Augeninnendruck – Normalwerte, Symptome und Ursachen

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Erhöhter und zu niedriger Augeninnendruck

Die richtigen Druckverhältnisse im Auge sind für ein störungsfreies Sehen unerlässlich. Umso gefährlicher kann es sein, wenn der Augeninnendruck (Tensio) durch Gesundheitsprobleme beeinträchtigt wird. Dahinter stecken meist krankhafte Veränderungen des Auges, die den korrekten Abfluss des augeneigenen Kammerwassers behindern.


Definition

Der Innendruck im Auge (Oculus) ist entscheidend für zahlreiche Faktoren, welche die Augenfunktionalität, ebenso wie dessen Anatomie mitbestimmen. So sorgt der intraokulare Druck zum Beispiel für einen konstanten Abstand zwischen

  • Hornhaut (Cornea)
  • Augenlinse (Phakos)
  • und Netzhaut (Retina),

was zum einen eine optimale Belüftung der augeneigenen Hautschichten gewährleistet und zum anderen auch verhindert, dass sich diese Schichten durch Zusammenhaften gegenseitig in ihrer Sehfunktion behindern.

Der Augeninnendruck sorgt unter anderem dafür, dass der Augapfel seine runde Form behält. (Bild: sakurra/fotolia.com)

Auch die Funktion dieser Hautschichten wird durch den Augeninnendruck beeinflusst. Beispielsweise sorgt er für eine akkurate Ausrichtung der Sehzellen (Facettenrezeptoren), welche sich in der Netzhaut befinden und im Auge für die Absorption von Licht verantwortlich sind. Ohne angemessene Druckverhältnisse im Auge haben Menschen also Probleme mit dem Hell-Dunkel-Sehen.

Darüber hinaus ist der Augeninnendruck auch für eine adäquate Wölbung der Augeninnenwand verantwortlich, die notwendig ist, um ein perfektes Sehen zu gewährleisten und auch Seheindrücke links und rechts des zentralen Blickfelds wahrnehmen zu können.

Der natürliche Augeninnendruck liegt zwischen 10 und 21 mmHg. Zustande kommt dieser durch das sogenannte Kammerwasser (Humor aquosus). Wie der Name schon vermuten lässt, befindet sie sich diese Augenflüssigkeit in der Augenkammer (Camerae bulbi), die sich in eine vordere und eine hintere Augenkammer unterteilen lässt. Die vordere Augenkammer bildet dabei das direkt hinter der Hornhaut gelegene Hohlgewölbe des Auges, während sich die hintere Augenkammer um die Linse herum zwischen der Regenbogenhaut (Iris) und dem im Schädel gelegenen Glaskörper (Corpus vitreum) befindet.

Gebildet wird das Kammerwasser in den Ziliarfortsätzen (Corpus ciliare). Sie befinden sich seitlich hinter der Pupille und erzeugen die Augenflüssigkeit aus Bestandteilen, die mit Ausnahme des roten Blutfarbstoffes jener des Blutserums sehr ähnlich sind und sich maßgeblich wie folgt zusammensetzen:

  • Wasser
  • Aminosäuren
  • Antikörper
  • Ascorbinsäure
  • Elektrolyte
  • Milchsäure
  • Proteine

Täglich entstehen in den Ziliarkörpern zwischen 3 und 9 ml der Kammerwasser, welche sich nach ihrer Entstehung zunächst in die Augenkammer ergießt und hier den Augeninnendruck regelt sowie das Auge angemessen befeuchtet. Danach fließt die Augenflüssigkeit über den Kammerwinkel (Angulus iridocornealis) in den Schlemm-Kanal (Plexus venosus sclerae) wieder ab. Benannt nach dem deutschen Arzt und Anatom Friedrich Schlemm überführt dieser Kanal das Kammerwasser über ein feines Geflecht aus Augenvenen wieder zurück in den Blutkreislauf.

