Augenlidzucken – Ursachen und Therapie

Augenlidzucken wird in den meisten Fällen durch Stress, Überanstrengung der Augen, Mineralstoffmangel oder Übermüdung der Augen ausgelöst. Aber auch schwerwiegende Ursachen können selten ursächlich sein. (Bild: Ramona Heim - Fotolia)
Sebastian
Wenn das Augenlid ständig unkontrolliert zuckt, ist das meist sehr unangenehm und lästig für die Betroffenen. Häufig lässt sich die schnelle Vibration auf relativ harmlose Gründe wie Stress, zu lange Bildschirmarbeit, Schlafmangel oder eine Bindehautentzündung zurückführen und besteht nur so lange, bis diese behoben bzw. ausgeheilt sind. Hält das Augenlidzucken länger an oder sind sehr stark ausgeprägt, kann es sich in seltenen Fällen auch um ernstere Ursachen handeln. In Frage kommen hier beispielsweise neurologische Störungen oder die chronisch-entzündliche Erkrankung multiple Sklerose (MS). Generell sollte daher bei Augenlidzucken immer vorsorglich ein Arzt aufgesucht werden, der eine entsprechende Diagnose stellt und bei Bedarf die notwendigen Behandlungsschritte einleitet. Dies ist auch bei scheinbar nur leichten Beschwerden wichtig, denn permanentes Lidflattern beeinträchtigt oft die Sehfähigkeit, wodurch es z.B. im Straßenverkehr schnell zu gefährlichen Situationen kommen kann.

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Definition und Symptomatik

Ein regelmäßiger Lidschlag des Auges stellt einen ganz normalen, gesunden Vorgang dar, durch den vor allem die aus Tränenflüssigkeit gebildete Flüssigkeitsschicht (Tränenfilm) aufrechterhalten wird, welche das Auge vor Austrocknung schützt. Darüber hinaus verhindert das kurze „Klimpern“ das Eindringen von Dreck und Fremdkörpern in die Augen. Zuckt das obere und/oder untere Augenlid jedoch häufiger als normal, wird medizinisch von einer so genannten „Faszikulation“ gesprochen. Dabei handelt es sich um unkontrollierbare Bewegungen kleiner Muskelgruppen, wobei hier das Lid nicht vollständig geschlossen wird, sondern stattdessen zu zittern beginnt. Häufig wird das Zucken dabei von den Betroffenen als sehr massiv erlebt, wohingegen die Umwelt dieses nur kaum oder sogar gar nicht bemerkt.

Augenlidzucken wird in den meisten Fällen durch Stress, Überanstrengung der Augen, Mineralstoffmangel oder Übermüdung der Augen ausgelöst. Aber auch schwerwiegende Ursachen können selten ursächlich sein. (Bild: Ramona Heim - Fotolia)
Augenlidzucken wird in den meisten Fällen durch Stress, Überanstrengung der Augen, Mineralstoffmangel oder Übermüdung der Augen ausgelöst. Aber auch schwerwiegende Ursachen können selten ursächlich sein. (Bild: Ramona Heim – Fotolia)

Das Lidzucken kann unterschiedlich ausgeprägt sein und dementsprechend nur gelegentlich für wenige Sekunden oder Minuten bestehen, aber auch über Stunden und sogar Tage hinweg dauerhaft anhalten. In vielen Fällen ist nur ein Lid betroffen, zudem weichen die Art und der Ort der Beschwerden oft stark voneinander ab. Dementsprechend berichten Betroffene zum Beispiel von einem „lediglich spürbarem, häufigen Zucken in den Augenwinkeln“, ebenso wie von einem „für jeden erkennbaren, unregelmäßigem Zittern von Haut und Unterlid“.

Ursachen von Augenlidzucken

Treten unkontrollierbare Muskelbewegungen am Auge bzw. ein nicht steuerbares Zusammenziehen des Augenlids auf, liegen meist vergleichsweise harmlose Ursachen vor, die sich dementsprechend gut behandeln bzw. beheben lassen. Häufige Auslöser sind beispielsweise Abgeschlagenheit und Erschöpfung, starke Müdigkeit bzw. Schlafmangel oder eine Überlastung der Augen durch zu langes Arbeiten am PC-Monitor. Ebenso können auch Aufregung und psychische Belastungen wie innere Unruhe, Nervosität und Stress dazu führen, dass sich das Lid seitlich zusammen zieht.

