Rote Flecken im Gesicht: Ursachen und wirksame Behandlung

Nina Reese
Millionen Menschen kennen das Problem. Sie blicken in den Spiegel, und ihr Gesicht ist von größeren und kleineren roten Flecken bedeckt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manchmal ist die Ursache klar, zum Beispiel, wenn Sie einen Sonnenbrand haben oder erregt sind. Bisweilen handelt es sich aber auch um eine Hautentzündung.

Was passiert im Körper?

Rote Flecken entstehen, wenn sich die Blutgefäße erweitern. Im Gesicht sehen wir das besonders auf den Wangen und Nasenflügeln. Wir erröten. Auch, wenn wir erregt sind, erweitern sich die Blutgefäße, ebenso, wenn wir uns körperlich anstrengen oder Alkohol trinken. Doch gewöhnlich ziehen sich die Gefäße wieder zusammen, wenn der besondere Zustand vorbei ist.

Körperliche Anstrengung und Hitze führen schnell dazu, dass rote Flecken im Gesicht auftreten. (Bild: beerfan/fotolia.com)

Reagieren unsere Blutgefäße allerdings besonders sensibel, dann weiten sie sich immer mehr aus und erscheinen immer wieder als rote Flecken im Gesicht.
Bisweilen reagiert auch die Haut auf Fremdstoffe wie Kosmetika oder Medikamente. Auch trockene Heizungen können dazu führen, dass sich die Blutgefäße ausdehnen, ebenso Nikotin.

Mundrose

Die so genannte Mundrose, im Fachjargon Periorale Dermatitis ist ein Ausschlag, der sich „wie eine Rose“ um Nase und Mund verbreitet. Sie lässt sich mit einer Salbe, die der Hautarzt verschreibt, einfach behandeln. Sie dürfen allerdings, solange der Ausschlag grassiert, keine Kosmetik auftragen.

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Couperose

Couperose ist eine Gefäßkrankheit, bei der sich die Adern im Gesicht weiten, sodass das Blut beim Erröten nicht zurück fließt. Auch sie lässt sich von einem Hautarzt gut behandeln.

Rote Flecken im Gesicht durch Rosacea

Rosacea ist eine entzündliche Hautkrankheit. Wenn ihre Gesichtshaut sich nicht nur anhaltend rötlich färbt, sondern auch die Blutgefäße sichtbar sind und die Haut brennt wie sticht, dann könnte eine Rosacea vorliegen.

Die Entzündung zeigt sich vor allem auf der Stirn, der Nase, dem Kinn und den Wangen. Circa 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden daran, doch nur wenige wissen, dass es sich um diese Krankheit handelt.

Die Entzündung äußert sich in einer chronischen Rötung, aber auch in Form von Knötchen, Bläschen, sichtbaren Adern und Schwellungen im Gesicht. Die Symptome erinnern an eine Akne oder Allergie, mit denen die Hauterkrankung auch häufig verwechselt wird.

Helle Haut ist ein Risikofaktor

Rosacea ist als „Fluch der Kelten“ bekannt. Die Entzündung grassiert nämlich besonders im Norden Europas, in Skandinavien und Großbritannien. Dafür ist aber nicht das nasskalte Wetter verantwortlich, sondern die helle Haut mit rötlichen oder blonden Haaren und blauen, grünen oder grauen Augen und Sommersprossen.

Anhaltende Gesichtsrötungen und Hautbrennen können ein Hinweis auf Rosacea sein. (Bild: Milan Lipowski/fotolia.com)

Wie entsteht Rosacea?

Die Wissenschaft kennt bis heute nicht die Ursache der auch als „Gesichtsrose“ bezeichneten Hautkrankheit. Da es sich um eine Entzündung handelt, sind vermutlich eine Störung der Nervensteuerung, eine angeborene Immunschwäche oder eine Reaktion auf Außenreize verantwortlich. Die Haut produziert ein bestimmtes Protein nur unzureichend, und das wiederum ist Teil unserer Immunabwehr.

Demodex-Milben siedeln sich in hohem Ausmaß auf einer durch Rosacea angegriffenen Haut an. Bis heute ist aber unklar, ob die Milben die in Mitleidenschaft gezogene Haut aufsuchen, nachdem die Krankheit ausgebrochen ist, oder ob sie die Entzündung selbst mit verursachen.

Die Haut der Patienten rötet sich extrem bei Sonneneinfluss (UV-Strahlung), scharfen Gewürzen, Alkohol oder einem Wechsel der Temperatur. Sie reagiert also überempfindlich. Auch hier ist Ursache und Wirkung nicht geklärt: In jedem Fall reagiert die Haut von Erkrankten hypersensitiv. Ist aber die übersensible
Haut vielleicht auch eine Ursache der Erkrankung?