Bei erhöhtem oder zu niedrigem Augeninnendruck sollte die Behandlung unbedingt so schnell wie möglich erfolgen, um irreparable Augenschäden zu vermeiden. (Bild: YakobchukOlena/fotolia.com)

Und genau hier liegt auch die häufigste Ursache für einen erhöhten Augeninnendruck. Denn wenn das Kammerwasser nicht mehr vollständig abfließen kann, etwa aufgrund von Verstopfungen des Kammerwinkels oder Schlemm-Kanals, steigt der Druck in den Augenkammern an.

Ebenso kann es zu einem niedrigen Augeninnendruck kommen, wenn das Kammerwasser zu schnell Abfließt. In beiden Fällen ist das Sehvermögen des Patienten enorm gefährdet. Auch können irreparable Augenschäden drohen, weshalb eine zeitnahe Behandlung eines gestörten Augeninnendrucks sehr wichtig ist.

Ursachen für erhöhten Augeninnendruck

Wie bereits aufgezeigt, wird der Augeninnendruck durch die Menge des Kammerwassers bedingt, welches sich im vorderen Bereich des Auges in der Augenkammer befindet. Ein gleichbleibender Augeninnendruck ist folglich essenziell für die Sehkraft, da nur dann alle am Sehen beteiligten Augenstrukturen ihre Aufgaben adäquat erfüllen können. Herrscht im Augeninneren dagegen ein zu hoher Druck, wird die Funktionalität der feinen und sensiblen Augenelemente enorm beeinträchtigt. Entsprechende Druckerhöhungen resultieren in der Regel aus einem von zwei Einflussfaktoren:

  • Entweder wird aufgrund einer krankhaften Veränderung des Auges mehr Kammerwasser produziert, als abfließen kann,
  • oder es wird aufgrund einer krankhaften Veränderung des Auges weniger Kammerwasser abtransportiert, als produziert wird.

In beiden Fällen entsteht aus dem Ungleichgewicht aus erhöhter Produktion und/oder vermindertem Abfluss ein erhöhter IOD (intraokulärer Druck), wie der Augeninnendruck in Fachkreisen bezeichnet wird.

Als Ursache kommen dafür zum Beispiel Verengungen (Stenosen) im Kammerwinkel, beziehungsweise im Schlemm-Kanal in Frage. Dies kann zum Beispiel aufgrund von Gefäßveränderungen oder Fehlbildung der Fall sein. Weitere Krankheiten, die sich als Ursache für erhöhten Augendruck durch gestörten Kammerwasserabfluss nicht ausschließen lassen, sind Zysten, Tumore und Entzündungen im Bereich des Kammerwinkels.

Daneben sind Verletzungstraumata am Auge, Fremdkörper, Verwachsungen im Augengewebe (z.B. durch Operationsnarben) sowie eine langjährige Diabetes-Erkrankung dazu in der Lage, die Gefäße des Abflusssystems im Auge derart zu verengen, dass sich vermehrt Kammerwasser ansammelt und so der Augeninnendruck steigt.

Häufig als Ursache für erhöhten Augeninnendruck unterschätzt werden mitunter Stress und Medikamente. Stresseinflüsse ergeben sich hierbei für das Auge nicht nur aus hektischen Alltagssituationen. Ebenso können Umweltschadstoffe, das anhaltende Beben von Schwerstlasten (durch erhöhte Druckbelastung) und Krankheiten wie Bluthochdruck die Stressbelastung des Auges erhöhen.

Ein erhöhter Blutdruck kann sich auch auf den Augeninnendruck auswirken. (Bild: stokkete/fotolia.com)

Im Bereich der medikamentösen Wirkstoffe können ebenfalls zahlreiche Arzneimittel als Nebenwirkung den IOD steigern. Sehr oft geschieht dies beispielsweise bei der Behandlung mit Kortison. Aus diesem Grund wird empfohlen, vor und während einer länger anhaltenden Kortisontherapie die Augen ärztlich kontrollieren zu lassen.