Neben dem kommen Infektionen wie eine Bindehautentzündung oder eine Entzündung des Lidrands (Blepharitis), Allergien wie z.B. Heuschnupfen, kleine Hornhautabschürfungen (z.B. durch Kontaktlinsen oder Fingernägel) oder ein Fremdkörper im Auge als Auslöser in Betracht. Häufig wird das Zucken zudem durch trockene Augen begünstigt, welche z.B. durch Stoffe wie Rauch oder Staub schnell zusätzlich gereizt werden können.

Hintergrund von Augenzucken kann auch eine so genannte „Ticstörung“ sein. Kennzeichnend für diese sind plötzliche und schnelle Bewegungen einzelner Muskeln oder Muskelgruppen, die unwillkürlich ablaufen und keine erkennbare Funktion haben. Die Tics können dabei von ganz unterschiedlicher Ausprägung sein und dementsprechend von „einfachen“ Aktionen wieAugenblinzeln, Grimassen ziehen oder Kopfnicken bis hin zu komplexen Abläufen wie z.B. dem In-die-Hocke-Gehen oder einem Imitieren von Bewegungen reichen. Unterschieden wird zudem zwischen einer vorübergehenden (kürzer als ein Jahr) und einer chronischen Störung, welche länger als zwölf Monate besteht, wobei die Tics in beiden Fällen entweder motorischer oder vokaler Natur sind. In Abgrenzung dazu handelt es sich bei dem so genannten „Tourette-Syndrom“ um eine chronische Störung, bei welcher mehrere motorische Tics und mindestens eine unkontrollierbare Lautäußerung (wie z.B. Räuspern, Grunzen, wiederholte Silben) in Kombination auftreten.

Wodurch eine Tic-Störung genau entsteht, ist bislang nicht vollständig geklärt. Vermutet werden jedoch unter anderem genetische Faktoren, da oft eine familiäre Häufung zu beobachten ist. Neben dem können die Tics in sehr seltenen Fällen auch infolge bestimmter Krankheiten wie z.B. einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, Gehirnentzündung oder neurologischen Erkrankungen auftreten.

Zuckungen am Augenlid durch Magnesiummangel

Ein weiterer häufiger Grund ist ein Mineralstoffmangel, welcher z.B. infolge einer einseitigen Ernährung, Durchfall, der Einnahme bestimmter Medikamente (wie z.B. Abführmittel oder Diuretika), Alkoholismus oder starker körperlicher Belastung auftreten kann. In Frage kommt hier beispielsweise eine unzureichende Versorgung mit Magnesium, welches unter anderem eine zentrale Rolle bei der Regulation der Erregungsleitung in den Nerven- und Muskelzellen spielt und dadurch für die Vitalfunktion dieser unentbehrlich ist. Fehlt dem Körper das Mineral, hat dies eine Übererregbarkeit der Nerven zur Folge, wodurch wiederum zum Beispiel Nervosität, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit sowie eine erhöhte Stressanfälligkeit und Reizbarkeit auftreten können.

Neben dem kann ein Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) nicht nur zur Zuckungen am Augenlid, sondern zu einer Vielzahl weiterer Beschwerden wie Wadenkrämpfen, Schwindel oder Kopfschmerzen führen. Erhält der Körper dauerhaft zu wenig Magnesium, sind zudem Bluthochdruck und Störungen des Herzens wie Herzrasen, Rhythmusstörungen oder Herzschmerzen möglich, darüber hinaus kann es zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Magenkrämpfen oder Übelkeit und Erbrechen kommen.

Augenzucken bei Multipler Sklerose (MS)

In selteneren Fällen kann ein zuckendes Auge auch im Zusammenhang mit einer multiplen Sklerose (MS) auftreten. Diese stellt die häufigste neurologische Erkrankung mit bleibender Behinderung dar, von welcher deutschlandweit etwa 120.000 Menschen betroffen sind. Bei der MS handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), welches aus dem Gehirn und dem Rückenmark gebildet wird. Durch die Entzündungen kommt es zu Zerstörungen der Markscheiden der Nervenfasern, die normalerweise die einzelnen Nerven voneinander isolieren und dadurch eine Weiterleitung elektrischer Impulse ermöglichen. Werden die Markscheiden beschädigt, wird diese Weiterleitung jedoch gestört, wodurch die Übertragung von Informationen zwischen Nerven- und Körperzellen nur noch eingeschränkt funktioniert.

