Angst vor Spinnen: Spinnenangst

Der Anblick von Spinnen versetz manche Menschen in regelrechte Panick, die auch körperliche Symptome mit sich bringen kann. (Bild: butterfly-photos.org/fotolia.com)
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Angst vor Spinnen; Spinnenphobie

Die Angst vor Spinnen gehört zu den häufigsten Phobien und ist auch hierzulande weit verbreitet, obgleich keinerlei Gefahr droht, einer wildlebenden Giftspinne zum Opfer zu fallen. Vielmehr sind Spinnen harmlose und nützliche Tiere, die einen wichtigen ökologischen Beitrag leisten. Die Spinne taucht in alten Mythen immer wieder im Zusammenhang mit weiblichen Gottheiten auf, mit Spinnerinnen von Magie und Schicksal und im Mittelalter wurde sie gar mit Hexen in Verbindung gebracht. Heute sind vor allem Frauen von der Angst vor Spinnen betroffen, die vielfach bereits in der Kindheit entsteht.

Die psychotherapeutische Behandlung wird in der Regel durch Verhaltenstherapeuten und Psychoanalytikern vorgenommen, was nicht zuletzt der Erstattungspraxis der Krankenkassen geschuldet ist. Immer häufiger jedoch kommen alternative Therapiemethoden zum Einsatz, die das Behandlungsspektrum gegen die Angst vor Spinnen erweitern, beispielsweise in Form von Hypnosetherapie, Handflächen-Technik oder Klopfakupressur.

Inhaltsverzeichnis

Angst vor Spinnen
Symptome bei Angst vor Spinnen
Auslöser von Spinnenangst
Therapie von Spinnenphobie
Verhaltenstherapie bei Angst vor Spinnen
Tiefenpsychologische Verfahren bei Spinnenphobie
Therapie in Hypnose und Angst vor Spinnen
Handflächentherapie gegen Spinnenphobie
Klopfakupressur in der Angsttherapie

Symptome bei Angst vor Spinnen

Die körperlichen Symptome, die bei Angst vor Spinnen auftreten, gleichen denen bei anderen Angstzuständen. Dazu gehören zitternde Hände und Beine, ein trockener Mund und Schweißausbrüche. Auch Ekelgefühl, das teilweise mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht, wird häufig beschrieben. Ein Kloß im Hals und Engegefühl im Brustraum, das von Atemnot und Hyperventilation begleitet werden kann. Schwindel, Unwirklichkeitsgefühl, Herzklopfen oder gar Herzrasen führen neben den anderen Symptomen mitunter zu Panikanfällen. Die Betroffenen berichten, dass angsterzeugende Situationen (Denken an, Vorstellungen, Fotos oder realer Anblick von Spinnen) das Gefühl von Hilflosigkeit und Unkontrollierbarkeit in ihnen hervorruft. Problematisch wird die Angst vor Spinnen erst, wenn sie in ein Vermeidungsverhalten führt, das sich einschränkend auf die Lebensführung auswirkt. Spätestens wenn bestimmte Orte (Räume, Plätze oder Schränke) nicht mehr aufgesucht werden können oder der Aufenthalt in der eigenen Wohnung ohne Begleitperson unmöglich ist, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Der Anblick von Spinnen versetzt manche Menschen in regelrechte Panik, die auch körperliche Symptome mit sich bringen kann. (Bild: butterfly-photos.org/fotolia.com)
Der Anblick von Spinnen versetzt manche Menschen in regelrechte Panik, die auch körperliche Symptome mit sich bringen kann. (Bild: butterfly-photos.org/fotolia.com)

Auslöser von Spinnenangst

Während die angenommenen Ursachen je nach psychologischer Schule variieren, sind die Auslöser von Spinnenangst stets mit (vermeintlichen) Begegnungen mit dem achtbeinigen Tier verbunden. Von realen bzw. vorgestellten Bissen, Begegnungen und Berührungen mit Spinnen über Spinnenabbildungen und –filme können sogar eine Plastikspinne oder lediglich das Wort „Spinne“ Angst mit allen bekannten Symptome erzeugen. Obwohl die Angst vor Spinnen vielfach in der Kindheit beginnt, kann auch noch im Erwachsenenalter durch auslösende Ereignisse (z.B. Spinne lässt sich auf der Schulter nieder) eine Spinnenphobie entstehen.

