Angst vor Prüfungen

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Prüfungsangst

Die Angst vor der nächsten Prüfung – dieses Gefühl kennen viele Menschen nur zu gut. Bereits lange vor der eigentlichen Prüfung kann Angst die Prüfungsvorbereitung durch negative Gedankenketten und Bilder beeinträchtigen oder im entscheidenden Moment gar zu „gähnender Leere“ im Kopf führen. Doch auch wenn Herzklopfen, ein trockener Mund und zitternde Hände als Zeichen von „Lampenfieber“ so vielen Menschen vertraut sind, sollte die Angst vor Prüfungen in stärkerer Ausprägung nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Den Betroffenen von massiver Prüfungsangst droht durch Rückzug in leistungs- und prüfungsarme Arbeitsbereiche ein Berufsleben weit unter ihren tatsächlichen Möglichkeiten.

Inhaltsverzeichnis:
Angst vor Prüfungen
Synonyme
Zwischen spezifischer Phobie und sozialer Angst
Angst vor Prüfungen: Symptome und Konsequenzen
Destruktive Selbstgespräche behindern
Negative Erwartungshaltung verstärkt Angstsymptome
Angst vor schlechten und guten Folgen
Maßnahmen gegen Angst vor Prüfungen
Psychologische Beratung & Therapie
Alternativmedizin und Naturheilverfahren

Synonyme

Prüfungsangst, Lampenfieber, spezifische Phobie, spezifische Angst, soziale Phobie, soziale Angst.

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Viele Kinder leiden unter assiver Prüfungsangst, auch wenn sie eigentlich angesichts ihres Wissens keinen Grund hierfür haben. (Bild: Zlatan Durakovic/fotolia.com)

Zwischen spezifischer Phobie und sozialer Angst

Ein gesundes Maß an Aufregung, das wir auch als Lampenfieber bezeichnen, kann uns aktivieren und helfen, unserer Leistung zu steigern. Erst, wenn dieses Gefühl irrationale, unangemessene Ausformungen annimmt, sprechen wir von Angst oder Phobie. Die Angst vor Prüfungen kommt sehr oft als einzelne, isolierte Angst vor. Beispiele für weitere häufig anzutreffende Monophobien sind die unverhältnismäßige Angst vor Spinnen oder Hunden. Wenn diese Angst zur Vermeidung von Prüfungssituationen führt und außerdem Wahnsymptome und Zwangsgedanken ausgeschlossen werden können, wird die Angst vor Prüfungen nach der internationalen Klassifikation von Krankheiten meist in die Kategorie der spezifischen Phobien eingeordnet. Bei genauerer Betrachtung finden sich in jedoch stets auch Symptome einer sozialen Phobie, die vor allem mit der Angst vor einer negativen Bewertung durch andere Personen zu beschreiben ist. So kann etwa die Angst vor Autoritätspersonen oder vor dem Sprechen mit unbekannten Menschen vor und während einer Prüfungssituation durchaus relevant sein und zu vergleichbarer physischer und psychischer Symptomatik führen. Weil aber beim „echten“ Sozialphobiker die Angst vor Bewertung nicht nur auf Leistungssituationen beschränkt bleibt, wird Prüfungsangst häufig auch als eine Sonderform von (spezifischer) Angst (mit stark sozialen Aspekten) betrachtet.

Angst vor Prüfungen: Symptome und Konsequenzen

Die Angst vor Prüfungen geht sowohl mit körperlichen als auch seelischen Symptomen einher. Während sie in manchen Fällen ohne ernstere Folgen bleibt, kann sie in anderen bedeutsame soziale Konsequenzen nach sich ziehen. Es sind vor allem vegetative Symptome, die dem Prüfling das Leben schwer machen. Dazu gehören Händezittern, Schweißausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit genauso wie Herzrasen, Hyperventilation oder innere Unruhe. Die soziale Umgebung leidet an der spürbaren Unausgeglichenheit und den Stimmungsschwankungen der Betroffenen, die zunehmend zu Unlustgefühlen und Motivationsverlust in Bezug auf das zu erreichende Ziel führen können. Leider kommt es bei den Ängstlichen durch Konzentrationsmangel und Blackouts tatsächlich gehäuft zu schlechten Ergebnissen, die den eigentlichen Fähigkeiten keineswegs entsprechen. Das Vermeiden von weiteren Prüfungssituationen schließlich lässt manch Prüfungsängstliche Berufe unterhalb ihres Könnens ergreifen und auf eine angemessene Karriere verzichten. Allerdings konnte in Studien auch festgestellt werden, dass viele Menschen mit Angst vor Prüfungen besonders leistungsorientiert eingestellt sind und sich trotz Prüfungsangst immer wieder der Herausforderung stellen.

