Der Rücken

Fabian Peters
Die hintere Seite des menschlichen Oberkörpers wird allgemein als Rücken bezeichnet, wobei dieser nach oben hin an den Hals anschließt und nach unten hin auf Höhe des Steißbeins endet. Gebildet wird der Rücken aus der Wirbelsäule, den rückseitigen Abschnitten der Rippen sowie der relativ ausgeprägten Rückenmuskulatur und den umgebenden Bindegewebestrukturen. Die Schulter beziehungsweise die Schulterblätter sind nach medizinischer Definition nicht dem Rücken zuzurechnen, doch werden sie umgangssprachlich oftmals ebenfalls als Abschnitte des Rückens bezeichnet. Die Wirbelsäule befindet sich mittig des Rückens und ist deutlich als Linie erkennbar, die auf beiden Seiten von der Rückenmuskulatur eingefasst wird. Die Dornfortsätze der einzelnen Wirbel sind in der Regel durch die Haut erkennbar. Zwischen den Wirbeln liegen die Bandscheiben, welche als Puffer dienen und die Beweglichkeit der Wirbelsäule gewährleisten. Die verschiedenen Bewegungen der Wirbelsäule werden durch die Rückenmuskeln gesteuert.

Die Wirbelsäule ist unterteilt in Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, welche aus 24 beweglichen Wirbeln mit 23 dazwischen gelegenen Bandscheiben gebildet werden, sowie Kreuz- und Steißbein, die aus mehreren verwachsenen Wirbeln bestehen. Die Wirbelsäule ist das tragende Element des Rückens, wobei durch ihre leichte S-Form Stöße besser abgefedert werden können. Sie ist im Laufe des Lebens erheblichen Belastungen ausgesetzt, die mitunter zu degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen oder Deformationen führen können. Der Bandscheibenvorfall zählt hier zu den bekanntesten Wirbelsäulenleiden. Eine weitere recht verbreitete degenerative Wirbelsäulenerkrankung bildet das sogenannte Wirbelgleiten. Häufigste Deformation der Wirbelsäule ist die Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung), welche zum Beispiel durch anhaltende einseitige Fehlbelastungen hervorgerufen werden kann.

Insgesamt ist das Spektrum möglicher Beschwerdebilder entlang der Wirbelsäule äußerst breit gefächert, wobei nicht selten die hier verlaufenden Nervenbahnen in Mitleidenschaft gezogen werden, was neben Rückenschmerzen und Kreuzschmerzen zu Beschwerden im jeweiligen Versorgungsbereich der Nerven führen kann. Ist der Ischiasnerv eingeklemmt, zeigen sich zum Beispiel häufig Schmerzen auf der Hinterseite des Oberschenkels. Schlimmstenfalls können die Nervenbahnen durch eine Fraktur der Wirbelsäule unterbrochen werden, was eine Querschnittslähmung zur Folge hat. Neben den Wirbelsäulenerkrankungen, die im Laufe des Lebens auftreten, sind auch angeborene Erkrankungen des Rückens möglich. Beispielsweise bildet der offene Rücken (Spina bifida) eine schwere angeborene Entwicklungsstörung, welche meist mit lebenslangen Beeinträchtigungen einhergeht.

Rückenschmerzen können auf Störungen unmittelbar im Bereich der Wirbelsäule zurückgehen, doch sind sie häufig auch im Zusammenhang mit Verspannungen der Rückenmuskulatur zu beobachten. Die verhärteten Muskeln drücken dabei auf umliegende Gewebestrukturen und Nervenbahnen, wodurch die Betroffenen zum Teil unter erheblichen Schmerzen leiden. Aber auch Bewegungseinschränkungen beziehungsweise ein steifer Rücken oder ein Hexenschuss können auf Verspannungen der Muskulatur zurückgehen. Sind muskuläre Beschwerden Ursache für Rückenschmerzen, lässt sich allerdings in der Regel mit Massagen, Physiotherapie und gegebenenfalls Akupunktur relativ zeitnahe eine Linderung erreichen. Neben den genannten Beeinträchtigungen könne jedoch auch verschiedene Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis wie beispielsweise Morbus Bechterew zu Beschwerden im Rückenbereich führen, wobei hier eine Behandlung nur eingeschränkt möglich ist. (fp)

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