Therapie von Spinnenphobie

Die Therapie der Spinnenphobie erfolgt meist psychotherapeutisch nach dem Menschenbild und der Ursachenannahme der jeweiligen therapeutischen Ausrichtung. Weil bis heute in Deutschland lediglich die Verhaltenstherapie und tiefenpsychologische Verfahren von den Krankenkassen anerkannt und finanziert werden, kommen diese Methoden natürlich häufig zum Einsatz. Alternativ haben sich aber in den Gebieten von Naturheilkunde und Energiemedizin längst weitere Verfahren entwickelt, die –aufgrund ihrer Wirksamkeit- heute nicht mehr nur von ausgeschriebenen Alternativtherapeuten eingesetzt werden.

Arachnophobia
Die Angst vor Spinnen ist bis heute weit verbreitete, wobei die in Deutschland heimischen Expemplare eigentlich keinen Grund zur Furcht bieten. (Bild: lassedesignen/fotolia.com)

Verhaltenstherapie bei Angst vor Spinnen

Die systematische Desensibilisierung gilt als eine der ältesten und zugleich wirksamsten Behandlungsformen bei spezifischen Phobien und damit auch bei Angst vor Spinnen. Sie wird einzeln oder aufeinander aufbauend in der Vorstellung (in sensu) und in der Realität (in vivo) durchgeführt. Bei dieser Methode, die der Verhaltenstherapie entstammt, geht man grundsätzlich davon aus, dass die Spinnenangst erlernt wurde und deshalb auch wieder verlernt werden kann.

Dazu werden zunächst sämtliche angstauslösende Momente in einer sogenannten Angsthierarchie aufgestellt, indem sie einer Angstskala zugeordnet werden. Dabei kann z.B. die Zahl 0 „keine Angst“ bedeuten, während die 100 die „größte Angst“ darstellt. So eine Liste beginnt zum Beispiel mit dem Anblick eines Spinnennetzes als schwächster Angstreiz und mündet in die panikerzeugende Vorstellung, eine Spinne über den Arm laufen zu lassen. Weiterhin wird ein entspannendes Ruhebild entwickelt.

Im zweiten Schritt gilt es, eine Entspannungsmethode zu trainieren, wobei in der Regel das Verfahren der Progressiven Muskelentspannung eingesetzt wird. Dieses leicht zu erlernende Verfahren soll über wechselnde An- und Entspannung von Muskeln den gesamten Organismus regulieren. Die eigentliche Desensibilisierung beginnt nun mit der Vorstellung des geringsten Angstreizes der Liste, z.B. einem Spinnennetz im Garten. Nach kurzer Zeit wird diese durch Ruhebild und Entspannungsgefühl ersetzt, sodass die Angst nach mehreren Durchgängen überlagert wird. Stück für Stück nähern sich Therapeutin und Klient auf diese Weise den immer stärkeren Angstauslösern, bis die Angst vor Spinnen schließlich beseitigt oder maximal vermindert ist. Parallel dazu oder im Anschluss werden in der gleichen Weise Situationen in der Realität trainiert.

Tiefenpsychologische Verfahren bei Spinnenphobie

Als tiefenpsychologische Verfahren, die bei Spinnenphobie eingesetzt werden, sind vor allem Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zu nennen. In beiden wird die Spinnenangst als Ausdruck von angsterzeugenden oder schambehafteten frühkindlichen Konflikten betrachtet, die ins Unbewusste verdrängt und -im Falle der Spinnenphobie- auf die Tiere projiziert wurden. Die Bewusstmachung der inneren Konflikte ist Inhalt der Therapie, deren Ziel es ist, die Spinnenangst überflüssig zu machen. Es wird mit freien Assoziationen, Träumen sowie der Beziehung zur Therapeutin oft über mehrere Jahre gearbeitet, ohne sich unbedingt explizit mit dem auslösenden Reiz (Spinne) zu beschäftigen.