Medikamente, die zur Therapie bei Krebserkrankungen eingesetzt werden, sind ebenfalls dafür bekannt, den Augeninnendruck zu erhöhen. Darüber hinaus stehen abschwellende Nasensprays aktuell zumindest in Verdacht, einen erhöhte Druckwerte zu provozieren.

Vorsicht: In allen genannten Fällen kann aus dem dauerhaft erhöhten Augeninnendruck unbehandelt ein sogenanntes Glaukom entstehen. Besser bekannt als „der Grüne Star“ verbirgt sich hinter dieser Krankheit eine irreparable Schädigung des Sehnervs. Das Risiko an einem Glaukom zu erkranken ist dabei nicht gerade gering. Allein in Deutschland tragen etwa 5 Millionen Menschen ein erhöhtes Glaukomrisiko und etwa 800.000 Menschen sind an einem Glaukom erkrankt. Dabei geht dieser Erkrankung in der Tat recht häufig ein erhöhter Augeninnendruck voraus.

Ursachen für niedrigen Augeninnendruck

Auch ein zu niedriger Augeninnendruck, der durch zu wenig Kammerwasser in der Augenkammer bedingt ist, kann zu schwerwiegenden Gesundheitsfolgen für die Sehkraft des Auges führen. Der zugrunde liegende Mechanismus ist hier das genaue Gegenteil zum Mechanismus bei erhöhtem Augeninnendruck. Dies bedeutet, dass ein verringerter Druck im Auge

  • entweder durch eine Minderproduktion von Kammerwasser,
  • oder durch verstärkten Abfluss des Kammerwassers entsteht.

Zu einer Minderproduktion von Kammerwasser kann es dabei unter anderem aufgrund einer krankhaften Veränderung am Ziliarkörper kommen. Abermals sind hier Stenosen im Bereich des Corpus ciliare, (z.B. durch Zysten, Verletzungen oder Entzündungen) als denkbare Ursachen zu nennen.

Ein überhöhter Abfluss von Kammerwasser kann dagegen auch ungewollt nach Interventionen am Auge entstehen, etwa bei Glaukompatienten. In diesem Fall führt eine Operation zur Verbesserung des Abflusses von Augenflüssigkeit zu einer ungewollten Senkung des Augeninnendrucks über den gewünschten Normwert hinaus.

Warnung: Eine dauerhafte oder langanhaltende Verminderung des IOD kann zu einer Ablösung der Netzhaut von der darunterliegenden Aderhaut führen. Im schlimmsten Fall provoziert diese Netzhautablösung einen vollständigen Sehverlust und damit eine Erblindung!

Diagnose

Veränderungen des Augeninnendrucks sind häufig schleichende Prozesse, deren Folgen erst sehr spät, im fortgeschrittenen Krankheitsstadium bemerkbar werden. Da sich aber gerade der grüne Star überwiegend ab der zweiten Lebenshälfte manifestiert und auch Störungen im Abfluss bzw. der Produktion von Kammerwasser häufig auf altersbedingte Umbauprozesse des Auges zurück zu führen sind, wird empfohlen, ab dem 40. Lebensjahr etwa alle ein bis zwei Jahre die Augen hinsichtlich der Sehkraft und des Augeninnendrucks vorsorglich überprüfen zu lassen.

Wichtig: Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass es sich hierbei nicht um Untersuchungen, deren Kosten generell von den Krankenkassen übernommen werden, sondern um sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (iGeL), die selbst finanziert werden müssen oder nur bezuschusst werden. Einzig bei einem vorliegenden erhöhten Risikoprofil oder der Verlaufskontrolle bei schon bestehenden Erkrankungen werden die Leistungen von der Krankenkasse übernommen.

