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin, wie beispielsweise der Akupunktur, wird eine positive therapeutische Wirkung bei Hüftleiden zugeschrieben. Allerdings lässt sich ein operativer Eingriff nicht immer vermeiden und gegebenenfalls kann sogar der Ersatz des Hüftgelenks durch eine Hüftgelenkprothese erforderlich werden. Entsprechende Operationen zählen heute in vielen deutschen Kliniken zum alltäglichen Repertoire, allerdings wurde in den vergangenen Jahren vermehrt Kritik an den verwendeten Prothesen beziehungsweise deren Materialien laut und einzelne Produkte mussten aufgrund schwerer Mängel bereits vom Markt genommen werden. Angesichts der hiermit verbundenen Risiken sollte eine Operation jedoch ohnehin erst als letzte Option der Therapie und nur bei stark Betroffenen Patienten zum Einsatz kommen. Zumal sich mit Hilfe der manuellen Therapien die Beschwerden im Alltag oftmals minimieren beziehungsweise gänzlich beheben lassen. (fp)

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