Die Angst vor Prüfungen kann sich auf mindestens vier verschiedene Bereiche beziehen, nämlich auf die Prüfungsvorbereitung, die eigentliche Prüfungssituation, die Folgen einer erfolglosen Prüfung sowie die Folgen einer erfolgreichen Prüfung.

Destruktive Selbstgespräche behindern

In der Phase der Prüfungsvorbereitung können negative Gedanken zu einem echten Lernhindernis werden. Automatisierte Selbstgespräche, in denen man sich permanent vorbetet, dass es ohnehin nicht zu schaffen sei, behindern die Konzentration auf den Lernstoff und ersticken die Lernlust bereits im Keim. Diese Form destruktiver Glaubenssätze („Ich bin zu dumm!“, „Das wird peinlich.“) können zum einen von schlechten Vorerfahrungen herrühren, werden häufiger aber noch in einem Elternhaus erworben, in dem bereits mindestens ein Elternteil das perfektionistische und prüfungsängstliche Modell vorgelebt hat. Ein Erziehungsstil, in dem einseitig Leistung mit Anerkennung belohnt wurde, tut dazu sein Übriges. Ein gesundes Selbstwertgefühl jenseits von Leistungssituationen kann sich unter diesen Bedingungen nur erschwert entwickeln.

Negative Erwartungshaltung verstärkt Angstsymptome

Eine Prüfung birgt oftmals unvorhersehbare und damit unkontrollierbare Faktoren, die – bei negativer Erwartungshaltung- schon im Vorfeld im Kopf umherkreisen und Ängste auslösen: „Wer wird der Prüfer/die Prüferin sein?“, „Werden die Prüfer in ihrem Bewertungsverhalten großzügig oder pedantisch sein?“, „Welche Fragen werden genau gestellt?“, „Wahrscheinlich wird nach Bereichen gefragt, über die ich am wenigsten weiß. “, u.s.w..

In der Prüfungssituation selbst dominieren oftmals die körperlichen Symptome der Angst, die sich bis hin zu einem Panikanfall steigern können. Auch hier ist es wieder die eigene negative Bewertung, welche die zunächst situativ angemessenen körperlichen Reaktionen zu einer Bedrohung werden lassen. So wird ein durch die Stressreaktion entstandener beschleunigter Herzschlag zu einem drohenden Herzinfarkt und zittrige Beine zum sicheren Vorboten eines Ohnmachtsanfalls. Diese Fokussierung auf die Symptome verhindert natürlich die Aufmerksamkeit auf die Prüfungsfragen sowie die Mobilisierung des Gelernten. Konzentrationsprobleme und Blackouts sind die Folgen.

Angst vor schlechten und guten Folgen

Die Angst vor den schlechten Folgen einer Prüfung kann sich auf konkrete Auswirkungen beziehen, etwa wenn ein Student danach keine weitere finanzielle Unterstützung (Bafög) erhält oder die Prüfung nicht noch einmal wiederholen darf. Vielfach steht jedoch der „Gesichtverlust“ im Vordergrund, das „Versagen“ in den eigenen Augen und in den Augen der anderen Menschen. Angst vor Peinlichkeit und Scham kreisen ständig im Kopf herum, der dann zum Lernen nur noch eingeschränkt zur Verfügung steht. All diese Faktoren erhöhen den Druck schon in der Lernphase und können die Leistungsfähigkeit ernsthaft beeinträchtigen.

Gar nicht so selten kommt es vor, dass Prüflinge sich von der Angst vor allzu guter Leistung „ausbremsen“ lassen. In der Regel sind den Betroffenen diese Zusammenhänge nicht bewusst, es scheint ihnen jedoch Unbehagen zu bereiten, leistungsstärker zu sein als andere, möglicherweise befreundete Mitstreiter. Sie scheuen den direkten Konkurrenzkampf, weil sie Angst haben, aufgrund besserer Leistung soziale Beziehungen zu gefährden, auch wenn sie grundsätzlich dem ehrgeizigen, perfektionistischen Typus angehören. Hinter den Versagensängsten, die im Zusammenhang mit der anstehenden Prüfung auftauchen, verbirgt sich bei diesen Menschen also eigentlich die Angst vor Verlusten.