Bedingt durch die unterbrochene Impulsübertragung treten häufig Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheit auf, welche meist in den Fingern und/oder Füßen beginnen und dann in die Arme und Beine übergehen. Viele Betroffene leiden zudem unter Sehstörungen, die in den meisten Fällen infolge eines entzündeten Sehnervs („Optikusneuritis“) entstehen. Typischerweise treten hier zunächst Augenschmerzen auf, hinzu können Beeinträchtigungen des Sehens (Unschärfe, nebeliger Schleier), Augenflimmern, Lichtblitze, Ausfälle des Gesichtsfeldes oder ein unkontrollierbares Augenlidzucken kommen. Weitere mögliche Symptome bei der so genannten „Krankheit mit den vielen Gesichtern“ sind Lähmungserscheinungen in den Armen und Beinen, welche sich oft bei Hitze, Anstrengung o.ä. verstärken sowie Gesichtsschmerzen (Trigeminusneuralgie) oder -lähmungen (Fazialisparese).

Ein Augenarzt untersucht überlastete Augen. (Bild: Kadmy - fotolia)
Ein Augenarzt untersucht überlastete Augen. (Bild: Kadmy – fotolia)

Darüber hinaus kann es zu Sprach- und Blasenfunktionsstörungen (Drangblase, Harnverhalt etc.), Problemen beim Stuhlgang (Verstopfung) sowie beim Geschlechtsverkehr kommen. Zudem sind gerade in schwereren Fällen psychische Störungen nicht selten, zu denen vor allem Stimmungsschwankungen und Symptome einer Depression wie tiefe Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit und Antriebslosigkeit zählen. Wodurch die Entzündungen in Gehirn und Rückenmark genau entsteht, ist bislang nicht geklärt. Vermutet wird jedoch seitens vieler Experten, dass verschiedene Faktoren wie Vererbung, chronische Infektionen und eine Fehlregulation des Immunsystems zur Entstehung der Erkrankung beitragen können. Da es sich bei der MS um eine so genannte „Autoimmunerkrankung“ handelt, ist diese zwar nicht heilbar, kann aber durch moderne Medikamente gut behandelt und dementsprechend in ihrem Verlauf positiv beeinflusst werden.

Behandlung bei flatternden Augen

Für die Behandlung von Augenlidzucken stehen je nach Ursache verschiedene Methoden zur Verfügung, wobei zunächst ärztlich abgeklärt werden muss, ob es sich bei dem zuckenden Augenlid um eine „harmlose“ körperliche Reaktion oder ein ernstzunehmendes Krankheitsanzeichen handelt. Während das gesunde Augenzucken normalerweise genau so schnell wieder vergeht wie es begonnen hat, erfolgt die weitere Behandlung in anderen Fällen entsprechend der zugrunde liegenden Erkrankung.

Lassen sich Beschwerden beispielsweise auf Überlastung, übermäßigen negativen Stress oder Übermüdung zurückführen, helfen häufig schon einfache Mittel wie ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft sowie regelmäßige, bewusste Pausen im Alltag, um den Augen einige Minuten Ruhe zu bieten. Entlastung bieten in den meisten Fällen zudem gezielte Entspannungsübungen. Häufig wird von Psychologen und Gesundheitsexperten hier die so genannte progressive Muskelrelaxation nach Jacobson empfohlen, die aufgrund des aktiven Parts der Trainierenden als vergleichsweise leicht zu erlernen gilt. Ziel ist es dabei, durch das bewusste An- und Entspannen bestimmter Muskelgruppen die eigene Körperwahrnehmung zu verbessern und dadurch auf Dauer einen Zustand tiefer Entspannung für Körper und Seele zu erreichen.

Neben dem bieten sich eine Reihe weiterer Übungen und Techniken zum Stressabbau wie z.B. Meditation oder autogenes Training an, zudem können spezielle Augen-Yoga-Übungen helfen, die Augen zu entspannen. Gerade wer ständig am Bildschirm arbeitet, sollte diese Techniken am besten fest in den Alltag integrieren, um Beschwerden wie Kopfschmerzen oder ernsthafte Folgen wie eine Sehschwäche zu vermeiden. Wichtig ist es bei müden, überlasteten Augen, generell etwa alle fünf bis zehn Minuten vom Bildschirm aufzusehen und den Blick aus dem Fenster, in die Weite des Raumes o.ä. zu richten. Eine weitere bewährte Übung zur Entspannung der Augen stellt das „Palming“ dar. Bei diesem werden die Hände zunächst durch Aneinanderreiben erwärmt und dann über die geschlossenen Augenlider gewölbt, wobei die Lider nicht berührt werden. Auch wer zehn Mal hintereinander sehr schnell blinzelt und im Anschluss die Augen einige Sekunden in Ruhe geschlossen hält, tut sich etwas Gutes. Darüber hinaus stellen unter anderem Augenkreisen (bis zu 20 Mal in jede Richtung) und intensives Auf- und Abschauen einfach durchzuführende und sehr wirksame Übungen im Augen-Yoga dar.