Therapie in Hypnose und Angst vor Spinnen

Auch bei der Therapie in Hypnose arbeiten die Therapeuten mit dem Unbewussten des Klienten, um die Angst vor Spinnen zu behandeln. Hypnosetherapie als eher uneinheitlich praktizierte Behandlungsform in Psychotherapie, Medizin und Zahnmedizin setzt in jeder ihrer Ausrichtungen auf Informationsinput, der die innere Bewertung und Haltung in Bezug auf den Angstauslöser verändern soll. Auf körperlicher Ebene können sich die neuen Reaktionen und Erfahrungen, die sich daraus ergeben, in Form veränderter neuronaler Strukturen festigen. Genutzt wird der Bewusstseinszustand Hypnose, der Grundlage für eine reine Suggestions- oder Entspannungstherapie bildet, die systematische Desensibilisierung umrahmt oder Zugang zu unbewussten ursächlichen Zusammenhängen aus der Lebensgeschichte des Spinnenängstlichen verschafft.
In der Hypnosetherapie wird das Symptom, hier die Angst vor Spinnen, zudem auf seine eigentliche, für den Betroffenen ursprünglich sinnvolle Funktion hin untersucht. Dazu wird –direkt oder indirekt- Verbindung zu unbewusstem Wissen hergestellt und mit Körpersignalen, in inneren Dialogen, symbolisch-bildhaft oder durch gezielte Geschichten und Metaphern mit dem Teil, der das Symptom produziert und aufrecht erhält, kommuniziert und verhandelt. Unterstellt wird hier neben der Fähigkeit, die (kognitiv nicht begründbare) Angst vor Spinnen zu entwickeln auch das Wissen und die Kompetenz zu deren (Auf-) Lösung.

Handflächentherapie gegen Spinnenphobie

Angelehnt an die „Palm Therapy“ , die von dem Naturarzt Moshé Zwang in Amerika entwickelt wurde, beschreibt der schweizer Hypnosetherapeut Hans-Peter Zimmermann seine Handflächentherapie, die gegen Spinnenphobie und sämtlichen andere spezifischen Phobien eingesetzt werden kann. Ähnlich wie bei der Systematischen Desensibilisierung stellt die spinnenängstliche Person sich zunächst in Einzelheiten eine angsterzeugende Situation vor, die allerdings die Werte auf der vorher eingeführten Angstskala möglichst in die Höhe treiben sollte. Sind die Symptome stark wahrnehmbar, werden zwei bestimmte Punkte auf den Handlinien einer Hand des Klienten vom Therapeuten mit den Daumennägeln für einige Sekunden gedrückt gehalten. Unter ablenkenden Gesprächen werden die Punkte für wenige Minuten weiter gedrückt und der Erfolg anschließend wieder mit Spinnenvorstellung und Angstskala überprüft. Nur manchmal sollen mehrere Durchgänge notwendig sein, dann wird das Verfahren an der anderen Hand wiederholt. Die Akzeptanz dieser als wirksam beschriebenen Therapiemethode leidet sicherlich allein schon an der einfachen und schnellen Durchführbarkeit und Wirkweise, die dem gängigen Bild von ursachenbezogener Störungsentwicklung und –behandlung widerspricht.

Klopfakupressur in der Angsttherapie

Die Klopfakupressur, die seit einigen Jahren unter verschiedenen Bezeichnungen –nicht zuletzt als Angsttherapie- auf sich aufmerksam macht, geht von dem chinesischen Modell der Energiebahnen (Meridiane) aus, die -miteinander vernetzt- den Körper durchziehen. Nur ein freier Energiefluss gewährleistet dabei Gesundheit, während blockierte Energie meist psychische oder physische Störungen nach sich zieht. Entlang der Meridiane befinden sich weiterhin wichtige Energiepunkte (Akupunkturpunkte) unter der Haut, die sich gut lokalisieren lassen. Durch Klopfen oder Reiben solcher Punkte soll der freie Energiefluss wiederhergestellt und die Symptomatik vermindert bzw. beseitigt werden. Um den erwünschten Energieausgleich zu bewirken, werden relevante Punkte durch kinesiologisches Muskeltesten oder Tensortestung geortet, die dann mit Klopftechnik und weiteren spezifischen Techniken behandelt werden. Die Klopftechnik ist Inhalt verschiedener Verfahren der Energetischen Psychologie, von denen EdxTM, Emotional Freedom Technique (EFT) Meridian-Energie-Techniken (MET) zu den bekanntesten zählen. Die Techniken bereichern u.a. das konventionelle psychotherapeutische Angebot bei Depression, Suchtproblemen und Angststörungen, zu denen ja auch die Angst vor Spinnen zählt. (jvs, 15.02.2011)


Informationen zur Handflächentherapie nachzulesen auf: www.hpz.com