Maßnahmen gegen Angst vor Prüfungen

In erster Linie sollten Prüfungsangstgeplagte ihre Lernorganisation überprüfen. Durch strukturierte Zeitplanung und angemessene Portionierung des Lernstoffs können unnötiger Zeitdruck und akute Überforderung („auf den letzten Drücker“) vermieden werden. Selbsthilfebücher und professionelle Lernberatung stehen zur Vermittlung von hilfreichen Organisations- und Lernstrategien zur Verfügung. Außerdem bieten Psychologen, Pädagogen und Heilpraktiker verschiedene Formen der Beratung und Behandlung gegen die Angst vor Prüfungen an.

Psychologische Beratung & Therapie

Sollten negative Gedankenmuster die Prüfungsvorbereitung behindern, kann trainiert werden, diese beim ersten Signal zu unterbrechen, indem z.B. ablenkende Handlungen ausgeführt werden (Abwaschen, Joggen, Tee kochen). Darüber hinaus können dahinter stehende destruktive Glaubenssätze identifiziert und verändert werden. Mit geeigneten kognitiven Therapieverfahren können Ursachen und Hintergründe in Gesprächen erarbeitet und alternative Formulierungen zur positiven Selbstverstärkung gefunden werden („Du schaffst das schon!“).

Besonders wertvoll kann im Fall von Prüfungsangst die Therapie mit selbstorganisatorischer Hypnose sein. In Hypnose werden zurückliegende Erfolge nicht nur visuell sonders auch gefühlsmäßig erinnert, was das Selbstwertgefühl allgemein stärkt und die Zuversicht hinsichtlich der anstehenden Prüfung wachsen lässt. Bilder individuell entwickelter innerer Ruheoasen können Stresssymptome lindern. Vermeintlich ursächliche Situationen und Zusammenhänge, Einflüsse und Glaubenssätze können mit therapeutischen Methoden in Hypnose identifiziert und verändert werden. Schließlich kann im inneren Kino ein (Wunsch-)Film produziert werden, der den erfolgreichen Prüfungsverlauf vorweg nimmt und in dem auch die guten Gefühle und Reaktionen der anderen Menschen nach der Prüfung probeweise genossen werden. Auf diese Weise werden die als unkontrollierbar erlebten und deshalb angstauslösenden Faktoren (Prüfer, Themen, Verlauf) sowie die Erwartungen bezüglich der Prüfungsfolgen günstig beeinflusst.

Alternativmedizin und Naturheilverfahren

Erfahrungsmedizinisch ist die positive Einflussnahme von Ernährung auf Gehirnleistung und Emotionen schon lange bekannt, allgemeine Anerkennung findet sie nach und nach durch die moderne Hirnforschung, die (nicht nur) bei diesem Thema einen wohltuenden Kontrast zu den medikamentösen Hirndoping-Strategien der Pharmakonzerne darstellt. Eine zum Lernen optimale Gehirnnahrung sorgt vor allem für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel und ausreichend ungesättigte Fettsäuren.

Bevor es bei den stressgeplagten Prüflingen zu Selbsthilfeversuchen mit Alkohol oder starken Beruhigungstabletten kommt, welche die Leistungsfähigkeit auf Dauer eher noch beeinträchtigen können, ist eine zeitlich begrenzte Einnahme von angstlösenden, sedierenden oder stimmungsaufhellenden Pflanzendrogen bzw. Homöopathika aus der Naturheilkunde vorzuziehen. In Gesprächen und mit spezifischen Diagnose- und Testverfahren ermitteln Heilpraktikerin oder Naturarzt ein oder mehrere Mittel, die unter Berücksichtigung der individuellen Konstitution die Symptome lindern können.

Energetische Verfahren, beispielsweise Klopfakupressur, Körper- und Ohrakupunktur wirken ausgleichend auf den gesamten Organismus und regulieren das vegetative Nervensystem. Zur häuslichen Anwendung eignen sich außerdem Ohrkerzen, Atemübungen, Heilströmen, Selbsthypnose, Meditation oder Yoga, um Seele, Körper und Geist zu entspannen. (jvs)

Buchtipp zur Prüfungsvorbereitung:
Kossak, Hans-Christian: „Lernen leicht gemacht“ Carl-Auer-Systeme 2008

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