Besteht hingegen der Verdacht auf einen Magnesiummangel, sollte auf jeden Fall zunächst ein Arzt aufgesucht werden, um zum Beispiel eine genetisch bedingte Störung bei der Aufnahme durch die Darmwand (Magnesiumresorption) oder andere krankhafte Ursachen wie Diabetes oder chronische Nieren- und Darmerkrankungen (z.B. Zöliakie) ausschließen zu können. Ist dies geschehen, hilft es vielen Betroffene bereits, wenn die tägliche Menge an Magnesium erhöht wird, da der Körper in bestimmten Situationen wie einer Schwangerschaft oder bei hoher Stressbelastung mehr von dem Mineralstoff benötigt als sonst. Gleiches gilt z.B. für Personen, die regelmäßig Alkohol trinken, viel Sport treiben oder bestimmte Medikamente (Abführmittel, Antibabypille etc.) einnehmen.

Hier kommt vor allem der Ernährung eine zentrale Rolle zu, wobei es nur wenige Lebensmittel gibt, die einen hohem Gehalt an Magnesium haben. Hierzu zählen beispielsweise Vollkorngetreide (wie Hirse, Naturreis, Haferflocken), Nüsse, Bohnen und Sonnenblumenkerne sowie Hülsenfrüchte (vor allem Sojabohnen) und einige grüne Gemüse wie Fenchel, Spinat und Brokkoli. Reicht dies nicht aus, kann unter Umständen die Einnahme von Magnesium-Tabletten bzw. Nahrungsergänzungspräparaten angezeigt sein. Diese sollte jedoch in Hinblick auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen immer im Vorfeld mit dem Arzt besprochen werden.

Leiden Betroffene an einer multiplen Sklerose (MS) ist es wichtig, dass die Therapie so früh wie möglich beginnt, um die ursächlichen entzündlichen Prozesse sie gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Denn auch wenn die Autoimmunerkrankung nicht heilbar ist, ermöglichen die heutigen Medikamente eine gute Behandelbarkeit und damit in vielen Fällen ein relativ hohes Maß an Selbstständigkeit und Lebensqualität. Die Behandlung teilt sich dabei in unterschiedliche Blöcke auf, indem beispielsweise bei akuten Schüben kurzfristige Maßnahmen zur Linderung der Symptome ergriffen werden, während die dauerhafte Basistherapie auf die Verhinderung der Krankheitsausbreitung abzielt. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem hochdosierte Kortisonpräparate und Medikamente zur Beeinflussung (Immunmodulation) oder Hemmung (Immunsuppression) des Immunsystems. Unterstützend erfolgt zudem im Regelfall eine symptomatische Therapie, bei der z.B. mittels Krankengymnastik, Massagen oder Entspannungsmaßnahmen unangenehme Beschwerden gelindert und die Lebensqualität verbessert werden kann.

Naturheilkunde bei Augenzucken

Im Bereich der Naturheilkunde werden unter anderem Schüssler Salze eingesetzt, um ein unkontrolliertes Lidflattern zu behandeln. Liegt diesem beispielsweise eine Augenentzündung zugrunde, hat sich vor allem das Salz Nummer 11(Silicea) bewährt, welches in der Schulmedizin auch als „Kieselerde“ bekannt ist. Neben dem bietet das Salz Nr. 14 (Kalium bromatum) gerade stark nervösen und innerlich unruhigen Menschen eine gute Unterstützung bei stressbedingtem Lidzucken, da es unter anderem beruhigend auf die Nerven und generell entspannend wirkt.

Auch wenn der Mineralhaushalt gestört ist, kann eine Kur mit Schüssler Salzen sehr hilfreich sein.

Für diese eignen sich insbesondere die Salze Nr. 7 (Magnesium Phosporicum), 11 (Silicea), 16 (Lithium chloratum) und 26 (Selenium). Diese können entweder einzeln oder zusammen eingenommen werden, dabei gilt es jedoch darauf zu achten, höchstens drei Mittel miteinander zu kombinieren. Häufig lassen sich die Mangelerscheinungen und damit auch das Flattern des Augenlids in Verbindung mit einer entsprechenden Ernährung dadurch schnell mindern. Halten die Beschwerden jedoch an oder kehren nach einiger Zeit zurück, sollte unbedingt ein (Augen-)Arzt aufgesucht werden, um die Gründe hierfür zu klären.