Symptome und Überreaktionen

Viele Symptome der Gesichtsrose zeigen sich als extreme Reaktion auf Reize, die aber auch bei Gesunden rote Flecken im Gesicht auslösen.

Alkohol

Alkohol erweitert die Blutgefäße. Deswegen kennt jeder die roten Wangen, der gerne einen über den Durst trinkt. Bei Rosacea geht die Rötung jedoch nicht zurück, und der Alkohol kann Pusteln und Papeln auslösen.

Temperatur

Große Hitze wie Kälte und scharfer Wind fördern die Durchblutung. Was gesunden Menschen gut tut, ist für Menschen mit Gesichtsrose ein Fluch. Kommt nämlich nach der Wechseldusche oder der Sauna mit folgendem Eisbad das Blut in Schwung, löst das oft einen Krankheitsschub aus. Die Betroffenen gehen dann nicht entspannt aus der Sauna, sondern sehen aus wie ein gekochter Hummer.

Bei einer Gesichtsrose sollte auf scharfe Gewürze, wie z.B. Chili, verzichtet werden. (Bild: photocrew/fotolia.com)

Chili con Carne

Betroffene sollten Speisen meiden, die viel Chili, Pfeffer oder Curry enthalten. Chili fördert die Durchblutung, und Asiaten wie Südamerikaner sehen es deshalb nicht nur als Gewürz, sondern auch als Medizin. Wieder gilt aber: Was Menschen ohne Gesichtsröte wohl tut, löst bei den Betroffenen einen Schub aus. Ihr Gesicht wird knallrot, und die Haut erholt sich erst einmal nicht mehr.

Kosmetik

Wenn Sie an Rosacea leiden, müssen Sie nicht generell auf Make Up verzichten, aber achten Sie auf fettarme Kosmetika, die die Haut nicht reizen. Sie sollten sich dafür einem Test unterziehen und / oder ihren Hautarzt zu Rate ziehen.

Selbsthilfe bei Rosacea

Liegt eine Gesichtsrose vor, sollten Sie unbedingt mit dem Hautarzt eine Therapie absprechen. Sie können die Symptome aber auch selbst lindern, wenn Sie die Auslöser kennen. Führen Sie dazu am besten ein Tagebuch, in dem Sie notieren, wann und wie heftig die Schübe kommen.

Sie selbst wissen am besten, wann ihre Haut brennt, sich Pusteln bilden, und ihr Gesicht aussieht, als kämen Sie gerade von einem Sahara-Trip ohne Sonnenschutz.

Schreiben Sie jetzt jeden Tag auf, wie ihre Haut aussieht und zugleich, was sie getan haben und tun. Dazu gehören nicht nur die offensichtlichen Trigger wie Saunagang oder die Teilnahme am „schärfste Currywurst-Wettbewerb“.

Standen Sie unter Stress und traten rote Flecken im Gesicht auf? Wenn ja, was war der Auslöser für den Stress, und wie lässt er sich vermeiden?

Haben Sie ein neues Make Up ausprobiert und sahen danach aus wie ein Erdbeerkuchen? Wechseln Sie das Präparat.

Verzichten Sie auf Leistungssport. Bei Sport weiten sich die Blutgefäße. Haben Sie nach dem Joggen rote Flecken auf der Stirn? Steigt ihnen beim Kraftsport das Blut ins Gesicht? Auch, wenn es schwer fällt: Ersetzen Sie die volle Power durch entspanntes Radfahren oder längere Spaziergänge.

Vermeiden Sie Sonne. Achten Sie auf guten Sonnenschutz, tragen Sie einen Hut, halten Sie sich im Schatten auf. Ziehen Sie weite Hemden mit langen Ärmeln an.

Demodex-Milben

Fast jeder Mensch ist von diesen Milben irgendwann einmal befallen. Normalerweise merken wir das gar nicht. Vermehren sich die Milben aber unkontrolliert, entzündet sich die Haut. Bei Rosacea-Betroffenen kommt die Milbe im Übermaß vor.

Wenn wir verliebt sind, erröten wir oft ganz „automatisch“ beim Anblick des anderen. (Bild: Gina Sanders/fotolia.com)

Psychische Folgen

Erröten ist vielen Menschen peinlich. Wenn wir verliebt sind, und unsere Traumfrau auf der Bildfläche erscheint, können wir unsere Gefühle nicht verheimlichen, weil das Blut in die Wangen steigt. Wenn jemand uns provoziert, und wir ein Poker-Face aufsetzen, zeigen die roten Flecken im Gesicht, dass wir „innerlich kochen“.