Eine erste Verdachtsdiagnose bezüglich eines aus dem Normbereich fallenden Augeninnendrucks stellt der Hausarzt oftmals schon allein aufgrund des Vorhandenseins charakteristischer Symptome und Risikofaktoren. Sobald diese innerhalb einer Anamnese zur Sprache kommen und sich ein Verdacht erhärtet, überweisen Hausärzte den Betroffenen für gewöhnlich an einen örtlichen Augenarzt oder ein Krankenhaus mit ophthalmologischer (das Auge betreffender) Abteilung. Hier sind die entsprechenden Gerätschaften zur Diagnostik von Augenerkrankungen vorhanden und können selbst kleinste Ungereimtheiten zuverlässig aufdecken.

Unabhängig davon auf welchem Weg der Patient zum Augenarzt kommt, umfasst die Diagnostik von Augeninnendruckveränderungen mehrere Untersuchungsschritte. Hierzu zählen:

  • Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie)
  • Augenspiegelung (Ophthalmoskopie)
  • Testung des Sehvermögens (Visustest)

Messung des Augeninnendrucks

Für die Messung des IOD stehen dem Augenarzt mehrere Messmethoden zur Verfügung. Bei gesunden Menschen liegt der Normwert zwischen 10 und 21 mmHG, wobei das Alter, die Körperkonstitution, der Blutdruck, Puls und sogar die Tageszeit eine hohe Schwankungsbreite generieren können, die der untersuchende Arzt berücksichtigen muss. Um so genau wie möglich zu messen, gibt es deshalb verschiedene Herangehensweisen, die stetig weiterentwickelt werden:

1. Goldmann-Applanationstonometrie: Bei der Goldmann-Applanationstonometrie drückt der Augenarzt die im Vorfeld betäubte Hornhaut des Auges mit einem 3 mm breiten Drucksensor für kurze Zeit auf eine bestimmte Tiefe ein. Je mehr Kraft benötigt wird, um die Hornhaut in der gewünschten Tiefe abzuflachen (zu applanieren), desto höher ist der vorhandene Augeninnendruck.

2. Non-Contact-Tanometrie: Eine etwas neuere Methode kommt ohne das direkte Berühren der Hornhaut aus und wird daher auch als Non-Contact-Tonometrie bezeichnet. Hierbei pustet ein Gerät einen Luftstrahl auf die Hornhaut des geöffneten Auges und ermittelt aus der gemessenen Zeit, die der Luftimpuls benötigt um die Hornhaut in einer bestimmten Tiefe abzuflachen, den im Inneren des Auges herrschenden Druck.

3. Messung mit Kontaktlinsenmikrosensor: Die Forschung beschäftigt sich sehr intensiv mit der Entwicklung besserer Messtechniken. Unter anderem werden aktuell auch Kontaktlinsen mit Mikrosensoren entwickelt, die den IOD kontinuierlich über einen längeren Zeitraum messen können sollen.

Bei der Augenspiegelung schaut der Arzt mittels eines Ophthalmoskops von außen in das Auge hinein. (Bild: Henrik Dolle/fotolia.com)

Augenspiegelung

Bei der Augenspiegelung untersucht der Augenarzt mit einem Ophthalmoskop den normaler Weise von außen nicht einsehbaren Augenhintergrund. Hierbei kann er mehrere Strukturen auf krankhafte Veränderungen hin überprüfen. Beispielsweise lassen sich durch den Lichteinfall des Ophthalmoskops der im Augenhintergrund gelegene Sehnervkopf sowie der gelbe Fleck genauer inspizieren. Und auch feine Gewebeschichten wie die Netzhaut und die Aderhaut mitsamt ihrer feinen Blutgefäße zur Versorgung des Auges werden dank der Augenspiegelung einsehbar.

Der Augenarzt kann mit Hilfe dieser Herangehensweise beurteilen, ob sich im Rahmen von krankhaften Veränderung des IOD schon Schädigungen am Sehnerv (bei erhöhtem Augeninnendruck) oder an der Netzhaut (bei niedrigem Augeninnendruck) eingestellt haben und deren Verlauf genau kontrollieren.