Die Pflanzenheilkunde bietet mit dem so genannten „Augentrost“ (Euphrasia officinalis) eine weitere, oft sehr wirkungsvolle natürliche Arznei bei Problemen mit den Augen. Sind diese müde oder überreizt, wirkt häufig schon ein Tee wohltuend, für welchen ein Esslöffel getrocknetes bzw. zwei Esslöffel frisches Augentrost-Kraut mit einem halben Liter kochendem Wasser aufgebrüht werden. Anschließend wird der Aufguss für etwa zehn Minuten ziehen gelassen und über den Tag hinweg getrunken, um die positive Wirkung auf die Augen von innen zu unterstützen. Zur äußerlichen Behandlung kann ein Wattepad mit dem abgekühlten Tee getränkt und vorsichtig auf den Augenbereich getupft werden. Eine noch intensivere Wirkung (z.B. bei Entzündungen) hat eine Spülung mit dem zubereiteten, kaltem Tee, zudem sind in der Apotheke homöopathische Augentrost-Augentropfen von verschiedenen Anbietern erhältlich.

Homöopathie bei Augenlidzucken

Neben dem bietet auch die Homöopathie einige Mittel, um eine Linderung der Beschwerden auf natürliche Weise zu unterstützen. In Frage kommt hier zum Beispiel Agaricus Muscarius (Fliegenpilz), welches unter anderem bei innerer Unruhe und Zuckungen bzw. unwillkürlichen und unkontrollierbaren Bewegungen eingesetzt wird. Dementsprechend kann es z.B. bei Ängsten, Nervosität, Unsicherheit oder Nervenbeschwerden hilfreich sein, ebenso wie bei der ergänzenden Behandlung von Erkrankungen wie Epilepsie, Altersdemenz, Multipler Sklerose, Migräne oder Parkinson.

Auch das „Nervenmittel“ Kalium Phosphoricum hat sich vielfach bei stressbedingtem, nervösem Augenlidzucken bewährt, wobei dieses typischerweise in der Potenz D6 bis D12 verabreicht wird. Hauptanwendungsgebiete sind daher beispielsweise Abgeschlagenheit und Erschöpfung, Kopfschmerzen, Burn-out, Schlafstörungen, Durchfall oder Schwindel. Darüber hinaus empfehlen Homöopathen bei Muskelzuckungen häufig das Heilmittel Magnesium phosphoricum, welches auf Magnesium- und Phosphorsalz basiert und sowohl schmerzlindernd (analgetisch) als auch krampflösend (spasmolytisch) auf die Muskulatur wirkt. Magnesium phosphoricum Globuli kommen daher vor allem bei Krämpfen in jeglicher Form (z.B. Magen- oder Wadenkrämpfe, Regelschmerzen), Migräne und Koliken zum Einsatz, aber auch bei innerer Unruhe, Zittern oder Schlafstörungen. Darüber hinaus können bei einigen Personen z.B. auch Lycopodium oder Belladonna helfen, dementsprechend sollte das „richtige“ Mittel sowie die entsprechende Potenz und Anwendungsdauer immer von einem erfahrenen Homöopathen auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt werden.

Da die Faszikulation häufig durch trockene Augen verursacht bzw. begünstigt wird, kann auch hier die Homöopathie in vielen Fällen eine sanfte und natürliche Hilfe leisten. Ist die Trockenheit sehr stark ausgeprägt, kann z.B. Alumina eingesetzt werden, vor allem wenn sich die Beschwerden bei kaltem Wetter verschlechtern bzw. bei sommerlichen Temperaturen verbessern und der Patient z.B. unter morgendlichen depressiven Verstimmungen, trockener, juckender Haut und häufigen Erkältungskrankheiten leidet. Treten neben der Trockenheit ein Augenbrennen, Unruhezustände, Ängste und ein starkes Durstgefühl auf, kann Arsenicum album das Mittel der Wahl sein. Angezeigt ist dies insbesondere, wenn sich die Symptome in der Nacht sowie bei Kälte und Anstrengung verstärken sowie bei Wärme bzw. Hitze und an der frischen Luft verbessern. Bei trockenen und juckenden Augen im Zusammenhang mit einem übermäßigem Tränenfluss und gelbem Sekret kann Pulsatilla Pratensis helfen. Treten neben der Trockenheit Symptome wie z.B. schwere Lider, dunkle Augenringe, verstärkter Appetit auf salzige und kalte Speisen oder kalter Schweiß auf, empfiehlt sich in einigen Fällen auch Veratrum album. (nr)

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