Menschen mit Gesichtsrose sind häufig emotional verunsichert, weil sie immer wieder „rot anlaufen“.

Eiterbläschen

Besonders unangenehm ist nicht die Rötung allein, sondern Eiterbläschen, die bei der Rosacea papulopustulosa entstehen. Im Unterschied zu Akne sind weite Flächen des Gesichts gerötet. Die Eiterbläschen der Gesichtsrose entwickeln sich auch nicht aus entzündeten Talgdrüsenfollikeln.

Wie bei Akne sind Eiterbläschen mitten im Gesicht für die Betroffenen außerordentlich unangenehm.

Dicke Nase

Rosacea führt besonders bei Männern zu verdicktem Bindegewebe und Talgdrüsen. Diese treten vor allem auf der Nase auf. Betroffene bekommen eine so genannte Knollennase, umgangssprachlich auch als Zinken oder Kartoffelnase bekannt.

Rosacea führt gerade bei Männern oft zu einer so genannten Knollennase. (Bild: Edler von Rabenstein/fotolia.com)

Jedoch können solche „Phyme“ auch an Kinn, Stirn, Ohren und Augenlid auftreten. Die Verdickungen sind für die Betroffenen noch wesentlich unangenehmer als die Gesichtsrötungen selbst, sie fühlen sich entstellt, und einige haben ein geradezu monströses Aussehen.

Gute Heilungschancen

Die einzelnen Formen der Rosacea lassen sich dermatologisch sehr gut behandeln. Ein regelmäßiger Besuch beim Hautarzt und die sachgemäße Einnahme von Medikamenten sorgen rasch für eine Linderung der Symptome.

Weitere Ursachen für rote Flecken im Gesicht

Besonders Frauen über 40 erröten oft an Nase und Wangen. Diese Schübe sind vermutlich eine Folge der Wechseljahre. Die Betroffenen haben Hitzewallungen, die Haut juckt und brennt. Im Unterschied zu einer Gesichtsrose nimmt der „Flush“ aber schnell wieder ab.

Nur, wenn die Steuerung der Blutgefäße gestört ist, bleiben die roten Flecken im Gesicht. Dann nämlich schließen sich die Äderchen nicht von selbst.

Trigger sind auch hier scharfes Essen, Alkohol, Hitze oder Kälte wie psychisch-emotionale Auslöser (Stress, Wut, Scham oder Erregung).

Couperose

Die Couperose zeigt sich an erweiterten Blutgefäßen. Das Blut schimmert in blau-rot-violetten Farben durch die Haut. Die Haut kann sich zusätzlich entzünden und mit Bläschen, Pickeln und Knoten gesprenkelt sein.

Die Ursache dieser Hautkrankheit ist unklar. In jedem Fall geht sie mit geschwächtem Bindegewebe einher, und Frauen über 50 sind am häufigsten betroffen.

Selbsthilfe bedeutet, die gleichen Auslöser zu vermeiden wie bei einer Gesichtsrose: Sauna, extremeTemperaturen, heiße Getränke, Alkohol, Chili und Pfeffer, Sonne und Höhensonne.

Stören erkennbare Gesichtsäderchen besonders, kann sie der Dermatologe veröden, oder mit einer Lichtbehandlung die Gefäße „verschweißen“.

Couperose gilt als Beginn einer Rosacea, allerdings streiten die Ärzte, ob es sich um verschiedene Formen der gleichen Krankheit handelt.

Sensible Haut benötigt besonders intensive Pflege durch spezielle Cremes. Der Hautarzt kann hier Tipps geben, welche Produkte im Einzelfall die richtigen sind. (Bild: Dmitry Bairachnyi/fotolia.com)

Sensible Haut

Sensible Haut ist keine Krankheit und lässt sich auch nicht „heilen“. Oft handelt es sich um eine von Natur aus trockene Haut, deren Schutz vor der Außenwelt schwächer ist als bei einer feuchten Haut.

Menschen mit einer empfindlichen Haut reagieren intensiv auf verschiedenste Außenreize: Sie leiden schnell unter Pilzbefall, sie reagieren oft allergisch auf Kosmetika und scharfes Essen führt zu einem Jucken im Gesicht.

Bei manchen Betroffenen treten die roten Flecken auf der Haut sogar auf, wenn sie heiß oder kalt duschen. Menschen mit empfindlicher Haut müssen diese besonders pflegen, zum Beispiel mit Hautcremes, nachdem ein Hautarzt den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut bestimmt hat.

Generell sollten Sie sich nicht lange in der Sonne aufhalten, Sauna und heiße Duschen meiden. (Dr. Utz Anhalt)