Die Untersuchungsmethode an sich ist schmerzlos, jedoch muss beachtet werden, dass das Auge im Vorfeld mit Atropintropfen behandelt wird, die zur besseren Betrachtung des Augenhintergrunds eine Weitstellung der Pupille bewirken. Aufgrund ihres Effekts werden die Augentropfen auch „Weittropfen genannt. Dieser Vorgang beeinträchtigt für mehrere Stunden das Sehvermögen und der Betroffene darf darum am Tag der Untersuchung weder Maschinen bedienen, noch ein Fahrzeug oder Fahrrad nutzen. Es ist deshalb allgemein üblich, sich für den Tag der Untersuchung frei zu nehmen.

Testung des Sehvermögens

Die Durchführung von Sehtests während der Diagnose zwar in keinem direkten Bezug zum Augeninnendruck, jedoch kann damit beurteilt werden, ob krankhafte Veränderungen des Auges bereits zu einer Beeinträchtigung des Sehvermögens geführt haben oder ob zusätzlich noch andere Sehschwächen vorhanden sind. Um den Test durchzuführen, stehen dem Augenarzt verschiedene ausmessende und vergleichende Methoden zur Verfügung, mit denen sowohl die Sehschärfe, als auch das Kontrast-, Farb- und 3D-Sehen eingeschätzt und beurteilt werden können.

Achtung: Im Gegensatz zum routinemäßigen Check-up, beziehungsweise zur Diagnostik bei vorliegenden Risikofaktoren stellt ein akuter Glaukomanfall immer eine Notfallsituation dar, der einer sofortigen augenärztlichen Untersuchung und Therapiebedarf!

Behandlung bei Veränderungen des Augeninnendrucks

Welche Behandlungsmaßnahmen zur Behebung der Innendruckveränderungen im Auge notwendig sind, muss von Fall zu Fall individuell vom zuständigen Augenarzt entschieden werden. Üblich ist jedoch meist eine medikamentöse Therapie zugrunde liegender Krankheiten. Ebenso gibt es einige Kräuter und Hausmittel, die bei erhöhtem bzw. verringertem Augeninnendruck unterstützende Hilfe bieten. Nichts desto trotz lässt sich eine Augenoperation bei ungünstigem Verlauf niemals vollständig ausschließen.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Therapie besteht bei verändertem Augeninnendruck in erster Linie aus einer Kombinationstherapie verschiedener Augentropfen mit unterschiedlichen Wirkstoffen und Therapieansatzpunkten. Augentropfen, die Prostaglandine als Wirkstoff enthalten, eignen sich zum Beispiel zur Verbesserung des Abflusses von Kammerwasser. Augentropfen mit Betablockern werden wiederum zur Drosselung der Kammerwasserproduktion angewendet.

Zur Regulation der Kammerwasserproduktion mittels Förderung der Durchblutung bieten sich dagegen Augentropfen an, die Karboanhydrasehemmer enthalten. Eine bloße Regulation der Kammerwasserproduktion ohne durchblutungsfördernden Hintergrund lässt sich mit Alphaagonisten als Augentropfenwirkstoff erreichen.

Welche Augentropfen in welcher Kombination angewendet werden sollen, entscheidet der Arzt je nach zugrunde liegender Ursache und Fortschritt des Krankheitsprozesses. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass eine Therapie mit Augentropfen bei krankhaft verändertem Augeninnendruck oftmals ein Leben lang durchgeführt werden muss, sofern keine operative Therapie in Erwägung gezogen wird.

Augentropfen begleiten Patienten mit krankhaft verändertem Augeninnendruck meist ein Leben lang. (Bild: Stefano Garau/fotolia.com)

Operative Therapie

Ist eine Netzhautablösung infolge eines zu niedrigen IOD entstanden oder droht zu entstehen, kann mithilfe verschiedener Operations- und Lasertechniken eine Verwachsung der abgelösten Netzhaut mit der darunterliegenden Aderhaut erreicht werden. Ist die medikamentöse Therapie bei erhöhtem IOD ausgereizt, bleibt auch hier oft nur noch der Weg über operative Maßnahmen, um eine Erblindung durch das entstehende Glaukom zu vermeiden. Die OP-Ansätze richten sich dabei ganz nach dem verursachenden Mechanismus.

Liegt die Ursache etwa in einer Überproduktion von Kammerwasser im Ziliarkörper, so kann dieser mittels Zyklophotokoagualtion behandelt werden. Der Begriff beschreibt eine spezielle Lasertechnik, die dafür sorgt, dass der Teile des Ziliarkörpers ihre Arbeit einstellen und in der Folge weniger Kammerwasser produziert wird.

Ist eine Abflussstörung ursächlich für den veränderten Augeninnendruck, kann diese mithilfe von Operationsmethoden wie der Viskokanalostomie oder eines Drainageimplantats therapiert werden. In beiden Fällen zielt die Operation auf eine zusätzlich eingebrachte Abflussvorrichtung ab.

Naturheilkunde

Krankhafte Veränderungen des Augeninnendrucks lassen sich allein durch den heilpflanzlichen und homöopathischen Ansatz selten komplett therapieren. Jedoch stehen dem Betroffenen einige Mittel zur Verfügung, welche die Stoffwechselprozesse im Auge unterstützen und damit auch den schulmedizinisch therapeutischen Maßnahmen dienen.

So hat in der Homöopathie beispielsweise die Anwendung der Gewöhnlichen Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris), Augentrost sowie den Bachblüten Rock Rose, Rock Water und Walnut bislang gute Erfolge gebracht. Auch Tees oder Urtinkturen mit den Bestandteilen der Rosskastanie gelten als gute hilfreiche hasumittel zum Augeninnendruck senken, ebenso werden Stiefmütterchen und Veilchen unterstützend mit Erfolg zur therapeutischen Verminderung des IOD eingesetzt.

Selbsthilfe und Hausmittel bei erhöhtem Augeninnendruck

Da Stress bei erhöhtem Augeninnendruck nicht nur als begünstigender, sondern sogar als auslösender Faktor diskutiert wird, können Risikopatienten auch selbst dazu beitragen, um ihren IOD durch Stressvermeidung im Normbereich zu halten, beziehungsweise diesen wieder in den Normbereich zu überführen.

Regelmäßiger und ausreichender Schlaf ist besonders wichtig, damit sich die Augen währenddessen erholen können. (Bild: F8studio/fotolia.com)

Wichtig ist hier das Erlernen und Anwenden eines stressreduzierenden Alltagsverhaltens. Dieses kann zum Beispiel aus der richtigen Planung des Tagespensums mit ausreichend Ruhephasen und einem geregelten Schlafrhythmus bestehen. Letzteres ist besonders wichtig, da sich die Augen im Schlaf intensiv ausruhen können. Auch gezieltes Entspannungstraining, etwa durch Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung, kann beim Stressabbau helfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der privaten Unterstützung der Therapie ist eine ausgewogene Ernährung. Vor allem eine magnesium-, karotin- und vitaminreiche Kost ist hier unwahrscheinlich wichtig, da diese Nährstoffe die Augenfunktion in besonderem Maße stärken. Dies gilt insbesondere für Magnesium, das sich unter anderem in Getreide und Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen, Mais, Sesam, Leinsamen, Amaranth, Quinoa, Sonnenblumen- und Kürbiskernen sowie in Bananen reichlich findet. Des Weiteren soll der Genuss von grünem Tee die Durchblutung der Augen fördern.

Einstellen oder zumindest reduzieren sollten Patienten mit ungesundem (insbesondere zu hohem) Augendruck dagegen Kaffee und andere koffeinhaltige Lebensmittel. Denn Koffein lässt den Blutdruck steigen, was im Falle überhöhten IOD die Beschwerden verschlimmern kann. (ma)